Eschweiler - Immer wieder wird der Blausteinsee ein Stück attraktiver

Immer wieder wird der Blausteinsee ein Stück attraktiver

Von: Rudolf Müller
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Das „Seehaus 53“ unmittelbar am Ufer des Sees hat eine Menge zur steigenden Attraktivität des Naherholungsgebiets Blausteinsee beigetragen. Hier werden immer öfter Tagungen, Firmen- und Familienfeste gefeiert. Foto: Rudolf Müller
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Hermann Gödde, Stadtsprecher René Costantini, Dr. Bernd Hartlich, Heinz Rehahn und Stefanie Jakobs(von links) am neugestalteten Taucheinstieg. Statt durch Modder geht‘s nun sauber über Pflastersteine ins Wasser. Foto: Rudolf Müller
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Ebenso nobel wie lecker: „Bernstein-Marille“ – das neue Blaustein-Seewasser, hier präsentiert von Stefanie Jakobs. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. 94 Hektar Wasserfläche, bis zu 41,5 Meter tief, 110 Meter Badestrand, Kiosk, Restaurant, Sanitäreinrichtungen, Aussichtssteg, Seebühne, Rad-, Wander- und Reitwege, Segel-, Surf-, Kanu-, Tauchmöglichkeiten und und und... Der Blausteinsee hat eine Menge zu bieten.

Und doch stellt Hermann Gödde, Geschäftsführer der Blausteinsee-GmbH, immer wieder fest, dass das idyllische Naherholungs-Kleinod selbst in der Region nicht so bekannt ist, wie es ihm gebührt. „Immer wieder kommen Leute, die hier an einer Tagung teilnehmen, und sind bass erstaunt, was hier alles geboten wird.“

Jetzt will die GmbH verstärkt Aufklärungsarbeit leisten: „Wir werden zum Beispiel unsere Internetseite aufmöbeln, dort auch auf Veranstaltungen hinweisen und die aktuellen Wassertemperaturen veröffentlichen.“ Ein Faltblatt für Wanderer mit Rundwanderwegen und Kurzinfos ist bereits gedruckt. Weiteres Infomaterial soll jetzt „professionalisiert“ werden. So wird in Zusammenarbeit mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaften die Schau über die Entstehung des Sees und dessen Fauna, Flora und Landschaft sich im Infozentrum am See ab Sommer neu gestaltet präsentieren. In Arbeit ist auch eine App, die Radrouten aufzeigt und dabei spielerisch Informationen vermittelt. Eingebunden ins Netz von Städteregion und Indeland, sollen an den Standorten früherer Ortschaften, wo heute lediglich Gedenksteine stehen, Tafeln mit ausführlichen Informationen platziert werden.

Es sind viele Kleinigkeiten, die den See immer attraktiver machen: So wurde jetzt der Taucheinstieg in den See befestigt, damit die Unterwassersportler nicht gleich in einer Wolke aufgewirbelter Sedimente stehen. Die gesamten Anlagen am See sind inzwischen barrierefrei hergestellt, die Beleuchtung wurde ergänzt und der Strand mit Hilfe von RWE Power mittels einiger Lkw Sand „aufgepeppt“.

Jetzt ist der See fit für die neue Saison. Und die lässt sich gut an. Nach einer deutlichen Delle wegen angeblich schlechter Wasserqualität ist die Zahl der Taucher wieder spürbar gestiegen. „Schon jetzt lässt sich feststellen, dass die Zahl der Taucher-Jahreskarten 2016 um 50 höher liegen wird als im Vorjahr“, sagt See-GmbH-Prokurist Dr. Bernd Hartlich. „Die der Tageskarten wird etwa 100 mehr betragen als im vergangenen Jahr.“

Hartlich ist überzeugt: Die negative „Ausrutscher“ in Sachen Wasserqualität vor wenigen Jahren lag einzig und allein an einem Messfehler. „Die Wasserqualität war schon 2015 ausgezeichnet. Und wie die erste Probe zeigt, ist sie das auch in diesem Jahr.“

Damit das auch so bleibt, bleibt das Verbot, Vögel zu füttern, ebenso bestehen wie das Hundeverbot am See. Sichttrübungen können im Wasser allerdings immer wieder mal auftreten: „Der See ist sehr tief und hat verschiedene Temperaturschichten. Die sorgen für einen regelmäßigen Austausch: Was am Boden war, kommt jetzt hoch – und umgekehrt.“ Negative Rückmeldungen von Tauchern habe es deswegen bisher nicht gegeben. Für Ärger sorgt allerdings nach wie vor das Verhalten vieler Seebesucher in Sachen Sauberkeit: „Der Müll ist noch immer ein Riesenproblem“, berichtet Heinz Rehahn, ebenfalls Prokurist der See-GmbH.

Allein am vergangenen Samstag hat die Aufräumtruppe dort 15 Säcke Unrat eingesammelt, am Sonntag waren es weitere sieben. Und am Mittwoch noch einmal elf. Auch wenn Ordnungskräfte tagsüber nach dem Rechten sehen – nachts gibt es keine Aufsicht. „Und gerade nachts ist hier der Bär los“, weiß Rehahn. „Das wäre ja halb so schlimm, wenn die wenigstens alle ihren Müll wieder mitnehmen würden.“ Und aufs streng untersagte Grillen verzichten würden: Am vergangenen Wochenende musste die Feuerwehr 200 Quadratmeter Wald löschen, weil die glimmenden Reste eines Einmal-Grills das Unterholz in Brand gesetzt hatten. „Bei längeren Trockenperioden ist das äußerst gefährlich“, betont Rehahn. Das strikte Verbot gilt übrigens nicht nur für Grills, sondern auch für Shishas: Die Wasserpfeifen mit dem glühenden Innenleben sind nur auf dem befestigten See-Uferplatz geduldet.

Mag der See auch in der Region noch nicht den erwarteten Bekanntheitsgrad haben – in Süddeutschland ist ein Begriff. Denn eine Brennerei in Süddeutschland ist es, die das „Blaustein-Seewasser“ herstellt und in Flaschen abfüllt. 2008, zum 150-jährigen Bestehen Eschweilers als Stadt, wurde das hochprozentige „Seewasser“ erstmals auf den Markt gebracht und über Helga Jakobs Feinkostladen „Culinaria“ in der Neustraße vertrieben.

„Das Seewasser ist nach wie vor gut nachgefragt“, berichtet Tochter Stefanie Jakobs. „Sowohl zum Verschenken als auch zum Selbsttrinken.“ Den bewährten Schnaps wird es auch weiter geben. Doch jetzt stellt die See-GmbH ihm eine „frauenfreundlichere“ , mildere Variante an die Seite: „Bernstein-Marille“, 35 Prozent stark, hochwertig verpackt in einer nobel anmutenden Halbliterflasche samt repräsentativer Umverpackung. „Frischer, fruchtiger Duft von reifen Aprikosen, dazu Nuancen von Marzipan und Holunderblüten“, heißt auf der silbernen Banderole, die ein Foto der Seebühne ziert. „Spirituosen mit einer gewissen Süße entsprechen dem Trend“, weiß Stefanie Jakobs. „Die werden nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern gern getrunken.“

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