Im Rathaus regiert der Ausnahmezustand

Von: Rudolf Müller
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Auch mit über 80 Jahren lässt Paul Bonn an der Spitze des Zuges noch die Stadtfahne wirbeln: am Samstag ebenso wie beim Rosenmontagszug. Eschweilers Narren marschieren aufs Rathaus, wo Tollität sich ins Goldene Buch einträgt, das Redhill Corps of Drums aufspielt, die Jecke-Tön-Bands in die Saiten greifen und das Scharwachpaar tanzt. Foto: Rudolf Müller
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Da hätte keine Maus mehr reingepasst: Hunderte Gäste feierten den Einmarsch der Standartenträger und des Prinzen in den Ratssaal. Foto: im Internet: az-web.de, an-online.de.
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Das war Weltklasse! Mit einem akrobatischen Tanz überraschte die neunjährige Löwengardistin Gianna Schönen die Zuschauer.
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Wenn das Komitee ruft, stehen sie parat: die „Komitee-Mariechen“ unter der Leitung von Steffie Kämmerling.

Eschweiler. Kaiserwetter für den Prinzen: Bei strahlendem Sonnenschein rollte Christian III. mit seinem Zeremonienmeister Frank am Samstag in einer weißen Kutsche Richtung Rathaus. Seine jecken „Streitkräfte“ marschierten voran.

Tausende uniformierter Karnevalisten, Mariechen und Spielleute, bejubelt von Menschenmengen an den Straßenrändern.

Bürgermeister Rudi Bertram, der sich vor dem Rathaus der heranrückenden Narren-Armee kampflos ergab, kommentierte das Geschehen mit treffenden Worten: „Die Stadt ist voller Menschen. Das ist ein Dankeschön der Bürger an Euch für Euren Einsatz in den zurückliegenden Wochen!“

Seinen persönlichen Dank an das Prinzengespann mit Blick auf dessen überall erschallenden Sessionshits „Schtolz op Eischwiele“ schloss er an: „Was Ihr in fünf Wochen geschafft habt, das habe ich in 15 Jahren nicht geschafft!“ Vielleicht sollte der Bürgermeister es auch einmal mit Gesangseinlagen und einer CD versuchen...

Auch Komitee-Präsident Norbert Weiland zeigte sich begeistert vom Prinzengespann: „Einfach Spitze, wie die zwei seit Wochen die Säle rocken!“

Da machte auch der Ratssaal keine Ausnahme. Wie zuvor der Zug durch die Stadt geriet auch der Einmarsch von Tollität samt Standartenträgern, Prinzenbläsern und Pagen zu einem Triumphzug. Im proppenvollen Ratssaal erwartete ein buntes Gemisch hochkarätiger Narren den Prinzen: Gäste aus Politik und Verwaltung ebenso wie Reiner Spiertz und Heinz Mattheis vom Vorstand des euregionalen Karnevalsverbands VKAG sowie große Abordnungen aus den Partnerstädten Wattrelos und Reigate & Banstead. Allen voran auf der einen Seite Jean-Luc Doyen, auf der anderen Janet und Graham Powell, die diesmal eine Delegation von 20 Lehrern mit gebracht hatten: Warum sollen nicht auch Lehrer mal ein paar Lektionen in Sachen Lebensfreude erhalten?!

Orden, Spenden, Showprogramm

Mitgebracht hatten sie auch das Redhill Corps of Drums, das den Besuchern des Empfangs gleich zu Beginn ein paar Kostproben seines Könnens gab. Und dabei bewies, das auch Briten auf englischen „Tröten“ einwandfrei „Viva Colonia“ und „Echte Frönde stonn zesamme“ spielen können. Eigentlich kein Wunder: Bandmaster Dave Edge nimmt in diesem Jahr zum 25. Mal am Eschweiler Rosenmontagszug teil! Und wurde dafür mit dem Orden des Komitees ausgezeichnet, ehe Norbert Weiland ihn und seine Musiker in perfektem Englisch von der Bühne verabschiedete: „Thanks für coming and good Schluck!“

Dauergast in Eschweiler ist auch VKAG-Vorsitzender Reiner Spiertz. Der Mann kommt viel herum in Sachen Karneval, und es hat schon Gewicht, wenn er sagt: „Ein Karnevalswochenende ohne in Eschweiler gewesen zu sein ist ein vertanes Karnevalswochenende!“ Sprach‘s und überreichte den Orden des VKAG an Christian und Frank, die sich zudem ins Gästebuch der Stadt eintrugen. Störer bei Christians Dankesansprache wies Frank schlagfertig zurecht: „Wer sich unterhalten möchte, der kann gerne in die Gaststätte Lersch gehen!“

Orden gab es zuhauf: für Fraktionschefs und Verwaltungsmitarbeiter, für die Organisatorin des Empfangs, Desiree Jussen, und Hausmeister Willi Gielchen. Und mit dem Goldenen Stadtwappen zeichnete Komiteechef Norbert Weiland die zwei „Neuen“ im Komitee aus, die sich vorbildlich engagieren: Michael Römer und Christian Wolny. Über einen 750-Euro-Scheck (Teil der Saalsammlung bei der Proklamation) freute sich Kinderschutzbund-Vorsitzende Mariethres Kaleß.

Freuen konnte sich auch das übrige Publikum: über ein erstklassiges Bühnenprogramm mit den Hits des Prinzen-Duos, den Tanzpaaren von Scharwache (Eva Gruppe und Sebastian Plönnes) und Bösen Buben (Dalia Grüttner und Oliver Königs), den „Komitee-Mariechen“ Janine Jansen, Steffi Paul, Jasmin Kardung, Vanessa Jungbluth, Jill Ganser, Julia Krieger, Sarah Jungbluth, Denise Schumacher, Michaela Huppertz und Lena Vogel sowie den Mundartbands des „Jecke-Tön-Projeckts“.

Für die größte Überraschung sorgte gleich zu Beginn die erst neunjährige Gianna Schönen von der Löwengarde: Ihr furioser Tanz war Weltklasse!

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