In der „Mausefalle“ geraten alle unter Verdacht

Von: jlm
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Sergeant Trotter (Simeon Hilgers, 2.v.r.) befragt die Verdächtigen auf Monkswell Manor. Foto: Julia Meuser-Romano

Eschweiler. „Vielleicht ist jeder ein Fremder. Vielleicht kann man keinem mehr trauen.“ Die Spannung war greifbar, als der Literaturkurs 1 der Bischöflichen Liebfrauenschule (BLS) unter der Leitung von Susanne Lipps am Mittwoch- und Donnerstagabend Agatha Christies Theaterstück „Die Mausefalle“ auf die Aulabühne brachte. Ein schwieriges Stück, das seit rund 60 Jahren regelmäßig im Londoner West End aufgeführt wird und nun auch die Zuschauer in der BLS an ihre Stühle fesselte.

Zum Inhalt: Mollie Ralston hat nach dem Tod ihrer Tante ihr Haus geerbt und eröffnet nun unter dem schönen Namen Monkswell Manor gemeinsam mit ihrem Ehemann Giles eine Pension. Während sie sich noch auf ihre ersten Gäste vorbereiten, hören sie im Radio vom Mord an Maureen Lyon, der an diesem Morgen in London geschehen sein soll.

Über den Täter weiß man nichts Genaues, außer dass er einen Mantel und einen Hut trug und sich mittels eines dicken Schals das Gesicht verdeckt hatte. Bei diesem Wetter trifft die Beschreibung jedoch auf nahezu jeden zu, denn der Winter bricht über England herein.

Die unerträgliche Mrs. Boyle

Doch für Mollie und ihren Mann tritt diese abscheuliche Tat erst einmal in den Hintergrund, denn die ersten Gäste treffen ein. Christopher Wren, Architekturstudent, macht es sich als erster gemütlich, kurz nach ihm erscheint die unerträgliche Mrs. Boyle, die mit ihrer Strenge und Unzufriedenheit ihre Gastgeber zur Verzweiflung treibt, sowie der pensionierte Offizier Major Metcalf. Als Letztes trudelt schließlich noch Miss Casewell ein.

Auch ein unerwarteter Gast bahnt sich seinen Weg durch die Schneemassen: Mr. Paravicini überschlug sich mit seinem Auto in einer Schneewehe, in Monkswell Manor wird er selbstverständlich aufgenommen. Alle Gäste befinden sich nun in der Pension und beobachten mit Unruhe das Wetter, das sich zusehends verschlechtert. Die Straßen sind aufgrund des Schnees nicht mehr befahrbar. „Sie sollten nicht so vertrauenswürdig sein“, warnt Mr. Paravicini das junge Paar, das nichts über seine Gäste, mit denen sie unter einem Dach wohnen, zu wissen scheint.

Kurz darauf geht ein Anruf von Superintendent Hogben ein, der ankündigt, dass Sergeant Trotter in Kürze in der Pension ankommen werde, ohne zu erklären warum. Unruhe breitet sich aus. Als Trotter dann schließlich zu ihnen stößt, müssen sie feststellen, die Telefonleitung ist tot und das Haus somit völlig von der Außenwelt abgeschnitten.

Trotter berichtet zunächst, dass die Adresse der Pension im Notizbuch des Mörders von Maureen Lyon gefunden worden ist mit dem Hinweis „Drei blinde Mäuse“. An der Leiche befand sich auch ein Zettel mit der Aufschrift „Das war die erste“. Daher wird vermutet, dass der Mörder sich bereits im Haus aufhält.

Außerdem deckt er die wahre Identität Maureen Lyons auf, die unter dem Namen Maureen Stanning bekannt ist. Erst vor kurzer Zeit ist sie aus der Haft entlassen worden, weil sie auf der nahen Longridge Farm drei ihr anvertraute Kinder, die Geschwister Corrigan, misshandelt und ein Kind sogar fahrlässig hatte sterben lassen. „Einer von Ihnen ist in tödlicher Gefahr“, warnt der Sergeant, doch niemand möchte Auskunft geben.

„Der Witz eines Irren“

Keiner der Versammelten gesteht, in Verbindung zu dem Fall zu stehen. „Sie haben sich selbst zuzuschreiben, wenn jemand ermordet wird“, lässt der Beamte schließlich ab und beginnt, das Haus zu durchsuchen. „Der Witz eines Irren“, hält Christopher Wren amüsiert fest, „wenn Sie ihre Gesichter sehen könnten“. Doch auch ihm vergeht das Lachen schnell. Nachdem Mrs. Boyle gesteht, als Mitarbeiterin des Kriegsdienstes die drei Kinder damals der Familie Stanning zuwiesen zu haben, wird sie kurz darauf erwürgt in der Bibliothek gefunden.

Jeder ist verdächtig

Die Zuschauer wurden nun in die Pause entlassen, die zum Glück schnell vorbei war, denn jeder wollte wissen, wer denn nun der Täter war. Vielleicht Miss Casewell? Oder doch Mr. Paravicini? Oder wäre das nicht zu offensichtlich? Schnell wurden sie von ihren Grübeleien erlöst, die Suche nach dem Täter ging auf der Bühne weiter.

Die beiden überlebenden Corrigan-Kinder werden verdächtigt, jedoch müssten diese mittlerweile erwachsen sein und niemand weiß, wie sie heute aussehen und wo sie sind. Auch ihr Vater könne nun Rache nehmen wollen, doch auch über ihn ist nichts bekannt. So gerät der 22-jährige Christopher Wren unter Verdacht, aber auch Major Metcalf. Wie alt Mr. Paravicini ist, mag niemand zu schätzen, da er sich schminkt, auch er wird so verdächtig, ebenso Miss Casewell, über die der Sergeant nichts Genaues zu erfahren vermag.

Alle geraten unter Verdacht, selbst die Ralstons, die beide im Unwissen des jeweils anderen an diesem Tag heimlich in London waren. Trotter beschließt schließlich, das Verhalten aller Zeugen zum Zeitpunkt des Mordes mit vertauschten Rollen nachspielen zu lassen, um einer falschen Aussage auf die Spur zu kommen. Und plötzlich befindet sich einer von ihnen allein mit dem Mörder in einem Raum. Ein spannendes und aufgrund seiner Textfülle auch schwieriges Stück, das die Schüler jedoch mit Bravour meisterten.

Es spielten: Paula Haake und Marissa Reinartz (Mollie Ralston), Sofija Filipova und Jonas Wäschenbach (Giles Ralston), Pia Külzer und Julia Bach (Mrs. Boyle), Melina Thelen und Bianca Braun (Christopher Wren), Niklas van Dongen und Anna Tümmler (Major Metcalf), Britta Bachmann und Sophia Broll (Miss Casewell), Philipp Thomas und Tom Schröter (Mr. Paravicini) sowie Simeon Hilgers und Lea Ziemons (Sergeant Trotter).

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