Eschweiler - Immer mehr setzen auf 45-Stunden Kita-Betreuung

Immer mehr setzen auf 45-Stunden Kita-Betreuung

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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25, 35 oder 45 Stunden in der Woche in der Kita? Die Eltern in Eschweiler entscheiden sich oft für die mittlere Variante. Foto: Stock/Blickwinkel

Eschweiler. Das Gesetz legt fest, dass jedes Kind mit dem dritten Lebensjahr ein Recht auf einen Kindergartenplatz besitzt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass die nächstgelegene Einrichtung Kapazitäten frei halten muss. Um dem Rechtsanspruch zu genügen, reicht ein Platzangebot im jeweiligen Jugendamtsbezirk. In diesem Fall also innerhalb von Eschweiler.

Auch muss der Wunsch nach einer bestimmten Betreuungszeit nicht zwangsläufig erfüllt werden. Und in Eschweiler? „In den meisten Fällen können wir den Elternwunsch erfüllen“, sagt Olaf Tümmeler vom Jugendamt.

Ohnehin ist man im Jugendamt davon überzeugt, mit den zahlreichen Erweiterungen und Neubauten in den vergangenen Jahren, den Bedarf an Betreuungsplätzen auch in den kommenden Jahren decken zu können. Zudem sind weitere Kindertagesstätten in der Planung: in Dürwiß im Gebäude der ehemaligen Hauptschule und auf dem Ringofengelände.

Gesellschaftliche Entwicklung

Für das laufende Kindergartenjahr haben sich die meisten Erziehungsberechtigten noch für eine wöchentlich 35 Stunden umfassende Betreuung entschieden. Für Tümmeler ist dies ein deutliches Zeichen für die gesellschaftliche Entwicklung: „Viele Frauen kehren nach der Babypause erst in Teilzeit wieder in den Job zurück“, sagt er.

Die Zeiten, dass die Frauen zuhause blieben und die Kinder mittags vom Kindergarten abholen würden, seien in seinen Augen vorbei. Deswegen bevorzugen viele Eltern auch Blockzeiten. Das bedeutet, der Sprössling bleibt auch zum Mittagessen noch in der Kindertagesstätte und wird danach erst abgeholt. Auch darin spiegelt sich der Wunsch vieler wider, in Teilzeit berufstätig zu sein.

In den vergangenen Jahren registriert man im Eschweiler Jugendamt jedoch einen deutlichen Trend: Immer mehr Eltern entscheiden sich für die maximale Betreuungszeit von 45 Stunden in der Woche. Dies macht sich allerdings deutlich im Kita-Beitrag bemerkbar.

Er ist in der Regel im Vergleich zur 35-Stunden-Buchung um 40 Prozent teurer. Dies nehmen viele Familien jedoch in Kauf: „Bucht man die maximale Betreuungszeit, ist man natürlich deutlich flexibler; das kommt vielen Berufstätigen entgegen“, meint Olaf Tümmeler. Deswegen werden die Kita-Plätze mit 45-Stunden-Wochenbetreuung jährlich um etwa vier Prozent ausgebaut – dies ist so mit dem Land vereinbart.

In Eschweiler ist das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung frei. Zuvor bewegt sich der Beitrag für wöchentlich 25 Stunden Betreuung zwischen 25 und 189 Euro im Monat. Entscheidend ist das Jahresgesamteinkommen der Erziehungsberechtigten. Haushalte mit einem Einkommen bis 18.000 Euro im Jahr müssen keinen Beitrag bezahlen.

Erziehungsberechtigte, die sich für eine Betreuung in Höhe von 35 Stunden in der Woche entscheiden, müssen 28 bis 210 Euro im Monat an die Stadt überweisen. Die Maximalbetreuungszeit schlägt mit 48 bis 343 Euro monatlich zu Buche. In die höchste Beitragsstufe rutscht man, wenn man über ein Gesamteinkommen von über 73.000 Euro verfügt.

Die erste Abfrage für das kommende Kindergartenjahr ist gelaufen, derzeit werden die Betreuungsverträge in den Einrichtungen von den Eltern unterschrieben. Anschließend wird die Jugendhilfeplanung angepasst. Nach den ersten Rückmeldungen glaubt Tümmeler: „Wir sind in Eschweiler sehr gut aufgestellt.“

In wenigen Kitas habe man eine geringfügige Überbelegung, in anderen seien noch Kapazitäten frei. Und als zusätzliche Möglichkeit bleibe nach wie vor die Tagespflege. „Wir haben in Eschweiler in den vergangenen Jahren gute Voraussetzungen geschaffen“, ist sich Tümmeler sicher.

Keine Wasserstandsmeldung

Eine genaue Wasserstandsmeldung könne Tümmeler jedoch noch nicht geben, auch wenn die Tendenzen erkennbar sind. Ein hektisches Nachbessern wie vor der Einführung des Rechtsanspruchs vor zwei Jahren werde es in seinen Augen jedoch in keinem Fall geben. Bis Mitte März müssen dem Landesjugendamt die entsprechenden Zahlen übermittelt werden. Zeitnah soll auch der Jugendhilfeausschuss der Stadt Eschweiler über die aktuellen Zahlen zum kommenden Kindergartenjahr informiert werden.

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