„Indetalente“: Mitarbeitermotivation ist „Made in Eschweiler“

Von: Paul Santosi
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Haben die Firma „Indetalente“ gegründet: Andrea Wiese (links) und Bettina Thelen. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Gewöhnlich berichten wir in unserer Serie „Made in Eschweiler“ über Unternehmen und Unternehmer, die anfassbare Produkte herstellen. Der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungs-Stadt jedoch verschiebt die bisherige Dominanz der verarbeitenden und produzierenden Firmen deutlich. Der größte lokale Arbeitgeber ist heutzutage das St.-Antonius-Hospital, ein Dienstleistungsbetrieb im besten Sinne. „Indetalente“ ist anders - hier werden bestehende Firmen noch verbessert.

Das Management von Wissen, die kontinuierliche Weiterbildung und die Motivation von Mitarbeitern wird wirtschaftlich zunehmend wichtiger. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis gründeten die gebürtigen Eschweilerinnen Andrea Wiese und Bettina Thelen zu Beginn des Jahres 2017 am Markt ihre Firma „Indetalente“. Sie verstehen sich als Quelle für ortsansässige und regionale Unternehmen in Sachen Beratung und Seminar-Know-how zur Motivation von Mitarbeitern und Optimierung von Marktchancen.

„Wir bieten Erfahrung und Wissen zur Entwicklung von Kompetenzen. Unser Name entstand, weil wir unsere lokal-regionale Identität mit der Fluss-Metapher verbinden wollten“, erklärt Andrea Wiese. „Gerade kurz nach der Gründungsphase bemerken viele Unternehmer schmerzlich, dass der Fluss zwar fließt, aber keiner weiß, in welche Richtung. Das führt unter anderem zu Verunsicherung bei Auswahl und Einsatz passender Mitarbeiter.“ Auch etablierte Unternehmen stoßen immer wieder an ihre Grenzen, was die Personal-Motivation etwa in Projekt-Gruppen angeht.

„Wenn der Chef sich aufregt, weil alle zu spät kommen und zu früh gehen, mündet das oft in einer Art Überkontrolle“, weiß Bettina Thelen. „Wir stellen die einfache Frage: Gibt es eigentlich klar formulierte und verbindliche Regeln für alle Mitarbeiter, die Orientierung und Teamgeist positiv beeinflussen können?“ Man dürfe sich nicht wundern, wenn das Unternehmen daher stagniert und selbst einfache Ziele nicht mehr erreicht werden.

Anders als etablierten Beraterfirmen mit oft fürstlichem Honorar geht es den Machern von „Indetalente“ aus Erfahrung nicht um kleinkarierte Bilanzanalysen mit anschließendem Personal-Karussell. Bettina Thelen studierte Soziologie, Psychologie, Politische Wissenschaften und Gesundheitsökonomie. Aus ihrer Arbeit für Laborgemeinschaften, Physiotherapiepraxen, Tierarztpraxen und einem bundesweit tätigen Unternehmen der Gesundheitsbranche kennt sie innerbetriebliche Phänomene, an denen es „knirscht“.

Ihre Geschäftspartnerin Andrea Wiese studierte Betriebswirtschaft und arbeitet als freie Dozentin an der Cologne Business School. Ihr Know-how auf den Gebieten von Prozess- und Supply-Management, Führungskompetenz, kreativem Denken und Innovationsmanagement verbindet sie mit langjährigen Erfahrungen als Managerin und Unternehmensberaterin im internationalen Konzernumfeld: „Erfolg ist vor allem im Gesundheitswesen auch eine Funktion von Weiterentwicklung, von der kleinsten Praxis bis zur größten Klinik. Wer nicht stagnieren will, sollte hin und wieder seine Sichtweise verändern. Das tut zwar anfangs etwas weh, lässt sich aber später in den Erfolgsstatistiken eindeutig wiedererkennen. Dafür bieten wir qualifizierte Beratung und ein individuelles Seminar-Angebot“.

Schuld ist immer der andere

„Es gibt nach wie vor Unternehmer, die glauben, Teambuilding und Personal-Entwicklung seien so eine Art Ringelpiez mit Anfassen oder gar Gehirnwäsche“, bemerkt Bettina Thelen scherzhaft. Dabei benötige es für das gemeinsame Arbeiten an Zielen und die dazu notwendige Überzeugungskraft keine Form von Manipulation. Sand im Getriebe gebe es nun mal in Unternehmen aller Größen, gleich ob mit streng hierarchischer Struktur des Großkonzerns oder im eher familiären Umfeld des Mittelständlers. Geradezu klassisch verbreitet sei auch die Technik der Schuldzuweisung.

Jeder Mitarbeiter sei anders motiviert oder eben manchmal auch demotiviert. Statt Miteinander, Kommunikation, Ziele und Kultur einmal kritisch zu beleuchten, verschiebe man die Verantwortung gerne auf den jeweils anderen im Unternehmensgefüge, so die „Indetalente“-Gründerinnen. „Hier treten wir auf den Plan, indem wir Kreativität fördern und Denkmuster aufbrechen,“ betont Andrea Wiese. „Wir haben nicht auf alle Fragen eine Antwort. Firmeninhaber und Mitarbeiter sind die unbestrittenen Fachleute auf ihrem jeweiligen Gebiet. Wir aber gestalten Erfolg, indem wir mit unseren Auftraggebern gemeinsam über den Tellerrand schauen.“

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