Eschweiler - In die Natur eingetaucht: Ansgar Skiba zeigt besondere Landschaftsbilder

In die Natur eingetaucht: Ansgar Skiba zeigt besondere Landschaftsbilder

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Das Eintauchen in die Natur ist Ansgar Skibas bewährte Methode, zu sich und seinen inneren Bildern zu finden. „Landschaften und Gärten“ ist seine Ausstellung ab dem 27. Septzember in der Röher Parkklinik betitelt.

Eschweiler. „Landschaften und Gärten“ benennt Maler Ansgar Skiba seine Ausstellung in der Röher Parkklinik, Eschweiler, in der er zwischen dem 27. September und dem 30. Januar 2016 Gemälde und Zeichnungen aus seinem umfangreichen Werk vorstellt.

Schon vor zwei Jahren konnte der Künstler erstmalig in Eschweiler in der Galerie Art Engert in einer Einzelausstellung einen repräsentativen Überblick über sein Schaffen zeigen. Wieder thematisiert er mit seiner Kunst die prachtvolle, farbenprächtige, abwechslungsreiche Natur in ihrer ganzen Vielfalt. Dabei ist die Natur selbst für ihn ein größere Lehrmeister als es die Akademien in Dresden oder Düsseldorf, an denen er studiert hat, je hätten sein können.

Das Wandeln durch die Natur, das Eintauchen in die Natur, mit ihr zu kommunizieren und eins zu werden, betreibt Ansgar Skiba schon seit seiner Kindheit. Auch heute noch ist der Gang in die Natur, oft auch bei Nacht, Skibas bewährte und beliebte Methode, um zu sich und seinen inneren Bildern zu finden. Stets trägt er sein Werkzeug bei sich, Papier, Silberstift und Tusche, um vor Ort zu zeichnen.

Diese Zeichnungen sind nicht als Dokumentationen der gesehenen, vorgefundenen Landschaft zu verstehen, auch nicht als Skizzen, die späteren Ölgemälden als Grundlage dienen. Es sind autonome Zeichnungen, die vielmehr die Strukturen der Landschaft, nachzeichnen. Ansgar Skibas Zeichnungen sind ein eindringliches Zeugnis dieser zeichnerischen Qualität. In seinem virtuosen, meisterhaften Duktus kann man die Entwicklung der Zeichnung über viele Jahrhunderte nachvollziehen. Von Albrecht Dürer, Vincent van Gogh bis hin zu dem Belgier James Ensor könnte man sich die Blätter in den grafischen Kabinetten, wie jenem des vom Künstler so geschätzten und gut vertrauten Kupferstichkabinetts in Dresden, vorlegen lassen. Auch ein Blick auf Alberto Giacometti ist in diesem Vergleich zu empfehlen.

Vielleicht ist es die verwandtschaftliche Nähe zu den Altmeistern, die Ansgar Skiba, neben seinen Zeichnungen mit Tusche, zu einer ganz ungewöhnlichen Technik greifen lässt, der Silberstiftzeichnung. Die Unaufgeregtheit des Silberstifts, die keine Akzentuierung der Linie zulässt, hat es ihm angetan. Ein einmal gesetzter Strich ist nicht korrigierbar, entlarvend für den Künstler, meisterlich, wenn man ihn so beherrscht wie er. In diesen Zeichnungen wird der Landschaftsraum in die zweite Dimension geführt, der Berg wird zur Verwerfung von Linien, der Fluss zu bewegten Mäandern, die Wolken zu einem Gewirr von kurzen Linien und Regenschauer zu parallel geführten Strichen und Punkten, die sich bei näherer Betrachtung in eine Anhäufung abstrakter Verdichtungen auflösen.

Tatsächlich obliegt die Identifikation des Gezeichneten als Landschaft weniger der illusionistischen Darstellung als der kognitiven Betrachtung durch landschaftlich geprägtes Sehen, das im Geiste die mehr oder weniger verdichteten Punkte und Linien zu einem Landschaftsmotiv zusammenfügt.

Wie die Zeichnungen stehen die Gemälde zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, obwohl oder gerade weil Ansgar Skiba hier mit intensiver Farbigkeit und zum Teil überzeichneten Farbkontrasten arbeitet. In der pastosen Handhabung des Farbauftrags zeichnet Skiba die Gestalt der Landschaft haptisch nach: Farbwülste wie Gebirgskämme, Vertiefungen wie Schluchten und Täler, Schrunden wie schroffes Felsgestein und üppige Fülle von praller Vegetation versinnbildlichen die Kraft der Natur, ihr überbordendes Wachstum und die Dynamik ihres Wandels.

Wie die Zeichnungen leben auch die Ölgemälde von der Bewegung der Details. Der energische Duktus des voluminösen Farbauftrags, der die Landschaft aus der Fläche der Zeichnung in die dritte Dimension zurückführt, ohne einen illusionistischen Raum zu erzeugen, ist getragen vom Fluss der Elemente, die das Sein der Natur und Landschaft bestimmen. Dieses romantische Lebensgefühl ist uns in unserer Alltäglichkeit so fern und in unseren Träumen doch so nah. Unsere Träume vom Erkennen existenzieller Wahrheiten im Angesicht der Natur. Unsere Träume von einer längst verlorenen Einheit mit dieser Natur, das Erleben von Stimmungen, von Erregung, ja auch das Erdulden des Nichts. Nach all dem Schein, der uns umgibt und in dem wir zunehmend leben, ist dieses Erlebnis authentisch.

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Galerie Art Engert kuratiert wurde, wird in der Röher Parkklinik, Eschweiler, Röher Straße 53, am Sonntag, den 27. September, 17 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Der Künstler Ansgar Skiba ist anwesend.

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