Eschweiler - Indestädter erteilen dem Müll eine Abfuhr

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Indestädter erteilen dem Müll eine Abfuhr

Von: Rudolf Müller
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Übervoller Mülleimer in der
Übervoller Mülleimer in der City: Anblicke wie dieser stoßen immer mehr Eschweiler Bürgern sauer auf. Die SPD überlegt jetzt eine Kürzung der Leerungsintervalle. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Zerfetzte Plakate, unkrautbewachsene Gehwege, versiffte Verkehrsschilder und müllüberladene Ruhebänke - diese Bilder finden sich nicht nur zuhauf auf einer Eschweiler Facebook-Seite, sie sind Alltag in der Indestadt.

Unsere wiederholte Berichterstattung über die Aktivitäten der von Brigitte Averdung geghründeten Facebook-Gruppe mit dem sperrigen Titel „Sensibilisierungs- und Aufräumtruppe Blausteinsee und Umgebung” hat nun auch die SPD-Fraktion auf den Plan gerufen.

SPD-Fraktionschef Leo Gehlen: „Einiges des Gesagten kann nachvollzogen werden, einiges jedoch muss unseres Erachtens aufgearbeitet werden. Sprechen wir bei der ,Verschmutzung unserer Stadt über den Blausteinsee, die Innenstadt, über einzelne Stadtteile wie z.B. Neu-Lohn, Weisweiler, Bergrath, St. Jöris etc. oder aber auch über mangelnde Sauberkeitspflege an der Einfahrtsbereichen nach Eschweiler? Das Letztere ist Aufgabe des Landesbetriebes ,Straßen NRW.” Und den hat Bürgermeister Rudi Bertram zwecks Durchführung häufigerer Reinigungsintervalle bereits schriftlich kontaktiert.

Dass Zeitgenossen, die Kaugummis oder Zigarettenkippen achtlos wegwerfen, straffrei bleiben, sehen Leo Gehlen und seine Fraktionskollegen nicht ein: „Wir sind der Meinung, dass die in der Roten Karte für mehr Sauberkeit in Eschweiler verankerten Tatbestände der Ordnungswidrigkeit, wie z. B. Wegwerfen und Zurücklassen von Unrat, Lebensmittelresten, insbesondere Zigarettenkippen, Kaugummi, Getränkedosen - 15 Euro rigoros umgesetzt werden müssen”, heißt es in einem Schreiben Gehlens an Bertram.

Patenschaften

„Wir bitten Sie, das Ordnungsamt dementsprechend neu zu sensibilisieren. Durchaus sind wir uns bewusst, dass das Umsetzten der Satzung äußerst schwierig ist, zumal unsere Ordnungskräfte teilweise alleine unterwegs und nicht mit den entsprechenden Rechten der Polizei ausgestattet sind. Ziel sollte sein, dass immer eine Ordnungskraft mit einem Polizeibeamten Streife gehen kann.”

Die SPD bittet die Verwaltung des Weiteren um Überprüfung, ob die Anzahl der Abfallbehälter erhöht werden könnte und die Leerung der im Stadtgebiet befindlichen Sammelbehälter (Glas, Kleidung, etc.) in geringeren Zeitabständen erfolgen können.

„In den in der Presse und in Facebook geführten Diskussionen ist häufig die Rede von Bewusstseinsbildung und -schaffung. Dies ist unbedingt erforderlich!”, betont Gehlen. „Zu diesem Zweck sollten in Form einer neu angelegten Kampagne Kindergärten, Schulen, Jugendheime, Vereine und Organisationen eingebunden werden.”

Des Weiteren könnte die SPD sich auch die Einbindung des Citymanagements und des Einzelhandels unter dem Motto „Wir kehren auch vor unserer Tür!” vorstellen.

Weiterhin sei die Übernahme von Patenschaften durch Bürger oder Vereine und Organisationen für bestimmte Grünflächen, Baumscheiben etc. erstrebenswert, betont Gehlen. Und weiter: „Insgesamt betrachtet wäre zu überlegen, ob die Reinigungsintervalle, z. B. der Pickergruppe oder der Einsatz von Kehrmaschinen und Entleerung der Müllbehältnisse angepasst werden müssen.”

Die Facebook-Gruppe ist inzwischen auf nahezu 70 Mitglieder angewachsen, pflegt eine rege Diskussion über die Sauberkeit in der Stadt und plant Aktionen, selbige zu verbessern.
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