Eschweiler - Indestädterin berichtet vom Sieg über den Brustkrebs

Indestädterin berichtet vom Sieg über den Brustkrebs

Von: ran
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Sagte dem Parasiten in ihrem Körper den Kampf an und gewann: Autorin Rebecca Seeliger las aus ihrem Buch. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es gibt Momente im Leben, die einem Menschen sprichwörtlich den Boden unter den Füßen wegziehen. Einen solchen Moment erlebte Rebecca Seeliger im Frühjahr 2011, als die damals 24-Jährige die niederschmetternde Diagnose „Brustkrebs“ erhielt.

Doch die gebürtige Indestädterin, die inzwischen im norddeutschen Buxtehude lebt, sagte der Krankheit den Kampf an und besiegte diese, trotz manch dunkler Stunde, nicht zuletzt Dank der Unterstützung ihrer Familie, ihres Partners und ihrer Freundinnen.

Auf der Grundlage ihres Tagebuchs, dass sie während ihres Kampfes gegen den Krebs führte, vollendete sie im Jahr 2013 ihr Buch „Heute habe ich keine Lust zu sterben“. Am Dienstagabend war Rebecca Seeliger nun in ihrer Geburtsstadt zu Gast, in der Buchhandlung „Librodrom“, um einige Passagen aus ihrem Werk vorzulesen und den zahlreichen Zuhörern und vor allem Zuhörerinnen traurige, ergreifende, dramatische, lustige, aber immer emotionale Augenblicke zu bescheren.

Rebecca Seeliger hat einen Knoten ertastet. „Aber es kann doch gar nicht sein, dass ich krank bin“, redet sie sich ein. Doch sie will Klarheit. Und diese lautet: bösartiger Tumor in der linken Brust! Sie nickt, als sie die Worte des Arztes wie betäubt vernimmt. Die Arzthelferin hält Taschentücher bereit. Immerhin gibt es einen medizinischen Plan: Erst ein CT, dann ein MRT, dann die Operation. Dennoch: „Alles scheint gleich zu sein und doch ist von einem Moment auf den anderen alles anders“, schildert die Autorin zu Beginn ihrer Lesung. Bald steigt Wut in ihr auf: „Wut auf den Parasiten in mir, der mich um mein Leben betrügen will.“ Es folgt eine Kampfansage: „Du kriegst mich nicht. Ich bin kein kranker Mensch, der sich ergibt. Ich bin stark!“ Doch trotzdem weint sie am Abend gemeinsam mit Partner Ingo und ihren WG-Mitbewohnerinnen Melanie und Lisa.

Nach mehreren Untersuchungen unterzieht sich Rebecca Seeliger am 13. April 2011 der Operation. Sie hat sich entschieden, alle notwendigen Schritte in einem operativen Eingriff „erledigen“ zu lassen. Doch damit ist der Kampf noch lange nicht gewonnen. Zwischen Mai und September folgen sechs Chemotherapie-Einheiten. „Was definitiv bedeutet, dass mir die Haare ausfallen“, ist sich Rebecca Seeliger bewusst. Gemeinsam geht sie im Voraus auf Perückenschau. Der erste Versuch ist ein „totaler Griff ins Klo“. Heitere Momente fehlen also keinesfalls.

Die erste Therapieeinheit der Chemo empfindet Rebecca Seeliger jedoch als einen Schritt in Richtung Ungewissheit. „Ich werde mit Absicht außer Gefecht gesetzt“, ist sie sich klar. Sie sieht einen Schlauch, Tabletten und einen Beutel mit roter Infusionsflüssigkeit, die aussieht wie Gummibärchensaft. „Doch ich muss mich nicht übergeben und kippe auch nicht um“, berichtet die Autorin, die International Marketing studierte.

Dann fallen beim Kämmen die Haare aus. „Muss ich meinen Lebensmut von meinem Haarschopf abhängig machen?“ fragt sie sich. So fährt sie zum Kurzurlaub an die See und unternimmt eine schon lange geplante Reise nach Rom. „Die Zeit war geprägt von Hochs und Tiefs“, machte die inzwischen 28-Jährige am Dienstagabend deutlich.

Doch schließlich heißt es: Finale! „Ich fahre letztmals nach Stade, die abschließende Chemotherapie-Einheit steht an. Als diese beendet ist, ertönt kein Knall, kein Feuerwerk. Aber: Ich bin fertig, setze mich zu Hause an meinen Schreibtisch und lerne Psychologie. Zwischendurch muss ich immer mal wieder kichern. Heute ist der Tag der Tage. Wir sind fertig! Denn ohne Ingo, Melanie, Lisa und meine Familie hätte ich es niemals geschafft! Champagner!“, schloss Rebecca Seeliger ihre Leseauszüge.

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