Industrie- und Gewerbepark: Sechstes Kapitel einer Erfolgsgeschichte

Von: Patrick Nowicki
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Mehr als zehn Jahre ist diese Luftaufnahme alt. Der Industrie- und Gewerbepark ist seither deutlich „gewachsen“. Am Donnerstag bringt der Ausschuss die Erweiterung auf den Weg. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Die Erweiterung des Industrie- und Gewerbeparks nimmt die letzte Hürde. Am Donnerstag beschließen die Kommunalpolitiker in der Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses, ob das von der RWE AG entwickelte Projekt umgesetzt wird. Die bisherigen Beschlüsse wurden einstimmig gefasst.

Das Industriegebiet zwischen der Landesstraße 11 und der Straße „Zum Hagelkreuz“ wird damit um rund 23 Hektar erweitert. So wird das sechste Kapitel des Industrie- und Gewerbeparks aufgeschlagen, der zunächst keinesfalls als Bestseller galt. Inzwischen sind fast alle Grundstücke vermarktet, eine Erweiterung war erforderlich, schließlich sollen dort Arbeitsplätze geschaffen werden, die im Strukturwandel in der Braunkohleverstromung langfristig wegfallen.

Da passt es, dass die RWE AG alleinige Eigentümerin der IGP-Flächen ist. Die Aktiengesellschaft will an dem Standort rund zwei Millionen Euro für Straßen und Entwässerung investieren. Da die Erweiterungsfläche in direkter Nachbarschaft zum derzeitigen IGP und den Liegenschaften des Kraftwerksbetreibers liegen, geht man im Rathaus davon aus, dass nicht viele Erschließungsmaßnahmen nötig sind.

Ursprünglich hat der Investor gehofft, noch im vergangenen Herbst die ersten Grundstücke verkaufen und mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Dies verzögerte sich jedoch. Es ist nicht der erste Aufschub. Das Verfahren wurde bereits im Jahr 2009 in Gang gesetzt. Da sich Grunderwerbsverhandlungen hinzogen und auch das Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) Bedenken anmeldete, dauerte es bis zur Umsetzung.

Bei den im Jahr 2010 eingeleiteten Untersuchungen stellten Experten eindeutige Hinweise auf mittelneolithische (aus der Jungsteinzeit) und römische Bodendenkmäler fest, die ein Grabungskonzept erforderten. An drei Stellen wurden die Archäologen fündig, sämtliche Stellen wurden ausgegraben und erfasst. Im Rahmen der Untersuchungen wurde unter anderem eine Brunnenanlage gefunden. Inzwischen bestehen keine Bedenken mehr bei der Erweiterung des IGP.

In den ursprünglichen Überlegungen sollte die Erweiterung geringer ausfallen. Inzwischen wurde auch ein Gelände der RWE-Ausbildungswerkstätten hinzugenommen. Statt der zunächst vorgesehenen Fläche von 15,2 Hektar wächst der IGP nun um 22,7 Hektar. Erik Schöddert, Leiter für Umsiedlung und Flächenmanagement bei RWE, sagte: „Wir fühlen uns den Regionen, in denen wir tätig sind, in hohem Maße verbunden.“ Es sei mit Blick auf den Strukturwandel wichtig, für Flächen, die betrieblich nicht mehr benötigt werden, gemeinsam mit den kommunalen Partnern eine für alle Seiten werthaltige Nachnutzung zu entwickeln.

Ein Großteil (82,7 Prozent) der neuen Industriefläche wird als Industriegebiet ausgewiesen, allerdings ist auch die Ansiedlung von Handel ausdrücklich erwünscht. Die Flächen für Straßen und Gehwege machen 6,4 Prozent aus. Alleine 9312 Quadratmeter (4,1 Prozent) umfasst das Regenrückhaltebecken des Gewerbegebiets.

Das Verkehrsgutachten prognostiziert etwa 3930 Fahrten pro Tag. Die Gutachter gehen aber davon aus, dass an den Verkehrsknotenpunkten keine Überlastung entsteht. Die Erschließung soll über die Dürwisser Straße geschehen, die auf die Landesstraße 11 und die Straße „Am Hagelkreuz“ mündet. Zusätzlich besteht eine Verbindung zum Gewerbepark „In der Krause“ über die Autobahnbrücke. Der Landesentwicklungs- sowie der Flächennutzungsplan lassen Industrieansiedlungen ausdrücklich zu.

Die verkehrstechnisch gute Lage zwischen den Autobahnen 44 und 4 ist ein Faustpfand, mit dem Projektentwickler auch in der Vergangenheit wuchern konnten. Mehr als 30 Unternehmen mit rund 1200 Mitarbeitern haben sich bislang im IGP niedergelassen. Die Gespräche mit potenziellen Interessenten für die Erweiterungsfläche laufen, einige sind kurz vor dem Abschluss. 95 Prozent der Flächen des IGP sind derzeit bereits belegt. Das Gewerbegebiet „In der Krause“ ist komplett voll. Gemeinsam mit dem interkommunalen (mit der Gemeinde Inden) Gewerbegebiet Grachtweg gelte es nun, neue Flächen und somit auch Arbeitsplätze zu schaffen.

„Damit ist ein wesentlicher Meilenstein für die geplante Erweiterung des Industrie- und Gewerbeparks erreicht“, sagte Bürgermeister Rudi Bertram vor einem Jahr. Dieses Projekt sei ein weiterer Mosaikstein des Strukturwandels.

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