Innerer Ausgleich dank Gitarre: Carl Verheyen und Band zu Gast im Rio

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Gitarrist, Sänger und Songwriter Carl Verheyen ist wieder auf Europatour und am 6. Juli erneut in Eschweiler zu sehen und zu hören. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Ein ganz besonderer Gast hat sich für Montag, 6. Juli, ab 20 Uhr in der Clubkonzert-Reihe „Blues meets Rock“ im Rio in der Schnellengasse angekündigt: Carl Verheyen und Band, unterstützt von Andrea Porten am Mikrofon, findet erneut den Weg nach Eschweiler. Mit dem freundlichen Herrn aus Kalifornien, der unter anderem mit Supertramp ganze Tournee-Stadien füllt, unterhielt sich unser Mitarbeiter Paul Santosi.

Die Tour 2015 führt Sie wieder durch ganz Europa. Freuen Sie sich auf ein bestimmtes Ziel ?

Verheyen: Im Laufe der Jahre habe ich eine Menge Leute und Länder auf meinen Reisen schätzen gelernt. Ich freue mich immer darauf, in neuen Städten zu spielen, aber auch auf Freunde und Fans an bekannten Orten. Auf dieser Tour spielen wir hauptsächlich auf Festivals und sind zum ersten mal in Ungarn. Mit Supertramp war ich dort schon ein paar Mal, aber noch nicht mit meiner eigenen Band.

Sie haben bereits mit einer Menge beeindruckender Künstler weltweit kooperiert. Erinnern Sie sich an eine besondere Zusammenarbeit ?

Verheyen: Vor Jahren hab ich in der Victor Feldman Band gespielt. Er war Pianist, Komponist und Percussionist, der unter anderem für Miles Davis und Steely Dan gearbeitet hat. Von ihm habe ich eine Menge gelernt. Etwa wie man sich mit einer Liveband vorbereitet, was sich ja sehr von der Studioarbeit unterscheidet. Ich hatte auch die Chance zur Zusammenarbeit mit Max Roach, einem der Schlagzeug-Überväter in den USA. Er hat mir gezeigt, dass die innere Einstellung eines Musikers genauso wichtig ist, wie die Noten, die er spielt. Das ist eine völlig eigenständige Form der Kommunikation mit dem Publikum.

Steve Lukather von Toto hat mal gesagt: „Carl kann alles“. Bevorzugen Sie einen besonderen musikalischen Stil ?

Verheyen: Ich mag viele Stile, aber ich denke, die Bluesrock-Mischung mit etwas Jazzfusion besonders. Übrigens sehr nett von Steve, das über mich zu sagen.

Sie sind auch Musiklehrer. Was sagen Sie einem modernen Computerkid, wenn es um das langwierige und schmerzvolle Erlernen eines Musikinstrumentes geht?

Verheyen: Musik in dem Moment zu hören, in dem Du sie selbst erzeugst – dazu gibt es nichts Vergleichbares. Da liegt soviel Befriedigung drin, wenn Du das auf einem echten Instrument und nicht auf einem Computer machst. Ich finde meinen inneren Ausgleich, wenn ich Gitarre spiele. Und wenn ich das nicht täglich tun kann, bin ich nicht glücklich.

Vor zehntausend Menschen mit Supertramp zu spielen, ist was ganz anderes, als in einem kleinen Club, etwa dem Rio in Eschweiler. Was mögen Sie daran?

Verheyen: Mit Supertramp ist es etwas ganz eigenes, mit all den vielen Leuten und dem Sound drumherum. Wenn ich die Anfangsakkorde von „Give a little bit“ spiele, stehen alle auf und schreien los. Mit meiner eigenen Band hingegen muss ich jeden Abend das Publikum gleich mit dem ersten Song gewinnen. Die meisten kennen meine Musik noch nicht, daher mag ich diese Herausforderung und versuche jeden Abend, ein wenig besser zu sein als am vorherigen.

Sie haben bereits unzählige CDs produziert. Gibt es da eine logische Entwicklung oder folgen Sie einfach Ihrer inneren künstlerischen Stimme ?

Verheyen: Ich messe die Reaktionen auf das jeweils vorangegangene Projekt und versuche dann, entweder einen Schritt weiter oder auch in eine ganz andere Richtung zu gehen. Jede CD ist gleichzeitig eine Art Momentaufnahme und Tagebuch. Ich finde, das ist ein wundervoller Aspekt des Künstlerdaseins. Ich schaue manchmal auf bestimmte Alben zurück, da wollte ich einfach nur der nächste Gitarrenheld oder der nächste Eric Clapton oder George Harrison sein. Mein musikalisches Konzept unterliegt immer leichten Veränderungen, aber letztlich klingt alles nach mir.

Was kann der Carl-Verheyen-Fan für den Auftritt im Rio am 6. Juli erwarten ?

Verheyen: Ich versuche, von jedem Album einen Song einzubauen und verändere das von Tour zu Tour. Meine vergangene CD „Alone“ ist ein rein akustisches Solowerk, davon werde ich auch etwas bringen. Aber wir haben auch Überraschungen auf Lager. Wir arbeiten bereits an einer neuen CD und präsentieren auch davon was. Außerdem habe ich mit John Mader einen faszinierenden Drummer, dessen Spiel man einfach mal gesehen haben muss, um es zu glauben.

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