Löw Freisteller

In St. Michael rumort es gewaltig

Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. „Mit Fassungslosigkeit und Empörung” reagieren katholische Christen in St. Michael auf die neue Gottesdienstordnung der Stadtmitte-Gemeinde St. Peter und Paul, zu der die früher selbständige Gemeinde St. Michael gehört.

Nach dieser Gottesdienstordnung wird es keine Eucharistiefeiern an Wochenenden mehr in St. Michael geben. Eine Gruppe von sechs katholischen Christen verfasste einen Protestbrief und bereitet eine Unterschriftenaktion vor.

Das Protestschreiben gegen die neue Regelung wird an den kommenden Samstagen, 9. und 16. Juli, im Gemeindezentrum St. Michael nach den Abendmessen um 18 Uhr im Foyer ausgelegt. Wer den Appell unterstützen will, die Pfarre möge die Neuregelung noch einmal überdenken, kann sich dort in Unterschriftenlisten eintragen.

Nach dem 18. Juli soll es im Gemeindezentrum St. Michael (und auch in „Herz Jesu” ) an Wochenenden keine Messen mehr geben. Das sieht die neue vom Pfarrgemeinderat beschlossene Gottesdienstordnung vor. Eucharistiefeier in dem Gotteshaus an der Steinstraße soll dann immer dienstags um 19 Uhr sein.

Wenigstens ein- oder zweimal im Monat eine Eucharistiefeier am Wochenende und eventuell zusätzliche Wortgottesdienste mit Kommunionausteilung - das ist Wunsch der sechs Erstunterzeichner des Protestschreibens. Die neue Gottesdienstordnung nehme zwei Seelsorgebezirken sozusagen die Mitte, nämlich die Eucharistie am Sonntag oder Samstagabend.

Kritisiert wird in dem Brief besonders, dass die neue Regelung in den betroffenen Gemeinden bzw. Gemeindezentren nicht ausreichend kommuniziert worden sei: „Es kann nicht richtig sein, dass eine Pfarrgemeinderatsmehrheit, die selbst nicht wirklich betroffen ist (die Vertreter von St. Peter und Paul und von Röhe) in einer solch elementaren Frage über den Kopf der betroffenen Gemeinden/Gemeindezentren hinweg entscheidet. Das ist unsolidarisch, ungerecht und unfair.”

Die Erstunterzeichner weisen darauf hin, dass der Beschluss zunächst gegen das Votum des Pfarrers selber zustande gekommen sei und bedauern, dass dieser sich die Entscheidung schließlich doch zu eigen gemacht habe. „Aus pastoralen Gründen”, so der Protestbrief, „hätte nach unserer Auffassung eine so weit gehende Alternative, die keine Eucharistiefeier in einzelnen Gemeindebezirken am Wochenende mehr vorsieht, nicht unbeanstandet zur Debatte und Abstimmung gestellt werden dürfen, erst recht nicht ohne eine breite Diskussion, etwa in einer Gesamt-Pfarrversammlung oder in Gemeindeversammlungen vor Ort.”

Das Schreiben zählt sechs Gründe für ein Beibehalten von Messen an den Wochenenden auf. Ohne Not seien Regelungen getroffen worden, die einen „Rest gewachsener Infrastruktur radikal zerstören”. Mit dem Brief und den Unterschriftenlisten bittet man Pfarrgemeinderat und Pfarrer nachdrücklich, die Angelegenheit neu zu beraten und neu zu entscheiden. „Auf jeden Fall müsste eine breite Beteiligung der Gemeindemitglieder vor Ort erfolgen.”
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