Eschweiler - Improvisationstheater „Die Springmäuse“ lässt Zuschauerwünsche wahr werden

Improvisationstheater „Die Springmäuse“ lässt Zuschauerwünsche wahr werden

Von: vr
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Norbert Frieling, Gilly Alfeo, Vera Passy und Alexis Kara (von links) sorgten mit ihrer rasanten Improvisationstheater-Show an zwei Abenden im Talbahnhof für jede Menge Lachtränen. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Für so manchen ist sie die höchste aller Schauspielkünste: die Improvisation. Entsprechend viele Schweißperlen waren auf den Stirnen zu sehen, vor Anstrengung bei den vier Darstellern auf der Bühne, vor Vergnügen beim herzhaft lachenden Publikum im Saal des Talbahnhofs.

„Die Springmäuse“, Deutschlands wohl bekanntestes Improvisations-Theaterensemble, hatten am Montag und Dienstag bei ihrem Besuch in Eschweiler alles mitgebracht, was einen vergnüglich-romantischen Abend ausmacht: Speed-Dating-Erlebnisse, einen Zahnarzt mit Mundgeruch, heißblütige Italiener und eine Herz zerreißende Liebesgeschichte zwischen einer Schalke-Anhängerin und einem Dachdecker.

Wenn Zahnarzt „Jürgen“ auf „Chantalle“ aus Italien trifft und dann ihre Eltern zu beeindrucken versucht, sind das Geschichten aus dem wahren Leben, die eben nur auf Zuruf des Publikums den Weg auf die Theaterbühne finden können. Dem bewährten Rezept folgend, starteten die „Springmäuse“ ihre Abende im Talbahnhof mit Gags und vor Situationskomik triefender Improvisationskunst.

Dass „Jürgen“ (Alexis Kara) etwas streng aus dem Halse riecht, stört die heißblütige „Chantalle“ weitaus weniger als ihre Eltern, aber der Umzug in die 130-Quadratmeter-Wohnung in Lichtenbusch mit Kinder-Knebelvertrag macht ihr da mehr zu schaffen.

Gemeinsam mit ihren „Eltern“ Norbert Frieling und Gilly „Maaaaama“ Alfeo spielte Vera Passy die verliebte Italienerin mit einer Inbrunst, die eher auf ein wochenlanges Drehbuch-Studium schließen lassen würde als auf eine einminütige Vorbereitungszeit, in der das Publikum sowohl Name als auch Nationalität festgelegt hatte. Zum Brüllen komisch war auch die Talkrunde zum Thema „Kann eine Lasagne eine Beziehung retten?“ mit Gebärdendolmetscher Alexis Kara, der simultan und mit vollem Körpereinsatz übersetzte.

Ihr Meisterstück präsentierten die „Springmäuse“, die bereits seit über 30 Jahren Improvisations-Theater machen und die Heimat bekannter Comedians wie Dirk Bach, Bernhard Hoecker oder Ralf Schmitz sind, nach der Pause mit einer epischen, romantischen Tragikomödie. Aus den Hobbys und Eigenarten zweier Zuschauer entstand die hinreißend-komische Liebesgeschichte zwischen der glühenden Schalke-Anhängerin Nicole und dem „Ju Jutsu“ kämpfenden Dachdecker Andreas.

Während Vera Passy und Norbert Frieling ihre Liebe zwischen Kampfkunst-Kurs und Dachgiebel entdeckten, erhöhten Gilly Alfeo und Alexis Kara die Spontaneitäts-Frequenz mit ihren Figuren und gaben der Geschichte immer neue Wendungen. Von den „beiden Meistern“ (Ju Jutsu- und Dachdeckermeister), dem wiederkehrenden Zahnarzt „Jürgen“, Streetgang-Kumpels und der besten Freundin Angela, Zug- und Flughafenpersonal, Patienten und Kollegen, bis hin zum fürsorglichen Papa und Kater „Luke“ reichte die Palette der Figuren, die im Minutentakt die Bühne betraten, um die Geschichte lebendig zu machen.

Dabei leisteten sich die Darsteller nicht eine Sekunde des Zögerns oder Überlegens, sondern spielten teilweise alle vier gleichzeitig eine Geschichte, die sie selber nicht kannten, die aber ein filmreifes Happy-End am Düsseldorfer Flughafen bereit halten sollte.

Dem restlos begeisterten Publikum stand das breite Grinsen noch in den Gesichtern, als es den Talbahnhof verließ, und so mancher dürfte noch auf dem Heimweg über die ein oder andere Szene herzhaft gelacht haben. Auch die „Springmäuse“ hatten ihren Spaß an den beiden Abenden in Eschweiler und bedankten sich für das angenehme „Trainingslager“, bevor es nun zu den vier Heimspielen ins Bonner „Haus der Springmaus“ geht.

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