Eschweiler - In Sachen Pflege ist Eschweiler Nr. 1 der Region

In Sachen Pflege ist Eschweiler Nr. 1 der Region

Von: se
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Pflege ist durchaus nicht nur Frauensache. Foto: stock/epd

Eschweiler. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt immer weiter. Das wurde im Bericht der kommunalen Pflegeplanung der Städteregion Aachen deutlich. In der Städteregion belief sich der Anteil der Pflegebedürftigen in der Gesamtbevölkerung im Jahr 2011 auf 3,6 Prozent. Gegenüber dem Jahr 2009 ist er um 0,4 Prozent angestiegen. Doch wie werden die Bedürftigen in der Städteregion versorgt?

Mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen wählt das Pflegegeld als Leistungsform und stellt im Rahmen privater oder familienbezogener Pflegearrangements die Versorgung sicher. Pflegedienste kümmern sich nur in jedem fünften Fall um die häusliche Pflege. Rund 25 Prozent erhalten eine stationäre Versorgung.

Auch in der Indestadt spielt die Pflegebedürftigkeit eine große Rolle. 2714 waren bis zum Jahr 2011 in Eschweiler pflegebedürftig. Stolberg, mit einer vergleichbaren Einwohnerzahl, kommt nur auf 2284 Pflegebedürftige. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen in der Städteregion ist der Pflegestufe eins zugeordnet. Jeder neunte Pflegebedürftige in der Städteregion ist schwerstpflegebedürftig.

Doch nicht nur die Pflegestufe des Betroffenen, sondern auch das Alter spielt eine wichtige Rolle. Je älter die pflegebedürftige Person ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie einer professionellen Versorgung bedarf. Während bis zum 80. Lebensjahr die Pflegebedürftigen in den meisten Fällen auf informelle Hilfesysteme für die pflegerische Versorgung zurückgreifen, so steigt der Anteil professionell Versorgter ab 80 Jahren und älter an. Der Anteil der durch ambulante Dienste versorgten Personen bleibt durch die Altersgruppen hindurch stabil.

Auffällig ist jedoch, dass Frauen häufiger in stationären Einrichtungen gepflegt werden als Männer. „Eine höhere Lebenserwartung und das damit häufig einhergehende fehlende informelle Pflegepotenzial (z.B. Lebenspartner) begründen dies“, heißt es im Bericht, mit dem sich auch der Sozial- und Seniorenausschuss in seiner letzten Sitzung auseinandersetzte. Die Zahl der jungen Pflegebedürftigen, zwischen 20 und 60 Jahren, beläuft sich in der Städteregion auf 1921 Personen. Davon sind 356 Bedürftige zwischen 20 und 30 Jahren alt.

Rund zehn Prozent der Pflegebedürftigen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren werden in stationären Einrichtungen versorgt. Ausschlaggebend für die stationäre Versorgung ist in der Regel die Schwer- bzw. Schwerstpflegebedürftigkeit. Zwei von drei jungen Pflegebedürftigen sind der Pflegestufe zwei bzw. drei zugeordnet. Der Anteil der männlichen Pflegebedürftigen liegt bei 56 Prozent.

Auch die Zahl der Demenzerkrankungen nimmt immer weiter zu. Laut der aktuellen Prävalenzraten (EuroCoDe-Daten von Alzheimer Europe) leben rund 10.000 Demenzkranke in der Städteregion, die über 65 Jahre alt sind. Fast zwei Drittel der Erkrankten haben das 80. Lebensjahr erreicht. 70 Prozent der Erkrankten sind Frauen. Die Ursache ist in zwei Dritteln der Fälle die Alzheimer-Krankheit. In der Städteregion rechnet man aufgrund der höheren Lebenserwartung der Menschen, dass die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2030 um mehr als 40 Prozent, also auf fast 14.000 Personen ansteigt.

Die Pflegeinfrastruktur in der Städteregion Aachen umfasst 34.000 informell an Pflege beteiligte Pflegepersonen bzw. pflegenden Angehörige, 67 ambulante Dienste, 18 Tagespflegeeinrichtungen mit 226 Plätzen sowie 4 solitäre Kurzzeitpflegeeinrichtungen mit 40 Plätzen und 68 vollstationäre Einrichtungen mit 5529 Plätzen. In der Indestadt kommen 262 vollstationäre Plätze auf 1000 Einwohner im Alter von 80 Jahren und älter. Mit einer durchschnittlichen Versorgungsdichte von 192 Plätzen liegt der städteregionale Wert über dem landesweiten Referenzwert von 180 Plätzen.

Insgesamt gib es in der Indestadt sechs vollstationäre Einrichtungen mit insgesamt 759 Plätzen, eine Kurzzeitpflege mit zwölf Plätzen sowie zwei Tagespflegeeinrichtungen mit 24 Plätzen. Zudem gibt es sechs Einrichtungen des betreuten Wohnens mit 149 Plätzen. In dieser Kategorie liegt Eschweiler hinter Aachen, das mit acht Einrichtungen die meisten dieser Art besitzt. Außerdem gibt es in der Indestadt fünf Anbieter von Senioren- bzw. Pflegewohngemeinschaften mit 32 Plätzen, so viele wie nirgendwo anders in der Städteregion.

Die Zahl der in der professionellen Pflege tätigen Personen in der Städteregion Aachen belief sich zum Stichtag im Dezember 2011 auf rund 7100 Personen und entspricht der Zahl von rund 4150 Vollzeitäquivalentstellen. Die Zahl der Beschäftigten im Pflegesektor ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen, jährlich um 4,7 Prozent. Berufe wie Pflegewissenschaftler oder Fachhauswirtschaftlerin nehmen jedoch immer weiter ab. Der Beruf des Altenpflegers verzeichnete zwischen 2007 und 2011 einen Zuwachs um 111,5 Prozent.

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