In den Sommerferien fehlen die Blutspender in der Stadt

Von: Valerie Barsig
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Noch mussten sie im St.-Antonius-Hospital keine Operationen absagen. Dennoch: die Lage sei zwar längst nicht bedrohlich, aber eben auch nicht unbedenklich, sagt der Vorsitzende des Ortsvereins Eschweiler des Deutschen Roten Kreuzes, Ulrich Dreiner.

Denn die Blutkonserven werden gerade in den Sommerferien knapp. Würden zufällig zur gleichen Zeit zum Beispiel Krebspatienten mit einem hohen Bedarf an Blutkonserven in das Krankenhaus eingeliefert werden, sähe die Situation von einer Woche auf die andere anders aus, sagt Dreiner.

„Die Leute denken genauso wie um Weihnachten herum an alles, nur nicht ans Blutspenden”, sagt auch Elmar Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des St.-Antonius-Hospitals. Gerade sei man aber gut vom Roten Kreuz versorgt, sagt er. Im Sommer seien Blutkonserven allerdings stets knapper. Das liege auch daran, dass die Bereitschaft zum Spenden abnehme, sagt Wagenbach.

Früher sei Blutspenden ein festes Ritual gewesen. Bis zu dreimal pro Jahr kämen gerade ältere Menschen zum Spenden, bestätigt auch Dreiner. Jüngere kämen im Schnitt nur einmal pro Jahr. „Der demografische Wandel wird also auch für uns zum Problem.” Gerade Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsstarkes Bundesland habe ein gravierendes Problem, was die Spendebereitschaft angehe.

In der Ferien- und Reisezeit käme dann noch hinzu, dass viele Leute zum Beispiel in Länder vereisen, in denen sie Gefahr laufen, an Malaria zu erkranken. Blut zu spenden falle nach ihrer Rückkehr dann zusätzlich noch zwei bis drei Monate aus – je nach Krankheit.

Wie man gegen die sinkenden Spenderzahlen effektiv ankämpft, wissen weder Wagenbach noch Dreier. Das Rote Kreuz versucht es über flexiblere Spendenzeiten und den ständigen Appell an Verwandte und Freunde; über sie sollen neue Spender ins Boot geholt werden. Für Dreier keine Lösung des Problems, ist eine von einigen Organisationen gezahlte Aufwandsentschädigung für das Blutspenden. Organ- und damit auch Blutspenden sollten nicht gegen Bezahlung abgegeben werden, mahnt er.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert