Im Tandem den Schulgedanken fortführen

Von: Elisa Zander
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Die neue Aufgabe ist eine Herausforderung: Joachim Herzog nimmt diese gerne an. Foto: Elisa Zander

Eschweiler. Es ist alles noch nicht so eingerichtet, wie Joachim Herzog es sich vorstellt. „Das ist so ein großer Schreibtisch“, sagt er und blickt auf auf die noch fast leere Holzplatte. In einigen Wochen wird das sicher anders sein. Dann werden dort Klassenarbeiten, Akten und Papiere liegen. Dinge, die eben auf dem Schreibtisch eines Schulleiters zu finden sind.

Dass noch nicht alles fertig ist, liegt daran, dass die Ernennung von Joachim Herzog zum Schulleiter der städtischen Gesamtschule Waldschule am Donnerstag zwar nicht unerwartet, aber doch plötzlich war. „Der Anruf der Bezirksregierung aus Köln kam am Mittwoch, da haben wir ein Treffen für Donnerstag vereinbart“, erzählt Herzog. Seit Mai 2009 war er didaktischer Leiter an der Schule, war vorher an der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Aachen tätig.

Neue Situation

Nachdem sein Vorgänger Manfred Niehoff zum Schuljahresende 2012 pensioniert wurde, war die Stelle neu ausgeschrieben worden. Schulausschuss und Stadtrat sprachen sich für die Neubesetzung durch Joachim Herzog aus, auch die Bezirksregierung hatte ihn vorgeschlagen. Und wie fühlt er sich jetzt? „Das kann ich gar nicht richtig beschreiben“, sagt er. „Es war ein langer Weg, dann kommt man ans Ziel. Aber die Situation ist völlig neu.“ Mit Marlene Rüland wird er künftig „gut Tandem fahren“, wie er findet. Seit dem Schuljahr 2011 hatte die stellvertretende Schulleiterin wegen einer langen Erkrankung von Manfred Niehoff kommissarisch die Leitung übernommen. In der neuen Konstellation übernimmt sie wieder die Position der Stellvertreterin.

Nun beginnt er mit dem zweiten Schulhalbjahr einen neuen Karriereabschnitt. Die Ernennung habe er versucht „gelassen anzugehen. Innerlich hat mich das aber sehr berührt.“ Wenig feierlich sei das Gespräch in Köln gewesen. „Aber es war sehr intensiv. Man hat einen Blick auf das, was man für Aufgaben übernimmt. Bei mir kam das Gefühl hoch: Ich übernehme jetzt Verantwortung.“ Für eine Schule mit etwa 1170 Schülern.

Seine neue Aufgabe sieht Joachim Herzog vor allem als Herausforderung. Dinge, die an der Schule gewachsen sind, will er weiterentwickeln, etwa die „hohe Identifikation mit der Schule“. In seinen Augen auch eine wichtige Voraussetzung, um mit dem Thema Inklusion umzugehen. „Wir haben in der Schulkonferenz beschlossen, einen Antrag auf eine integrative Lerngruppe zu stellen.“ Ein Konzept ist bereits erarbeitetm Förderschwerpuntke sollen Lernen und Sprache sein. Die vorhandene Zusammenarbeit mit der Erich-Kästner-Schule soll vor dem Hintergrund ausgebaut werden. „Das wird die Schule insgesamt verändern und den Gesamtschul-Gedanken fortführen. Der Name drückt es schon aus: Wir sind eine Schule für alle.“ Man wolle nicht die Verschiedenheit betonen, sondern die Gemeinschaft.

Akzente setzen

Die Waldschule feiert in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum. In dem Zusammenhang habe man auch diskutiert, wo man künftig hin wolle. „Schule und Schüler verändern sich. Das wollen wir aufgreifen, damit sie in der Gesellschaft Akzente setzen können. Wir müssen als Schule offen sein für Veränderungen in der pädagogischen Landschaft. Und mit außerschulischen Partnern weiter zusammenarbeiten, damit die Schule auch ein wichtiger Bestandteil der Gemeinschaft ist.“ Damit das gelingt dürfe man nicht gucken, was andere machen, sondern eigene Stärken beibehalten und die auch nach außen transportieren. „Schule ist nie ein Selbstläufer. Um attraktiv zu bleiben, muss sie sich weiterentwickeln.“ Diesen Entschluss habe man auch mit Blick auf die bereits genehmigte Gesamtschule in Aldenhoven gefasst. Es gebe natürlich Befürchtungen, dass Schüler, insbesondere aus dem Norden Eschweilers, dorthin abwandern könnten. „Ob es aber tatsächlich dazu kommt, liegt zum Teil auch in unserer Hand.“

Die kommende Jahrgangsstufe Fünf ist vierzügig geplant, sonst war man stets fünfzügig gefahren. Das führt aber auch dazu, dass man mehr Möglichkeiten habe, die geplante integrative Lerngruppe räumlich umzusetzen.

Eine relevante Entscheidung wird schon bald auf den neuen Leiter zukommen: „Wir diskutieren darüber, ob wir unsere Zeitstunden generell auf 60 Minuten umstellen.“ In den meisten Schulstunden seien 45 Minuten nicht ausreichend, die wichtige Sicherung der Lerninhalte müsse oft ausfallen. „Das ist jetzt ein Entwicklungsprozess, den ich gerne begleiten möchte.“

Und Joaxchim Herzog freut sich auf die Zusammenarbeit mit Schülern, Eltern und Lehrern. „Es wird so sein, dass man viel am Schreibtisch sitzt, aber es gibt auch viele Dinge, die auf den Weg gebracht werden müssen – und das ist eigentlich der spannendste Teil an dem Job.“

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