Eschweiler - Integrationsrat feiert mit über hundert Gästen das Ende des Ramadan

Integrationsrat feiert mit über hundert Gästen das Ende des Ramadan

Von: Sonja Essers
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Nach dem offiziellen Teil wurde das Fasten gebrochen. Marokkanische Spezialitäten begeisterten die zahlreichen Besucher. Viele fleißige Helfer hatten dafür gesorgt, dass das Fest zu einem vollen Erfolg wurde. Foto: Sonja Essers
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Natürlich durfte auch ein leckerer Tee nicht fehlen. Die fleißigen Damen servierten nicht nur allerlei Spezialitäten, sondern waren auch in traditionelle Gewänder gekleidet. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Wer am Freitagabend den Ratssaal betrat, der spürte sofort, dass eine ganz besondere Atmosphäre herrschte. In dem Raum, in dem während der Stadtrats- und Ausschusssitzungen fleißig debattiert, diskutiert und entschieden wird, herrschte an diesem Abend eine besonders festliche Stimmung.

Liebevoll eingedeckte Tische – Serviettenfaltkunst vom Feinsten inklusive – goldene Laternen und Kerzenständer sowie gedämmtes Licht entführten die Besucher in eine andere Welt und luden sie zum Verweilen und Träumen ein. Dafür gesorgt hatten die Mitglieder des Integrationsrates der Stadt Eschweiler um ihre Vorsitzende Nora Hamidi sowie zahlreiche fleißige Helfer, die ihren Gästen einen unvergesslichen Abend bescherten. Der Anlass: Zum ersten Mal lud der Integrationsrat zum so genannten Iftar-Essen ein. Was man darunter versteht? Ganz einfach. Am 18. Juni hat für die rund 1,5 Milliarden Muslime, die es auf der Welt gibt, der Fastenmonat Ramadan begonnen. Gegessen und getrunken werden darf nur vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang. Dann findet das so genannte Fastenbrechen statt.

Am Freitag war es um 21.54 Uhr soweit. Bis dahin wurden die leckeren Datteln auf den Tischen von den Besuchern nur angeschaut, auch die Wasserflaschen blieben verschlossen. Doch wie kamen Nora Hamidi und ihre Mitstreiter eigentlich auf diese Idee? „Ich wollte den Menschen unsere Kultur näher bringen. Bei uns zu Hause ist für so viele Menschen, aber leider nicht genügend Platz, deshalb sind wir sehr dankbar, dass wir unser Fest im Ratssaal veranstalten durften“, sagte sie nach der Veranstaltung.

Unter den geladenen Gästen waren nicht nur Bürgermeister Rudi Bertram, sein Stellvertreter Wilfried Berndt sowie sämtliche Vertreter aus Parteien und Institutionen, sondern auch rund 30 Flüchtlinge, die derzeit in der Indestadt untergebracht sind.

„Der Ramadan ist die wichtigste und heiligste Zeit für Muslime. Zuneigung, Respekt und Toleranz werden noch intensiver gelebt und erlebt. Deshalb ist es wichtig die Menschen anderer Kulturen besser kennen zu lernen und zu verstehen“, erklärte Nora Hamidi in ihrer Begrüßung und fügte hinzu: „Toleranz bedeutet, den anderen zu respektieren und zu akzeptieren. Unsere Unterschiede schwächen uns nicht. Ganz im Gegenteil: Sie bereichern uns und stärken uns.“

Bevor die Gäste jedoch die leckeren Speisen und Tees kosten konnten, hatten die Mitglieder des Integrationsrates für ein kleines Rahmenprogramm gesorgt. So wurden die Besucher von Samir Quaich bestens über den Fastenmonat und dessen Bedeutung für die Muslime informiert. Einen sehr bewegenden Auftritt hatte an diesem Abend der 13-jährige Murad Stifi. Der Junge trug einige Suren aus dem Koran, der Heiligen Schrift der Muslime, vor. Auch wenn die meisten Anwesenden die Sprache nicht verstanden, so merkten sie doch ziemlich schnell, dass dies ein außergewöhntlicher Moment war. Nicht nur für Murad, dem während des gesangsartigen Vortrages einige Tränen über die Wangen kullerten, sondern auch für einige der anwesenden Muslime, ein sehr emotionaler Moment, der allerdings auf manchen Besucher eher befremdlich wirkte. Doch eigentlich stand genau dies im Vordergrund des Abends: Das Kennenlernen einer anderen Kultur und einer anderen Religion – echte Gefühle und Emotionen inklusive.

Dann war es soweit. Mohamad Hamad, Mitglied des Integrationsrates der Stadt Eschweiler, wandte sich Richtung Mekka und trug den Gebetsruf vor. Bereits in den Minuten vorher hatten einige immer wieder auf ihre Uhren geschaut. Kurz nachdem Hamad zum Gebet gerufen hatte; wurden die Wasserflaschen geöffnet und zunächst die Datteln genossen.

Nicht schlecht staunten die Gäste über die riesige Auswahl an traditionellen Speisen, die viele fleißige Helfer zubereitet hatten. Suppen, Salate, Teigwaren, Süßigkeiten und Tee wurden an diesem Abend probiert. Während sich einige Männer in einen Nebenraum zum Beten zurückzogen, tauschte man sich im Ratssaal in gemütlicher Atmosphäre aus. Nicht nur die Gäste waren vom ersten Iftar-Essen begeistert. Auch Nora Hamidi und ihre Mitstreiter wollen damit eine neue Tradition in der Indestadt einführen.

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