In Röhe versteckt sich manch historisches Kleinod

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Tag des offenen Denkmals: Die
Tag des offenen Denkmals: Die stellvertretende Bürgermeisterin Helen Weidenhaupt gab den Startschuss für die Besichtigung der denkmalgeschützten Hofanlage in Röhe.

Eschweiler. Ein Denkmal ist immer auch ein Stück Vergangenheit, Kulturgut und vor allem sind jede Menge Erinnerungen damit verbunden. Was würde solch ein altes Mauerwerk wohl erzählen, wenn die Wände sprechen könnten - haben sie doch Kriege überlebt und der Witterung getrotzt. Die historische Hofanlage in der Goerdstraße im Stadtteil Röhe hätte sicher eine Menge solcher Geschichten zu erzählen.

Schließlich wurde der Hof bereits im 16. Jahrhundert, genauer im Jahr 1518 zum ersten Mal erwähnt und hat somit stolze 493 Jahre Geschichte hinter sich.

Heute befinden sich in der ehemaligen Milchküche und im Stall Wohnungen. Im Jahr 2009 erwarb Achim Thelen das denkmalgeschützte Gebäude und baute es nach Vorgaben der Denkmalpflege um. Das bedeutete, dass die Fassaden „steinsichtig” belassen werden mussten und die Geschlossenheit von Wand und Dach nach außen hin erhalten werden sollten. Um Ungleichheiten im Mauerwerk auszugleichen, wurde die Fassade weiß geschlämmt und wirkt nun edel und wohnlich.

Beim „Tag des offenen Denkmals” trafen am Sonntag Romantik, Realismus und Revolution aufeinander - im Mittelpunkt der Veranstaltung: Die Hofanlage in Röhe, die nach den umfassenden Umbauarbeiten nun in voller Pracht bestaunt werden konnte. Viele Röher wussten nicht genau, was eigentlich hinter den Mauern passierte und freuten sich nun umso mehr darüber, einmal hinter die Kulissen zu schauen, frei von Baumaterialien und Bauschutt. Doch dabei blieb es nicht, denn nicht nur die Hofanlage hat einiges zu bieten, sondern auch die umliegenden Plätze. Gleich hinter den Wohnungen führte ein kleiner, schmaler Wiesenweg zu einer Gedenkstätte. Eine Gedenkstätte, die selbst den meisten Röhern noch unbekannt war - der evangelische Friedhof.

Die zwei Führungen, die der Arbeitskreis Röhe des Geschichtsvereins organisiert und mit interessanten Zielen im Ort ausgeschmückt hatte, führten durch die sanierten und modern gestalteten Wohnungen, zu den Denkmälern in Röhe bis zum Rinkensplatz, in die Kirche und zu den historischen Gräbern. Immerhin gehört der Friedhof laut Willi und Lutz Krüger, die gemeinsam mit Heinz-Josef Schönenborn und Adi Elsen die Führungen übernommen hatten, zu den ältesten in Eschweiler.

„Die Protestanten der damaligen Zeit wohnten im Norden des Ortes und gründeten ihre eigene Begräbnisstätte”, so Lutz Krüger. Auch dort befindet sich eines der ältesten Gräber, nämlich das von einem Herrn von Recklinghausen, dessen genaue Identität jedoch ungeklärt ist, da die Inschrift auf dem Grabstein verwittert ist.

Kurzum: Der alte Ortskern von Röhe hat einiges mehr zu bieten, als vielleicht vermutet wurde. Zudem sind die Röher brennend interessiert, wenn es um die Geschichte ihres Örtchens geht. „Fantastisch, dass so viel los ist, das übertrifft alle Erwartungen”, freute sich Klaus Fehr, Leiter des Arbeitskreises Röhe des Eschweiler Geschichtsvereins. Die Arbeit der Heimathistoriker wird also belohnt und anerkannt.
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