In den Schulen tummeln sich die Handwerker

Von: Patrick Nowicki
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Dies soll mal ein Physikraum werden: Schulhausmeister Jürgen Grün an der Baustelle in der Gesamtschule.
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Großeinsatz in den Sommerferien: Simone Ross zählt zu den Raumpflegerinnen der Stadt Eschweiler, die die Grundreinigung der Waldschule übernimmt. Foto: Patrick Nowicki
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In den Grundschulen Bergrath und Bohl packt Schulhausmeister Conny Mohren in den Ferien kräftig mit an.

Eschweiler. Während Schüler aktuell die Ferien genießen, herrscht in den Eschweiler Schulen Hochbetrieb: Grundreinigung ist angesagt. Im Klartext heißt das, dass die unterrichtsfreie Zeit genutzt wird, um sämtliche Räume blitzeblank zu putzen. Damit nicht genug: Um den Unterricht nicht unnötig zu stören, werden auch viele Reparaturarbeiten in die Ferien gelegt.

Für die Schulhausmeister beginnt mit dem Ferienstart eine sehr intensive Zeit.

In der Gesamtschule Waldschule tummeln sich derzeit besonders viele Menschen. Neben der Reinigung steht auch die Erneuerung der naturwissenschaftlichen Räume an, die zum Teil noch mit Material aus den 70er Jahren bestückt sind. Insgesamt 1,245 Millionen Euro investiert die Stadt Eschweiler in die naturwissenschaftlichen Räume, 800.000 Euro davon in die räumlichen Ausstattung. Schulhausmeister Jürgen Grün muss in dieser Zeit zum Teil schauen, wie die unterschiedlichen Arbeiten koordiniert werden, schließlich lohnt sich eine Grundreinigung in den Räumen nicht, wo noch Arbeiter zu Werke gehen.

In der Waldschule sind 13 Raumpflegerinnen in den ersten drei Ferienwochen im Einsatz, um die Räume zu reinigen und die Böden neu zu versiegeln. Für den 53 Jahre alten Jürgen Grün gehört diese Arbeit schon zur Routine. Er ist froh darüber, dass die Zusammenarbeit mit den Raumpflegerinnen eingespielt ist: „Eine Fremdfirma könnte unmöglich eine solche Qualität erreichen“, lobt er die Tatsache, dass man in der Stadt Eschweiler eigene Mitarbeiterinnen beschäftigt. Kleinere Reparaturen übernimmt der gelernte Elektriker zum Teil selbst. Die Lehrer geben in einer Reparaturliste Hinweise, wo Ausbesserungen erforderlich sind. „Wenn die Verkehrssicherungspflicht es erfordert, muss ich natürlich sofort handeln“, schildert er. In diesem Fall informiert er das Schulamt im Rathaus über den Missstand.

Für die Arbeiten müssen Stühle, Bänke und Schränke auf Seite geräumt werden. Der Schulhausmeister Conny Mohren, der die Grundschulen in Bergrath und Bohl betreut, packt in der Ferienzeit kräftig mit an. Den 52-Jährigen kennt in Eschweilers Süden fast jedes Kind. Im Jahr 1990 hat er den Job von seinem Vater übernommen. Die Schüler kennen ihn nur als „Conny“. Zu ihnen hat er ein besonderes Verhältnis, obwohl die Zeiten, als er nachmittags mit den Kleinen Basketball und Fußball spielte, nach eigener Aussage vorbei sind. Da er für zwei Grundschulen zuständig ist, wohnt er mit seiner Familie nicht in einer Hausmeisterwohnung. In Bergrath befinden sich dort inzwischen Räume für die Offene Ganztagsbetreuung.

Schulhausmeister zu sein, ist kein Beruf wie jeder andere. Dies bestätigt auch Jürgen Grün, der in vielen Dingen von den Kindern und Jugendlichen in der Gesamtschule zu Rate gezogen wird. Mal ist er als Kummerkasten gefragt, mal muss er bei kleineren Blessuren helfen. Meistens knüpft er den Kontakt zu den richtigen Ansprechpartnern vor Ort. „Die Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Schulsozialarbeitern und Schülern klappt hier hervorragend“, sagt er. Wenn ein Schüler Grenzen überschreitet, kann er auch streng werden. Die Sauberkeit in den Klassenräumen kontrolliert er penibel. Liegt ein Raum voller Müll und Unrat, kommt es schon einmal vor, dass am nächsten Schultag ein Zettel an der Tafel klebt, mit dem Hinweis, dass die Raumpflegerinnen keine Müllwerker seien.

Während sein Kollege Conny Mohren in Bohl und Bergrath auch den Grünschnitt mit übernimmt, muss Grün an dieser Stelle passen: „Das Schulgelände ist 20.000 Quadratmeter groß, das ist nicht zu leisten“, sagt er. Die Wirtschaftsbetriebe Eschweiler übernehmen die Arbeiten in den zahlreichen Grünflächen. Für den Winterdienst hingegen ist der Schulhausmeister verantwortlich. Etwa einen Kilometer lang sind die Wege an der Waldschule, die vor Schulbeginn von Schnee und Eis befreit werden müssen. „Dies führt dazu, dass ich in dieser Zeit auch einmal um Vier in der Früh aufstehen muss“, schildert Grün. So etwas nimmt er in Kauf. Es sei schließlich schön, die Entwicklung einer Schule zu sehen.

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