Immer wieder Autoschlitzer: Familie greift zur Videokamera

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Dass es solche bösen Menschen gibt, können die Kinder der Familie Henke kaum glauben. Sabine Henke mit ihren Töchtern Eva (links) und Julia zeigt, wo Unbekannte das Verdeck ihres MG-Cabrios aufgeschlitzt haben. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Einer Familie an der Grachtstraße werden seit Monaten Autos beschädigt und die Reifen der Fahrzeuge zerstochen. Die Polizei zeigt sich ratlos. Jetzt wird der Parkplatz in einer privaten Initiative per Video überwacht.

Zwei Pkw hat die Familie Henke, die im Bereich Grachtstraße wohnt - einen Minivan und ein altes MG-Cabrio, ein Liebhaberstück. In der Nacht zum Donnerstag schlitzten Unbekannte das Verdeck des Sportwagens auf und zerstachen an jedem der beiden Fahrzeuge zwei Reifen. Die Folgen sind Frust, versäumte Arbeitszeit, Reparaturkosten - und die Frage: Wer tut so etwas? Und warum?

Tückisch

Es war nicht das erste Mal. Vor mehreren Monaten gab es eine Vandalismus-Serie. An dem Minivan und dem Vorgänger-Fahrzeug vom gleichen Typ wurden im Dezember und Januar dreimal Reifen zerstochen, auf die gleiche Art wie in der Nacht zum Donnerstag. Nämlich nicht mit einem Messer, sondern mit einem „sehr feinen spitzen Werkzeug”, sagt Michel Henke. Vielleicht mit einer Ahle oder einem Dartpfeil.

Das Tückische: die Löcher sind nicht zu sehen. Die Luft weicht nur langsam aus den Reifen. Da kann es passieren, dass man dann auf der Autobahn mit platten Reifen liegen bleibt oder sogar verunglückt. Außerdem wurde das Auto so sehr verkratzt, dass die ganze Seite neu lackiert werden musste. Den Gesamtschaden schätzt die Familie auf bislang 7000 bis 8000 Euro.

Zufällig?

Der oder die Täter sind bisher unbekannt. „Gibt es irgendjemanden in der Nachbarschaft, der Sie nicht leiden kann?”, haben auch Polizeibeamte die Familie gefragt, aber die Antwort ist Kopfschütteln. Ringsum wohnen nur nette Leute, man kennt die meisten Nachbarn, versteht sich gut mit ihnen.

Michel Henke geht eher davon aus, dass es bisher immer nur zufällig seine Autos getroffen hat. Sie stehen auf einem öffentlichen Parkstreifen nahe einer Kreuzung - gut möglich, dass der am Weg von jemandem liegt, der aus irgendeinem Grund zu Vandalismus neigt.

Die Polizei hat bisher den oder die Täter nicht gefunden. Alle Strafanzeigen wurden nach ein paar Wochen zu den Akten gelegt. Aber untätig warten, bis ihre Autos wieder zerstochen, zerkratzt oder zerschnitten werden, Sabine und Michel Henke nicht mehr. Sie haben jetzt eine Videokamera installiert, die auf den Stellplatz gerichtet ist.

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