Infoabend: Wahl der Schulform und sonderpädagogischen Förderung

Von: jlm
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Kompetente Ansprechpartnerin: Anita Permantier, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums St. Marien.

Eschweiler. Welche ist die geeignete Schulform beziehungsweise Schule für mein Kind, wenn es sonderpädagogischen Förderbedarf hat? Welche Möglichkeiten der sonderpädagogischen Förderung gibt es? Welche Förderschulen und Grundschulen mit gemeinsamem Unterricht stehen zur Verfügung? Wie lernt, lebt, arbeitet, man dort miteinander? Wie ist der weitere Weg zur Anmeldung und Beantragung?

All diese Fragen und noch viele mehr beschäftigen zu dieser Zeit sicherlich zahlreiche Eltern, die auf der Suche nach der perfekten Schule für ihr Kind sind. Am Dienstag fand daher eine Informationsveranstaltung im Ratssaal statt, wo Entscheidungshilfen und Antworten zu diesem Thema geboten wurden.

Dieser Informationsabend wurde vom Kinder- und Familienzentrum St. Marien in Kooperation mit allen teilnehmenden Institutionen ermöglicht. Eine Stunde lang bestand für jeden der zahlreichen Gäste die Möglichkeit, die eigens aufgebauten Informationsstände aller teilnehmenden Schulen zu besuchen, um bereits mit dem jeweiligen Schulleiter ins Gespräch zu kommen und sich über die Schule sowie die vielfältigen Angebote zu informieren.

In diesem Jahr nahmen Brigitte Kaltwasser und Karin Assmann von der Erich-Kästner-Schule (Förderschwerpunkt Sprache), Christel Reintjes Becker von der Astrid-Lindgren-Schule (Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) sowie Gundula Brüggenwirth und Petra Schnitzler von der Regenbogenschule (Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung) teil.

Die Grundschulen präsentierten ihr Angebot des gemeinsamen Unterrichts: die Eduard-Mörike-Schule mit Sabine Allelein, die Don-Bosco-Schule mit Ursula Norbisrath, die Gemeinschaftsgrundschule Weisweiler mit Michaela Bleimann und die KGS Bergrath mit Britta Porath.

Anita Permantier, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums St. Marien, wünschte sich, dass die Besucher an diesem Abend gute Kontakte knüpfen, sich ohne Scheu auch direkt an die Schulen wenden, um mit guten Ideen nach Hause gehen zu können.

Die Eltern sollten einfach gut begleitet und professionell unterstützt werden. In einer kleinen Vorstellungsrunde stellten anschließend alle Schulleiterinnen ihre Schulen kurz vor, bevor Vertreter des Schul- sowie des Gesundheitsamtes das Wort ergriffen.

So informierte Petra Seeger, Leiterin des Amtes für Schulen, Sport und Kultur der Stadt Eschweiler, Schulträger von insgesamt 15 Schulen, die Besucher zunächst über den zeitlichen Ablauf der Schulanmeldungen.Denn bis zum 1. Oktober sollten sich bereits alle Kinder an einer Schule ihrer Wahl angemeldet haben.

Erwartet werden insgesamt 523 Schulneulinge. Inklusion sei dabei ein wichtiges Thema, das derzeit in aller Munde sei. Ein Versuch, integrativ zu beschulen, sei nun durch die Einrichtung von Schulen mit gemeinsamem Unterricht gemacht, davon gebe es in Eschweiler derzeit insgesamt fünf. Besonders froh sei sie jedoch darüber, dass nun oftmals auch in der Sekundarstufe eins integrative Gruppen eingerichtet werden könnten.

Alternativ zu Grundschulen mit dem Angebot des gemeinsamen Unterrichts biete sich eine Förderschule an. Ein weiteres Thema war ebenfalls der Offene Ganztag, der mittlerweile an fast allen Schulen angeboten wird.

Brigitte Kaltwasser informierte die Eltern anschließend über das Verfahren: „Von der Beantragung über die Erstellung des Gutachtens zum Beschluss und der Anmeldung in einer Schule“. Zu Beginn würden entweder die Eltern oder die Schule einen Antrag stellen.

Berichte, die den Antrag unterstützen könnten, sollten beigefügt werden. Dieser Antrag wird vom Schulamt geprüft, das daraufhin eine ärztliche Untersuchung veranlasst.

Pädagogen und Mediziner

Ein sonderpädagogischer Gemeinschulpädagoge verabredet sich mit den Eltern und dem Kind. Nachdem dieser dann mit dem jeweiligen Kind gearbeitet hat, erstellt er ein pädagogisches Gutachten. Pädagogen und Mediziner beraten dabei gemeinsam.

Im Schulamt wird das Gutachten bewertet und entschieden, ob ein Förderbedarf vorliegt oder nicht. Falls ja, schlägt das Schulamt Förderorte vor, und die Eltern haben dann die Möglichkeit, eine der Schulen auszusuchen. Der Schulleiter entscheide schließlich über die Aufnahme des Kindes. Gleichzeitig betonte die Referentin: „Die Eltern sind stets Herr der Lage.“

Es handele sich um einen Beratungsprozess, die Eltern würden mit ins Boot geholt, gemeinsam werde überlegt. „Nur wenn die Eltern und die Schule gut zusammenarbeiten, kann dem Kind geholfen werden.“

Letzter Referent des Abends war Dr. Josef Michels, schulärztlicher Dienst des Gesundheitsamtes der Städteregion Aachen. Er erläuterte die schulärztliche Untersuchung. Dort gebe es zwei Untersuchungsebenen, einmal die allgemeine schulärztliche Untersuchung für jedes Kind sowie die Untersuchung zu Erstellung des Gutachtens.

Getestet werden das Hören und Sehen, die weitere Verarbeitung und Differenzierung von Informationen, der Sprachgebrauch, die Wahrnehmung, Bewegung und Motorik. Die Tests werden wissenschaftlich ausgewertet und so werde entschieden, ob das Kind fähig sei, ohne eine spezielle Förderung die Schule zu besuchen. Dort, wo ein Förderbedarf besteht, wird ein Gutachten erstellt.

Fazit: Der Informationsabend wurde von vielen Eltern dankbar angenommen .

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