Eschweiler/Wattrelos - Indestädter feiern in Partnerstadt Carnevale

Indestädter feiern in Partnerstadt Carnevale

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
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Natürlich durften auch die Karnevalisten aus der Indestadt nicht fehlen. Am Sonntag kamen unter anderem Vertreter der Rote-Funken-Artillerie, der Narrengarde Dürwiß und der KG Kirchspiel Lohn.
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Viele Indestädter schlossen Freundschaften mit den Gruppen aus Wattrelos.
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Musikalisch war während des Zuges einiges geboten.

Eschweiler/Wattrelos. Wahre Freundschaft kennt keine Sprachbarrieren. Das wissen seit dem vergangenen Wochenende vor allem die Indestädter, die Eschweilers Partnerstadt Wattrelos einen Besuch abstatteten. Der Grund: In der nordfranzösischen Stadt wurde am vergangenen Wochenende Carnevale gefeiert.

Dabei schien das fröhliche Fest zunächst unter keinem allzu guten Stern zu stehen. Erst im vergangenen Jahr musste das französische Pendant zu unserem Rosenmontagszug abgesagt werden. Zu viel Angst hatten die Verantwortlichen damals vor einem Terroranschlag (wir berichteten).

Nach den Anschlägen in Paris und Brüssel überlegte Komitee-Präsident Norbert Weiland auch in diesem Jahr ganz genau, ob die Karnevalisten aus der Inde-stadt ihre Tour nun wirklich antreten sollten oder lieber doch nicht. Schließlich fand nur zwei Tage vor der geplanten Abfahrt – einige Eschweiler machten sich in gewohnter Manier schon am Samstag auf den Weg – eine Fahndung im belgischen Kortrijk statt, ein Ort, der lediglich 20 Kilometer von Wattrelos entfernt ist.

Doch auch für diese Situation hatte Komitee-Präsident Norbert Weiland die richtige Lösung. Nach einem intensiven Austausch zwischen den Verantwortlichen stand fest: Für die Karnevalisten besteht keine Gefahr. Wir lassen uns den Karneval nicht vermiesen, waren sich die Karnevalisten sicher.

Zu einer fast schon karnevalistischen Zeit, gegen 11 Uhr am Samstagmorgen, ging es für die Inde-städter schließlich am Bushof los. Doch nicht nur das Karnevals-Komitee der Stadt Eschweiler, sondern auch das Prinzengespann der vergangenen Session, René Schönenborn und Daniel Asara, samt Gefolge sowie Abordnungen der Eschweiler Scharwache und der Original Eschweiler waren mit von der Partie.

Bereits auf der Hinfahrt war die Stimmung bestens, und es zeigte sich, dass die Karnevalisten auch rund zwei Monate nach dem Rosenmontag die Zeilen der Prinzenlieder noch immer perfekt beherrschten. Am Abend stand dann ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm. Anders als in Eschweiler, wird der Prinz der Stadt Wattrelos am Abend vor dem großen Umzug gewählt. Eine Veranstaltung, in der Wahl, Kürung und Proklamation vereint werden.

Zum 37. Mal fand der Karneval in Wattrelos nun statt. Anders als in den Jahren zuvor, startete der offizielle Empfang nicht am Sonntagmorgen, sondern bereits am Samstagnachmittag. Gar keine schlechte Idee, wie die Indestädter fanden, schließlich ging das Programm nach einer eher kurzen Nacht mit dem Höhepunkt am Sonntag weiter: dem Umzug. Während sich der noch leicht verschlafene Tross auf den Weg Richtung Mehrzweckhalle machte, waren zur gleichen Zeit weitere zwei Busse aus der Indestadt auf dem Weg in die nordfranzösische Stadt.

Wer an diesem Wochenende natürlich nicht fehlen durfte? Na klar: Jean Luc Doyen. Als Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Wattrelos hatte er dort nicht nur den Karneval ins Leben gerufen, sondern sich auch voller Hingabe und Leidenschaft um die Verbindung zischen Eschweiler und Wattrelos gekümmert. Stolze 43 Jahre war er im Stadtrat tätig, 37 Jahre lang hat er sich um die Festivitäten in der Stadt gekümmert. Sein Amt wird seit zwei Jahren von Michèle Coquelle ausgeübt. Trotzdem ließ es sich der 72-Jährige nicht nehmen gemeinsam mit seinen Freunden aus der Indestadt so richtig zu feiern.

Populär ist in Wattrelos jedoch nicht nur Jean-Luc Doyen, sondern auch das Konfetti. Die Papierschnipsel verwandelten die Straßen während des Umzuges am Sonntagnachmittag in eine weiße Landschaft und schafften es sogar, gestandenen Männern Respekt einzuflößen. So hatten die Herren des Karnevals-Komitees bereits vorsorglich die Reißverschlüsse ihrer Jacken bis zum Kinn hochgezogen. Doch dies wird wohl wenig gebracht haben. Schließlich finden die Indestädter meist auch noch Wochen später Überbleibsel der weißen Papierschnipsel.

Doch nicht nur die Konfetti-Kanonen waren, wie bereits in den Jahren zuvor, ein ganz besonderes Highlight des Umzuges. Bunt kostümierte Karnevalisten und zahlreiche Musikkapellen waren mit von der Partie. Und auch das Wetter spielte mit. Sonnenbrillen waren an diesem Tag für die Teilnehmer ein Muss.

Ein Highlight für die Kleinen waren die Eschweiler Karnevalsgesellschaften. Diese hatten sich nicht lumpen lassen und so regnete es in Wattrelos nicht nur reichlich Konfetti, sondern auch Kamelle. Die Begeisterung der Kinder blieb auch den Eschweiler Karnevalisten nicht verborgen. „Es ist schön, dass die Kinder hier die Kamelle wenigstens noch aufheben“, hörte man einige Indestädter sagen.

Viel zu schnell war der Umzug vorbei. Nach und nach fuhren die Eschweiler Busse Richtung Heimat und während die Uniformen bis Anfang November wieder in den Schrank wanderten, werden die vielen besonderen Momenten wohl noch lange im Gedächtnis der Teilnehmer bleiben.

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