Immobilien in Stolberg: Luxus-Haus hat kaum Chancen

Von: Lukas Franzen
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Auf großes Interesse bei der Donnerberger Siedlergemeinschaft stieß der Vortrag von Georg Braun zur Lage auf dem hiesigen Immobilienmarkt. Im Hintergrund die Silhouette der Stolberger Burg.

Stolberg-Donnerberg. Wie entwickelt sich der Immobilienmarkt in Deutschland und vor allem in Stolberg? Angesichts der anhaltenden Finanzkrise und geplatzter „Immobilienblasen” in den USA und Spanien eine berechtigte Frage, der sich auch die Siedlergemeinschaft des Donnerbergs annahm und ihre rund 550 Mitglieder zu einer Informationsveranstaltung in das Pfarrheim des Stolberger Ortsteils einlud.

Im gut besuchten Pfarrsaal referierte Georg H. Braun, geschäftsführender Gesellschafter der Immobilienfirma Engel & Völkers Aachen, zum Thema „Situation und Entwicklung des Immobilienmarktes” und überbrachte den Donnerberger „Siedlern” zunächst eine positive Botschaft: „Jedes Haus ist verkäuflich.”

Das „Aber” folgte prompt, denn entscheidend beim Verkauf des Eigenheims sei ja immer noch, was man letztendlich dafür bekommt. Doch auch hier fiel die Prognose des Experten recht positiv aus: Die Immobilienpreise in Stolberg allgemein wie auf dem Donnerberg speziell bleiben in den kommenden Jahren relativ stabil, trotz eines leichten Preisrückgangs von fünf bis zehn Prozent, vor allem bei schwachen Lagen und „schwierigen” Objekten.

Fallende Preise in der Eifel

Ganz anders sähe es da im Osten der Republik aus, sagt Braun. Verantwortlich dafür sei die dramatische Bevölkerungsentwicklung in weiten Teilen der neuen Bundesländer. Doch muss man gar nicht bis in den Osten Deutschlands blicken, um Gebiete auszumachen, in denen die Immobilienpreise aufgrund des deutlichen Bevölkerungsrückgangs deutlich einbrechen werden. In der Städteregion seien davon vor allem die Gemeinden Simmerath und Monschau betroffen.

Glücklich schätzen dürfen sich vor allem Eigenheimbesitzer, deren Immobilien flach und altersgerecht eingerichtet sind. Denn in Deutschland wie in ganz Europa - eine Ausnahme stellt Frankreich dar - schrumpft die Bevölkerung. Während der Anteil aller Altersgruppen - so auch in der Städteregion - bis 2030 rückläufig sein wird, gewinnen die 65- bis 79-Jährigen um rund 34 Prozent hinzu.

Gefragt seien außerdem Objekte, welche mit vier bis sechs Zimmern ausgestattet sind und einer Fläche von 100 bis 160 Quadratmetern. Damit einher gehen auch die Verkaufspreise in Aachen und der Städteregion.

So haben Immobilien im Wert von 100000 und 250000 Euro die besten Chancen, einen neuen Besitzer zu finden, während die Nachfrage bei „luxuriöseren” Objekten ab 400000 Euro schon fast gegen Null tendiert.

Der Grund: „Sowohl finanziell als auch zeitlich können sich junge Familien eine große Immobilie gar nicht mehr leisten”, so Braun, sei ein großes Grundstück vor dem Hintergrund, dass beide Ehepartner in der Regel heute arbeitstätig seien, oftmals eine zu große Belastung.

Das Fazit des Immobilienhändlers: Hauskäufer werden preis- und lagesensibler. „Ein Käufer schaut sich vorher 20 Objekte an, bevor er eins kauft”, spricht Braun aus Erfahrung. Auch die Eigenkapitalanforderungen bei den Käufern werden ansteigen, was zu Problemen führen wird.

Aber „die Entwicklung ist nicht in Stein gemeiselt”, verbreitete Braun Optimismus. Und noch einen anderen Aspekt gab der gebürtige Kupferstädter seinen Zuhörern zu bedenken: „Jedes Extrem - rechts wie links - ist tödlich für unsere Stadt und für Ihre Immobilien.”
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