Eschweiler - Integrationskurse fordern VHS einiges ab

Integrationskurse fordern VHS einiges ab

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
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Das Volkshochschuldomizil an der Kaiserstraße. Der Schwerpunkt der hier gebotenen Kurse und Veranstaltungen liegt mit fast 42 Prozent aller Unterrichtsstunden im Bereich Integration/Deutsch als Fremdsprache. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Die Flüchtlingswelle, die im vergangenen Jahr Eschweiler erreichte, hatte und hat auch deutliche Auswirkungen auf die Arbeit der Volkshochschule. Dies geht aus der Bilanz hervor, die die VHS am Dienstag dem Kulturausschuss vorlegt, der ab 17.30 Uhr öffentlich im Raum 7 des Rathauses tagt. Gefordert war vor allem der Fachbereich Integration innerhalb der VHS.

Dort wurden im Herbst 2015 zusätzlich drei Integrationskurse eingerichtet. „Dies bedeutete die Planung und Realisierung von fast 2000 Unterrichtsstunden zusätzlich, die ursprünglich nicht vorgesehen waren“, betont VHS-Leiterin Silvia Hannemann.

Zudem stiegen die schon im Jahr davor leicht erhöhten Beratungszahlen weiter an. Des Weiteren konzeptionierte, plante und veranstaltete die VHS in Kooperation mit dem Amt für Soziales, Senioren und Integration der Stadt Eschweiler einen Grundkurs zum Thema „Ehrenamtliche Flüchtlingsbegleitung“ mit mehr als 50 Unterrichtsstunden. Zudem rief die VHS das Eschweiler Sprachen-Forum ins Leben. „Ziel war und ist“, so die VHS, „vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Mehrsprachigkeit, der Internationalität der Eschweiler Bevölkerung, der Herausforderung von Integration und Inklusion ein aktives Diskussions- und Austauschforum zu bieten.“

Dass diese zusätzlich übernommenen Aufgaben zu einer „Zunahme der Arbeitsverdichtung für das gesamte VHS-Team“ führte, liegt auf der Hand. Für die VHS-Leitung ist klar, dass diese Belastung mit dem bestehenden Team auf Dauer nicht zu stemmen ist. „Auch das Jahr 2017 wird davon geprägt sein, den Bedarf an Sprachförderung für die in der Stadt Eschweiler lebenden Flüchtlinge und Migranten zu decken“, betont Silvia Hannemann. „Dabei sollten nicht nur quantitative Ziele verfolgt werden, sondern es sind weiterhin die bisher hohen qualitativen Ansprüche zu wahren. Ein weiterer Ausbau der Sprachförderung an der Volkshochschule Eschweiler ist ohne zusätzliche personelle Ressourcen kaum möglich.“

Unterrichtsstunden im Fachbereich Integration/Deutsch als Fremdsprache machten im zurückliegenden Jahr 41,8 Prozent aller VHS-Unterrichtsstunden aus. 2014 waren es noch 38,5 Prozent. Zweitgrößter „Brocken“ war mit 23,1 Prozent der Fachbereich Gesundheit, der im Jahr zuvor noch 26,5 Prozent erreicht hatte, gefolgt von Sprachen mit 17,4 (2014: 19,7) Prozent. EDV-Unterricht macht 5,0 (Vorjahr 5,8) Prozent aus, Kultur kam auf 4,9 (4,2) Prozent, Alphabetisierung auf 4,5 (1,8) Prozent, Politik auf 2,2 (2,6) Prozent und Familienbildung auf 1,1 (0,5) Prozent.

Deutlich mehr Teilnehmer

Deutlich gestiegen ist im vergangenen Jahr auch die Zahl der stattgefundenen Kurse und Bildungsveranstaltungen. Davon gab es 614. Das sind 108 mehr als 2014. Insgesamt wurden in den acht Fachbereichen 14506 Unterrichtsstunden geplant. Davon wurden 12.614 Unterrichtsstunden mit 109 freiberuflich tätigen Honorarkräften auch tatsächlich durchgeführt.

Gestiegen sind im vergangenen Jahr auch die Teilnehmerzahlen. 7991 „Schüler“ nutzten die Angebote der Volkshochschule – ein deutlicher Sprung um 928 im Vergleich zum Vorjahr. Dabei ist die Altersstruktur der Teilnehmer in etwa gleich geblieben. Neben den 1705, die ihr Alter nicht angaben, gab es 145 Teilnehmer bis 18 Jahre, 360 bis 25 Jahre, 743 bis 35 Jahre, 1596 bis 50 Jahre, 1962 bis 65 Jahre und 1480 über 65 Jahre.

Jüngeres Publikum zu erreichen ist sicher auch ein Ziel der Internet-Aktivitäten der Eschweiler Volkshochschule. Seit September vergangenen Jahres ist die VHS im Netz unter www.vhs-eschweiler.de mit einer eigenen Homepage zu finden. Und die besitzt eine komfortable Online-Anmeldefunktion. Seit Juli 2016 ist das Eschweiler VHS-Programm zusätzlich über die „vhsApp“ für iPhone, iPad und Android-Geräte zu finden. Mit der App lässt sich auf das Angebot von über 400 Volkshochschulen zugreifen.

Die Internetseite der VHS wird im Schnitt von rund 5000 Menschen im Monat besucht. Die brachten es allein im Zeitraum September bis November dieses Jahres auf 25.300 Seitenaufrufe. Die weitaus meisten Klicks – 15.000 – betrafen das Programm der Volkshochschule.

Künftig soll der Internet-Auftritt der VHS noch attraktiver werden: So soll im kommenden Jahr ein Verzeichnis der Lehrkräfte eingestellt werden, das vor allem Einblick in deren Qualifikationen gibt. Zudem soll es demnächst Infos zu den einzelnen Kursorten geben – zum Beispiel zu ÖPNV-Anbindungen und Parkmöglichkeiten.

Rund 30 Prozent der Besucher der VHS-Homepage sind zwischen 25 und 34 Jahre alt, 20 Prozent zwischen 35 und 44. Jeweils etwa 18 Prozent sind zwischen 18 und 24 sowie zwischen 45 und 54. Zehn Prozent sind zwischen 55 und 64 Jahre alt, etwa sechs Prozent 65 und älter. Und die Zahl der Anmeldungen, die online vorgenommen werden, schwankt nach nur einem Jahr bereits zwischen 15 und 25 Prozent.

„Auch wenn derzeit die meisten Anmeldungen von den 35- bis 65-Jährigen kommen, so erreichte die neue Homepage im Zeitraum September bis November 2016 prozentual jüngere Leute gut“, konstatiert die VHS. „Es ist ein Ziel der Volkshochschule für die Zukunft, die Absprungrate dieser Zielgruppe auf der Homepage zu verringern. Dafür muss unter anderem in zeitgemäße Werbe-Wege investiert werden“, betont Silvia Hannemann und meint damit Online-Marketing mittels Facebook- und Google-Ads.

Auf Facebook & Co. setzt die Volkshochschule schon seit einem Jahr: Im September/Oktober vergangenen Jahres gingen die Social-Media-Aktivitäten der VHS auf Facebook, Google+ und Twitter online. Bei Facebook brachte es die VHS bis Dezember 2015 auf ganze 78 Likes. Bis November 2016 stieg die Zahl auf 340. Die Besucherzahlen der Facebook-Beiträge schwanken laut VHS zwischen einigen Dutzend und mehreren Hundert. Einen Spitzenwert erreichte im März vergangenen Jahres ein Beitrag zum „Fitcamp“ für junge Leute in Dürwiß mit 3165 Zugriffen. Der trug dazu bei, dass im März auch die Besucherzahl der Website deutlich anstieg.

Mobile Online-Zugriffe

Die Homepage ist so gestaltet, dass sie gleichermaßen von Desktop-Computern wie auch von Tablets und Smartphones aufgerufen, also nicht nur vom heimischen Internetanschluss aus genutzt werden, kann. Bemerkenswert: Fast jeder zweite Aufruf der Website erfolgt von mobilen Geräten aus. Während 53 Prozent der Zugriffe über Desktop-Geräte erfolgt, teilen sich Smartphones mit 34 und Tablets mit 13 Prozent die übrigen 47 Prozent. „Das ist durchaus überraschend und kann als Erfolg der gewählten Strategie gewertet werden.“

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