Eschweiler - In West sind viele dicke Bretter zu bohren

In West sind viele dicke Bretter zu bohren

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Daumen raus! Hier, am Bahnübe
Daumen raus! Hier, am Bahnübergang Phönixstraße, soll die Euregiobahn halten, wünscht sich nicht nur Peter Kendziora. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins West hatte zum Rundgang durch den Stadtteil eingeladen.

Eschweiler. Politik ist das Bohren dicker Bretter. Das zeigte sich bei einem Rundgang des SPD-Ortsvereins West am Freitag. Die Themen, die Vorsitzender Peter Kendziora ansprach, standen auch schon bei einem ähnlichen Rundgang vor über einem Jahr auf seiner Liste, und getan hat sich seitdem nicht viel. Aber die SPD bohrt weiter.

Beispiel Einkaufszentrum. Auf dem Gelände des geschlossenen Real-Verbrauchermarktes soll ein solches entstehen, mit einem Rewe-Markt und weiteren Läden. Die Planung ist fertig, die Stadt hat alle Voraussetzungen geschaffen, die Anwohner der Siedlung Waldschule warten und warten. Doch es rührt sich nichts.

„Der Bauantrag ist gestellt worden, alle Verträge sind unterschrieben, wir könnten also direkt anfangen mit dem Bau des Kreisverkehrs” berichtete Kendziora. Und der Investor mit dem Bau des Einkaufszentrums. Aber wann dieser wirklich anfängt, weiß auch die Stadtverwaltung nicht. „Für uns hier oben ist dieses Projekt mehr als wichtig”, weiß der SPD-Politiker und hofft wie vor einem Jahr auf baldigen ersten Spatenstich.

Beispiel Umgehungsstraße, die Ortsumgehung West. Der erste Abschnitt ist seit Jahren fertig. Auf den 2. Abschnitt zwischen Odilienstraße und Phönixstraße wird gewartet, wie vor einem Jahr. Dort, wo seit 1912 der Damm des EBV-Eisenbahnviaduktes steht, soll die Straße einmünden. Die Politik hofft nun, dass es im Frühjahr 2013 weiter geht. Immerhin gibt es bereits eine Brücke im Bereich Tunnelweg, das lässt hoffen.

„Der für Pumpe-Stich besonders wichtige 3. Abschnitt von der Phönixstraße bis zur Münsterbachstraße oder der Eschweilerstraße in Stolberg steht angesichts der finanziellen Lage des Landes allerdings noch in den Sternen”, berichtete unsere Zeitung im Juni 2011. Das lässt sich heute wörtlich wiederholen. Immerhin: Landtagsabgeordneter Stefan Kämmerling sei am Thema dran und bohrt mit am dicken Brett, berichtete Kendziora.

Hoffen auf Haltepunkt

Auch bei den Bemühungen des SPD-Ortsvereins West, einen Haltepunkt der Euregiobahn im Stadtteil Aue und vor allem einen Park-and-Ride-Platz zu schaffen, hat sich nichts getan. Hier hat die Verzögerung mit der Geschichte der Bergbaustadt Eschweiler zu tun. Genau auf der vorgesehenen Parkplatzfläche brach die Erdoberfläche ein, dort war ein vorher nicht bekannter alter Bergbauschacht. Zwar ist der inzwischen mit großen Mengen Beton verfüllt, aber die Sorge, es könnten sich weitere Tagesbrüche auftun, ist groß. Die Stadt sucht nach einem neuen Standort, möglichst nah bei den Röhrenwerken. Eine Lösung gibt es noch nicht, so Peter Kendziora.

Viel verändert hat sich seit dem Besuch vor über einem Jahr im Baugebiet Hagedornweg. Bis auf zwei Grundstücke ist dort inzwischen alles bebaut. Auf Eschweilers Häuslebauer ist Verlass. Weniger allerdings auf die Gesellschaft, die das Gebiet vermarktet hat: Von dem versprochenen Spielplatz in der Mitte des Baugebiets ist immer noch nichts zu sehen. Das zugewucherte Gelände wird als Müllkippe und Hundeklo missbraucht. Die Stadt, so berichtete der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, wolle die Gesellschaft jetzt anmahnen. Notfalls werde die Stadt das Grundstück selbst herrichten und die Kosten dem Investor in Rechnung stellen.

An der Waldstraße hat sich etwas zum Schlechten verändert. An der Bushaltestelle, wo die Schulkinder aus dem Stadtteil jeden Morgen stehen, wurde das baufällige Wartehäuschen abgerissen, aber noch kein neues gebaut. Es gebe jetzt eine Zusage der Aseag, dort einen Unterstand aufzustellen, damit die Kinder nicht komplett im Freien stehen, berichtete Peter Kendziora. Da bleibt nur zu hoffen, dass sich beim nächsten Rundgang in einem Jahr diese Zusage nicht auch als ein Fall von Dickbrettbohren erweist.
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