Industriemuseum verwandelt sich in eine Rock-Arena

Von: Robert Flader
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Baulandschaft, heute K
Erst Baulandschaft, dann Konzertarena: Am Zinkhütter Hof findet das Kulturfestival statt. Foto: D. Müller

Stolberg. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, könnte man meinen. Am späten Vormittag, bei gefühlten 40 Grad in der Sonne, steht Christoph Scheinberger auf dem Bernhard-Kuckelkorn-Platz und schaut in Richtung Bühne. Dahin, wo am Freitagabend nicht mehr Monteure und Bauarbeiter am Werk sind, sondern die Rock-Bands „Ja, Panik”, „Apparat”, „DYSE” und „Tocotronic”.

Scheinberger ist zufrieden, zumindest sieht er so aus, wenn er über den Platz schaut. Vielleicht sieht er da auch schon 1800 Menschen, die am Freitagabend ab 18 Uhr am Zinkhütter Hof erwartet werden. Genau weiß man es nicht, aber es wäre gut möglich. Scheinberger, der Veranstaltungsmanager des Kulturfestivals der Städteregion, ist auf jeden Fall ein Mann der Visionen.

Doch das, was heute Abend auf dem kulturellen Tagesprogramm in Stolberg steht, ist, um es vorsichtig auszudrücken, alles andere als eine Vision. Organisatorin Nina Mika-Helfmeier von der Städteregion und ihrem Team ist es gelungen, vier namhafte Bands (Scheinberger: „Die treten sonst in Köln, Hamburg oder im Ausland auf”) in die Region zu locken und dem Kulturfestival einen alles andere als „gewöhnlichen” Anstrich zu verpassen.

Scheinberger weiß das, er sieht sich auf der Großbaustelle, die den Zinkhütter Hof innerhalb von drei Tagen von einem Industriemuseum in eine Rockarena verwandelt, um, von „überwachen” will er lieber nicht sprechen, „ich sehe ja, dass die Kollegen alles im Griff haben.”

30 Tonnen Material werden für die 14 x 10 Meter große Bühne und den kleineren Technik-Turm innerhalb von 72 Stunden verbaut, „Sie sehen, wie schnell das geht”, sagt Scheinberger nicht ohne Stolz.

Im Grunde ist das, was heute Abend sprichwörtlich über die Bühne gehen soll, „eigentlich nicht zu stemmen”. Dass sie die vier bekannten Bands um den „Top-Act Tocotronic” wirklich in die Kupferstadt holen konnten, scheinen die Verantwortlichen in manchem Moment auch noch nicht ganz realisiert zu haben. „Wir wollen aber keine Konkurrenz zu irgendwelchen Festivals darstellen. Wichtig ist, dass hier etwas Kostengünstiges angeboten wird”, sagt Scheinberger und lobt die Zusammenarbeit mit dem Zinkhütter Hof. „Super, dass wir das hier durchziehen können.”

Auch wenn der Kuckelkorn-Platz für eine solche Veranstaltung geeignet ist: Die geltenden Lärmschutzbestimmungen müssen natürlich trotzdem eingehalten werden, sagt Christoph Scheinberger. „Um 23.30 Uhr muss hier der Ton ausgehen”, nimmt er das Ende der Veranstaltung vorweg.

Die Eckdaten: Bislang sind etwa 1800 Karten abgesetzt worden, die Veranstalter rechnen aber mit ein paar hundert Zuschauern mehr. Mika-Helfmeier will vor allem noch ein paar jüngere Festivalgänger ködern: „Alle Stolberger Schulen können heute noch Freikarten für das Festival erhalten.” Schulen bzw. Klassen, die interessiert sind, melden sich bei Nina Mika-Helfmeier (Städteregion Aachen) unter ? 0241/982664. Beginn des Open-Air-Konzerts ist heute um 18 Uhr, der Einlass beginnt eine Stunde früher.

Am Montag übrigens soll der Zinkhütter Hof wieder in altem, in seinem ganz alltäglichen Glanz erstrahlen. „Dann wird keiner mehr sehen, was am Wochenende hier abgegangen ist”, sagt Scheinberger. „Es wird richtig laut.”
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