Im St.-Antonius-Hospitals haben Keime & Co. kaum Chancen

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Große Freude beim Hygieneteam Astrid Engels (rechts), Christina Kexel (zweite von rechts) und Beate Metterhausen (links) sowie dem verantwortlichen Leiter und Ärztlichen Direktor, Privatdozent Dr. Alexander Bach.
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Bestes Mittel gegen Krankheitsübertragung: regelmäßiges, gründliches Händewaschen. Foto: Stock/Döhrn

Eschweiler. Mit dem Zertifikat in Silber der Aktion „Saubere Hände“ wurde jetzt das St.-Antonius-Hospital ausgezeichnet. Das St.-Antonius-Hospital Eschweiler ist zum Zeitpunkt der Auszeichnung das einzige Krankenhaus in der gesamten Städteregion, das als gesamtes Haus – alle Bereiche, Stationen und Kliniken - mit dem Zertifikat in Silber ausgezeichnet wurde.

Große Freude beim Hygieneteam Astrid Engels (rechts), Christina Kexel (zweite von rechts) und Beate Metterhausen (links) sowie dem verantwortlichen Leiter und Ärztlichen Direktor, Privatdozent Dr. Alexander Bach.

„Zeigt her eure Hände“ – das reicht im Alltag eines Krankenhauses bei weitem nicht aus, um tatsächliche Sauberkeit feststellen zu können. Hier haben wir es nämlich mit den unsichtbaren Gefahren zu tun, die die Gesundheit von Patienten und Besuchern gleichermaßen gefährden: Viren, Bakterien, Pilze. Und nahezu alles, was wir anfassen, ist mit ihnen behaftet.

Damit sind wir auch schon bei den Hauptüberträgern der tückischen Krankmacher – den Händen. Die Übertragung von Erregern und Bakterien über den Handkontakt ist für jede Klinik eine wahre Herausforderung, der man nur mit einer Maßnahme entgegen treten kann: der vorsorglichen, gezielten und konsequenten Durchführung der Händedesinfektion.

Das St.-Antonius-Hospital hat diese Herausforderung angenommen und beteiligt sich bereits seit einigen Jahren an der „Aktion Saubere Hände“. Hierbei handelt es sich um eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Einhaltung der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen, die auf der 2005 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestarteten Maßnahme „Clean Care is Safer Care“ basiert.

Unterstützt wird die Kampagne vom Bundesministerium für Gesundheit, vom Nationalen Referenzzentrum für die Surveillance Nosokomialer Infektionen (NRZ), vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) sowie von der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (GQMG). Wer teilnimmt, kann das entsprechende Zertifikat erlangen, das in drei Stufen gestaffelt ist: Bronze, Silber und Gold.

Die Teilnahme ist freiwillig, und nur wenige Krankenhäuser stellen sich bislang den hohen Anforderungen für diese Zertifizierung. Bei der Aktion geht es um hygienische Basismaßnahmen im Alltagsbetrieb, die eine Sensibilisierung für das Thema Händedesinfektion voraussetzt, die alle an der pflegerischen und medizinischen Versorgung beteiligten Berufsgruppen umfasst.

Ohne Fleiß kein Preis

Das bedeutete für das Hygieneteam zunächst einmal Informationsarbeit beim Personal, bei Patienten und bei Besuchern über die Notwendigkeit der Händedesinfektion zu leisten. Eine Arbeit, die viel Einfühlungsvermögen erfordert, denn hier muss ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, um eine unvoreingenommene Zusammenarbeit zu erzielen. Dementsprechend hatte die Stabsstelle für Krankenhaushygiene alle Hände voll zu tun, um die erforderlichen Maßnahmen zu installieren und zu dokumentieren: Eine Reihe von Anforderungen müssen hierfür erfüllt sein, z.B.:

die flächendeckende Ausstattung aller Bereiche mit Händedesinfektionsmittel-Spendern oder alternativ eine Nutzung der so genannten Kitteltaschenflaschen als wesentlicher Bestandteil zur Erlangung des silbernen Zertifikats.

Zur Ermittlung der Spender-Ausstattung muss das Hygieneteam die Stationen einmal im Jahr begehen. Der Sollwert der Spender auf der Intensivstation muss der Anzahl der Patientenbetten entsprechen. Auf den Normalstationen ist in den Einzel- und Zweibettzimmern je ein Spender erforderlich, in einem Dreibett-Zimmer müssen jedoch zwei Spender vorhanden sein. Für den Zertifikatsantrag darf die Ermittlung der Spenderausstattung nicht älter als zwei Jahre sein.

jährliche Überprüfung der Akzeptanz der Mitarbeiter gegenüber der Händedesinfektion mit der so genannten „Compliance-Messung“. Entsprechend seiner Bettenanzahl erfolgt die Messung auf mindestens vier Pflegestationen und auf der Intensivstation. Dabei werden die Mitarbeiter wie zum Beispiel Pflegepersonal, Ärzte und Physiotherapeuten bei ihren Tätigkeiten am Patienten hinsichtlich der richtigen Durchführung und Platzierung der Händedesinfektion gemäß den fünf Indikationen der WHO beobachtet und direkt am Patientenbett geschult. Die hierbei anonym erhobenen Daten werden dann an die „Aktion Saubere Hände“ übermittelt, wo ihre statistische Auswertung erfolgt. Die Auswertung zeigt an, wie ausgeprägt das Bewusstsein aller Mitarbeiter auf der Station ist, hygienisch relevante Indikationen zu erkennen und gezielt eine Händedesinfektion durchzuführen.

jährliche Fortbildungen zur Händedesinfektion für alle Berufsgruppen sowie die Durchführung eines Aktionstages im Zweijahresturnus. Das St.-Antonius-Hospital führt über diese Forderung hinaus sogar jährlich einen Aktionstag durch!

Ermittlung des jährlichen Verbrauches an Händedesinfektionsmittel der angemeldeten Stationen und Übermittlung der Mengen zur statistischen Auswertung an das Nationale Referenzzentrum für die Surveillance Nosokomialer Infektionen (NRZ). Das Ziel ist, anhand der ermittelten Verbrauchsdaten von Händedesinfektionsmittel Rückschlüsse auf die durchgeführten Händedesinfektionen pro Patient in 24 Sunden ziehen zu können.

Da alle Stationen im Eschweiler Krankenhaus „Aktion Saubere Hände“ teilnehmen, versteht es sich von selbst, dass die Auszeichnung mit dem Zertifikat in Silber für alle Stationen gilt.

Somit ist das St.-Antonius-Hospital Eschweiler das zum Zeitpunkt der Auszeichnung einzige Krankenhaus in der gesamten Städteregion, das in seiner Gesamtheit mit dem Zertifikat in Silber ausgezeichnet wurde. Damit stellt es einmal mehr unter Beweis, dass es die hohen Anforderungen im Bereich der Krankenhaushygiene bestens erfüllt und Patienten höchste Sicherheit vor Krankenhausinfektionen genießen. Dazu trägt natürlich auch der regelmäßig stattfindende Austausch zwischen dem Hygieneteam, der Pflegedirektion und allen anderen beteiligten Berufsgruppen bei. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und arbeiten jetzt schon daran, als nächstes das Siegel in Gold zu erlangen“, blickt das Hygieneteam voller Ehrgeiz in die Zukunft.

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