Im Ortsverein ist für Gehlen nicht Schluss

Von: ran
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Wollen sich keinesfalls auf den Lorbeeren ausruhen: die Mitglieder des frischgewählten Vorstands des SPD-Ortsvereins Dürwiß/Neu-Lohn mit dem Vorsitzenden Leo Gehlen (Mitte), der Stadtratsfraktionsvorsitzenden Nadine Leonhardt (4. v. l.) sowie Silvia Binkowski (4. v. r.), die nach über 45 Jahren Vorstandsarbeit in SPD-Gremien verabschiedet wurde. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Aller guten Dinge sind (mindestens) zwölf! Zumindest für Leo Gehlen und den SPD-Ortsverein Dürwiß/Neu-Lohn. Dessen Mitglieder bestätigten am Freitagabend während der Versammlung in der Gaststätte „Bei Kelsche“ den Vorsitzenden, der die Geschicke des Ortsvereins seit 1993 leitet, einstimmig in seinem Amt.

Ihm zur Seite stehen in den kommenden beiden Jahren der stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Broschk, Geschäftsführer René Maaßen, die stellvertretende Geschäftsführerin Claudia Moll, Kassiererin Nicole Dickmeis sowie der stellvertretende Kassierer Thomas Lessner. Den Vorstand komplettieren die Beisitzer Marius Woller, Manfred Dickmeis, Oliver Liebchen, Franz-Josef Mingers, Norbert Prenzyna und Leo Rath.

„Ein solches Ergebnis bin ich eigentlich nicht gewohnt“, freute sich der alte und neue Vorsitzende Leo Gehlen über den großen Vertrauensbeweis der Genossen aus Dürwiß und Neu-Lohn. Zuvor hatte der ehemalige Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion in seinem Bericht die Bilanz der beiden zurückliegenden Jahre gezogen. Diese seien vor allem durch die Wahlkämpfe zur Bundestagswahl 2013 sowie den Kommunal- und Europawahlen 2014 geprägt gewesen. „Mit Nicole Dickmeis, Claudia Moll und Wilhelm Broschk haben gleich drei Mitglieder unseres Ortsvereins mit hervorragenden Kommunalwahl-Ergebnissen den Einzug in den Stadtrat direkt geschafft. Dazu zog Oliver Liebchen über die Liste ein und vervollständigt somit unser Quartett“, zeigte sich Leo Gehlen hochzufrieden.

Die insgesamt errungenen 26 von 50 möglichen Stadtratsmandate stellten für die Eschweiler SPD erneut ein „traumhaftes Ergebnis“ dar. „Damit sind wir weder auf einen Koalitions- noch einen Kooperationspartner angewiesen. Dies verdanken wir nicht zuletzt unserer Stärke, auch unabhängig von Wahlterminen für die Menschen vor Ort präsent zu sein“, begründete der Sozialdemokrat den Erfolg aus seiner Sicht, bevor er sich der Situation in Dürwiß widmete. „Wir haben uns in der Vergangenheit immer dafür eingesetzt, in unserem Ortsteil Bebauung zu ermöglichen.“ Dürwiß sei als Wohnort beliebt, sei aber auch der teuerste Stadtteil Eschweilers.

Bei der Aldi-Ansiedlung, die ebenfalls ein Pro-Argument für das Wohnen in Dürwiß bedeute, habe die SPD über einen Zeitraum von 20 Jahren einen „langen Atem“ unter Beweis gestellt. „Ebenfalls im Auge zu behalten ist das Projekt Neue Höfe im Bereich des alten Laurenzberger Sportplatzes, der anstehende Umbau der Jülicher Straße, zu dem die Stadt in Kürze zu einer Bürgerversammlung einladen wird, um bei dieser Gelegenheit ein Konzept vorzulegen, sowie die Zukunft des leerstehenden Hauptschulgebäudes“, blickte der Vorsitzende des mit 154 Mitgliedern (Stand 31. Dezember 2014) größten SPD-Ortsvereins der Indestadt auch in die Zukunft. Und unterstrich abschließend: „Wir sind der Auffassung, dass Dürwiß im Bereich des Hainbuchenwegs einen Kindergarten benötigt.“

Der einstimmigen Entlastung des Vorstands sowie der Vorstandsneuwahl folgte ein emotionaler Tagesordnungspunkt, dem Leo Gehlen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegengeblickt hatte: Der in seinem Amt bestätigte Vorsitzende verabschiedete mit Silvia Binkowski eine Genossin, die seit 1969 ununterbrochen Vorstandsämter im SPD-Ortsverein Dürwiß/Neu-Lohn (zuletzt als Beisitzerin) und weiteren SPD-Organisationen inne hatte.

Anschließend ergriff Nadine Leonhardt, Nachfolgerin Leo Gehlens im Amt der Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion, das Wort und berichtete über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Eschweiler Kommunalpolitik. Im Mittelpunkt stand dabei die drohende Schließung der medizinischen Notfallpraxis am Eschweiler St.-Antonius-Hospital. Die Fraktionsvorsitzende skizzierte kurz den bisherigen Prozessablauf vom Vortrag Dr. Lothar Nosseks, Vorsitzender der Kreisstelle Aachen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, im Eschweiler Stadtrat bis hin zur Demonstration der indestädtischen Bürgerinitiative für den Erhalt der Notfallpraxis vor wenigen Tagen. „Auch eine von uns initiierte Unterschriftenaktion hat gezeigt, wie wichtig dieses Thema den Bürgern in Eschweiler ist. Deshalb werden wir seitens der SPD die Aktionen der Bürgerinitiative weiterhin unterstützen. Unsere einzige Möglichkeit lautet nämlich, durch Öffentlichkeit Druck aufzubauen“, betonte Nadine Leonhardt.

Die Kassenärztliche Vereinigung wolle schlicht und ergreifend Geld auf Kosten der Bürger sparen, ergänzte Leo Gehlen, der nicht mit Kritik an den politischen Mitbewerbern in Eschweiler sparte. „Mich ärgert, dass wir als Sozialdemokraten zu diesem Thema alleine in vorderster Front agieren. Mir fehlt in dieser Hinsicht das Miteinander der demokratischen Parteien!“ Eine Ansicht, die Nadine Leonhardt ausdrücklich teilt: „In anderen Kommunen mag dies anders sein. In Eschweiler stehen wir alleine da!“

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