Integration: Auf einem guten Weg, aber nicht am Ziel

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. Es passt irgendwie ins Bild: Vor drei Tagen flatterte die „Charta der Vielfalt” ins Rathaus, unterschrieben von der Staatsministerin Professor Dr. Maria Böhmer. In der Ratssitzung vom Juni hatte der Stadtrat den Beschluss gefasst, ihr beizutreten. Eine Partei, die gegen diese Vielfalt hetzt, will am Samstag in der Fußgängerzone einen Stand errichten: die NPD.

Bürgermeister Rudi Bertram macht keinen Hehl daraus, dass die Rechtsradikalen auf pure Ablehnung bei ihm stoßen. Auch die Integrations-Debatte stößt ihm sauer auf: „Wir müssen sachlich über die Probleme reden und sie anpacken.”

Viele Schritte haben die Kommunalpolitiker mit der Verwaltung dazu unternommen - und dies nicht erst seit dem umstrittenen Buch von Thilo Sarrazin. Seit Juni 2000 ziert der Satz „Eschweiler hat keinen Platz für Rassismus” jedes Ortseingangsschild. Den Integrationsbeauftragten gibt es seit 2005 im Eschweiler Rathaus.

Entwicklungen wie die in Eschweiler-Ost, wo Bürger verschiedener Kulturen zusammenarbeiten, stimmen positiv. Dennoch sieht sich Bürgermeister Rudi Bertram erst auf halbem Weg: „Die Menschen müssen noch mehr aufeinander zugehen.”

Ihm ist bewusst, dass es durchaus noch ausländische Bürger in der Stadt gibt, die zwar seit Jahren hier leben, aber immer noch kein Deutsch sprechen. „Der Anteil ist sehr gering, aber wir müssen auch diese Menschen erreichen”, sieht er noch Handlungsfelder. Helfen sollen dabei die jungen Ausländer, denn in manchen Fällen wohnt bereits die 3. Generation in Deutschland: „Sie müssen die Älteren mit an die Hand nehmen und integrieren.”

An den Eschweiler Schulen lernen 609 Kinder und Jugendliche mit einem ausländischen Pass. 40 Nationen sind dort vertreten. Darin sehen die Verantwortlichen eine große Chance. „Deutschland hat es schon mehrfach in seiner Geschichte geschafft, andere Kulturen zu integrieren, warum soll das diesmal nicht gelingen?” ist der Verwaltungschef optimistisch.
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