Eschweiler - Informationsveranstaltung: Einschulung, Schulfähigkeit, Angebote

Informationsveranstaltung: Einschulung, Schulfähigkeit, Angebote

Von: ran
Letzte Aktualisierung:
Schulkind B3
Es gibt viele Angebote für Schulkinder. Was es alles gibt, wurde Eltern von künftigen Grundschülern jetzt vorgestellt. Foto: Felix Kästle/dpa

Eschweiler. Es gibt aktuell womöglich nicht viele Themenbereiche, in denen quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen Einigkeit herrscht. Eine Ausnahme dürfte die grundsätzliche Bedeutung von Bildung sein. Konsens ist, dass diese auf der politischen Agenda ganz oben zu stehen hat.

Während die Politik bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen sollte, stehen Eltern gemeinsam mit den Erzieher(innen) in Kindertagesstätten sowie den Grundschullehrern konkret in der Verantwortung, so früh wie möglich die Basis in Sachen Bildung zu legen.

Der Paragraf 36 des Schulgesetzes sieht vor, dass Erziehungsberechtigte, deren Kinder in zwei Jahren eingeschult werden sollen, zu einer Informationsveranstaltung eingeladen werden, in der sie Hinweise auf vorschulische Fördermöglichkeiten erhalten. Unter der Überschrift „Einschulung – Schulfähigkeit – Betreuungsangebote“ kamen die Verantwortlichen der Stadt dieser Pflicht am Dienstagabend nach.

Schulamtsleiterin Petra Seeger, Anita Permantier, Leiterin des inklusiven Kinder- und Familienzentrums St. Marien sowie der inklusiven und heilpädagogischen Kindertagesstätte Am Ringofen, Markus Neuefeind, Leiter der KGS Bohl und Sprecher der Eschweiler Grundschulen sowie Anne Weisser, Fachberaterin Offene Ganztagsschulen des Kinderschutzbundes, saßen in der Aula der Realschule Patternhof auf dem Podium.

Anita Permantier unterstrich, dass der Auftrag für Kindertagesstätten laute, „die Basis des Bildungswesens“ darzustellen. „Bildung beginnt aber bereits im Bauch der Mutter. Sinneswahrnehmungen und auch Sprache werden bereits vor der Geburt wahrgenommen“, so die Kindertagesstätten-Leiterin. Gerade die Sprache, „ohne die wir in dieser Welt verloren sind“, sei ein fundamentaler Baustein der Entwicklung eines jungen Menschen.

Die Wechselwirkungen von Sprache, Denkfähigkeit und Bewegung seien ganz eng miteinander verbunden. „Seit einigen Jahren stellen wir allerdings fest, dass Kinder häufiger Unterstützung bei der Sprachentwicklung benötigen“, erklärte Anita Permantier. Wie diese aussehe? „Wir versuchen die Kinder zu animieren, sich untereinander und mit den Erzieherinnen zu unterhalten. Wir lesen Geschichten und Gedichte vor. Aber wir singen und tanzen auch!“

Die Kindertagesstätten hätten die Vorgabe, die Kinder bei ihrer Entwicklung zu unterstützen, sie zu begleiten und auch zu beobachten. „Dazu gehören regelmäßige Entwicklungsgespräche mit den Erziehungsberechtigten, die für uns verpflichtend sind“, so die Erzieherin, die den Eltern riet, sich einzubringen, sich aber nicht zu viele Sorgen in Richtung Einschulung zu machen.

„Was können Sie in den kommenden zwei Jahren tun? Mein Tipp lautet: Legen Sie die Lehrbücher zur Seite und suchen Sie stattdessen den Austausch mit ihren Kindern, mit uns und mit anderen Eltern. Sprechen Sie mit ihren Kindern, lesen Sie ihnen vor, bewegen Sie sich mit ihnen. Sie als Eltern wissen, was gut für Ihre Kinder ist“, appellierte Anita Permantier nicht zuletzt auch an das Selbstbewusstsein der Erziehungsberechtigten.

Auch Markus Neufeind verwies auf die Bedeutung der Arbeit in den Kindertagesstätten, die eine gute Vorbereitung auf den Besuch der Grundschule leisteten. Im Hinblick auf die Schulfähigkeit stünden die Motorik, die Wahrnehmung, aber auch soziale Fähigkeiten im Fokus.

„Ist das Kind in der Lage, zuzuhören, sich mitzuteilen, Gefühle zu äußern?“, erläuterte der Schulleiter, der ebenfalls die Sprachfähigkeit als wichtigste fachliche Kompetenz benannte. Der Stichtag zur Anmeldung an einer Grundschule sei jeweils der 30. September. Solle die Einschulung im „regulären“ Alter erfolgen, würden die Erziehungsberechtigten von der Stadt angeschrieben. Ist die vorzeitige Einschulung gewünscht, müsse ein formloser Antrag bei der Schulleitung eingereicht werden.

Zwingend notwendig, um eine vorzeitige Einschulung möglich zu machen, sei eine Prüfung beim Gesundheitsamt. Gleiches gelte auch für eine einjährige Zurückstellung, die möglich sei, im Vorfeld jedoch hohe Hürden aufweise. „Eine Zurückstellung ist eigentlich nur auf Grund erheblicher gesundheitlicher Gründe vorstellbar, wobei die Genesung innerhalb dieses Jahres vorhersehbar sein muss. Eine dauerhafte Behinderung ist also kein Grund für eine Zurückstellung. Der Grund ist, dass der Gesetzgeber möchte, dass die Kinder früh eingeschult werden. Ob dies sinnvoll ist, sei dahingestellt“, ließ Markus Neuefeind auch Kritik durchklingen.

Nach der Einschulung folge die „Schuleingangsphase“, die die ersten beiden Schuljahre umfasse und je nach Entwicklung des Schulneulings in einem, in zwei oder auch in drei Jahren durchlaufen werden könne.

Petra Seeger erörterte schließlich noch einige rechtliche Grundsätze: So bestehe seit der Abschaffung der Schulbezirke zum Schuljahr 2008/2009 eine grundsätzlich freie Wahl der Schule, die jedoch keine Garantie auf den gewünschten Platz beinhalte. „Die Anmeldung ist nicht mit der Aufnahme gleichzusetzen“, so die Schulamtsleiterin. Über die Aufnahme werde erst im Monat Mai vor der Einschulung entschieden. „In der Vergangenheit konnte in Eschweiler nahezu jedes Kind am Wunschschulort aufgenommen werden. Aber es gibt vereinzelte Ausnahmen“, räumte Petra Seeger ein.

Jede der zehn Eschweiler Grundschulen an elf Standorten, die ehemalige Karlschule in Röthgen firmiert inzwischen als Teilstandort der KGS Barbaraschule, verfüge über einen offenen Ganztagsbetrieb (OGS), dessen Inanspruchnahme kostenpflichtig sei, ein warmes Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, ein qualifiziertes Bildungs- und Freizeitangebot sowie die Berechtigung zur Teilnahme an Ferienmaßnahmen beinhalte.

Spezieller Unterstützungsbedarf

Darüber hinaus sei an jeder inde-städtischen Grundschule ein Sozialarbeiter mit einer halben Stelle tätig. Für Kinder mit speziellem Unterstützungsbedarf stünden neben den Regelschulen mit der Willi-Fährmann- (mit den Förderschwerpunkten „Lernen“ sowie „Emotionale & Soziale Entwicklung“), der Erich-Kästner- („Sprache“) und der Astrid-Lindgren-Schule („Emotionale & Soziale Entwicklung“) drei Förderschulen zur Verfügung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert