Im Kinderwald ist immer eine Menge zu erleben

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Ganz schön spannend, eine Entdeckungstour durchs fast ausgetrocknete Bachbett... Foto: Petra Röllicke
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Mit einfachsten Mittel lassen sich im Wald Spielgeräte bauen – wie beispielsweise diese Wippe.

Eschweiler. Der Förderverein Propsteier Wald setzt sich für den Schutz des im Westen Eschweilers gelegenen einzigartigen Naturraumes Propsteier Wald ein, verfolgt die Etablierung eines Außerschulischen Lernortes für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und wirkt mit bei den Vorbereitungen zur Öffnung des Waldes als Naherholungsraum.

Mit den Aktivitäten soll u.a. erreicht werden, dass dieses Kleinod, das seit über 60 Jahren versperrt ist, behutsam wieder den Menschen übergeben werden kann. Nach dem Motto „Was man kennt, kann man auch schützen.“ liegt das ureigene Interesse des Fördervereines darin, insbesondere den Kindern und Jugendlichen, deren Umwelt zunehmend digitalisiert wird, wieder ein Stück ihrer Selbst, ihres ureigenen Verständnisses von Natur und Umwelt zurückzugeben.

Für die ursprüngliche Idee hinter diesen Aktivitäten, den Propsteier Wald zu einem Bürgerwald zu machen und mit der Gründung einer Genossenschaft eine gemeinschaftliche Nutzung, Bewirtschaftung und Pflege sowie den Wald als Naherholungs- und Bildungsraum zu etablieren, erhielten die Initiatoren im Jahr 2011 den Deutschen Naturschutzpreis.

Als erste konkrete Entwicklung aus dieser Idee ist geplant, in Kooperation mit der Eschweiler Arbeitsgemeinschaft Bildung für nachhaltige Entwicklung e.V. (BiNE), noch in diesem Jahr ein Kinderwald-Projekt zu initiieren und die ersten Ideen dazu im Rahmen einer Ferienspielwoche im Propsteier Wald gemeinsam mit den teilnehmenden Kindern zu entwickeln. Als der Verein BiNE e.V. den Auftrag bekam, für diesen Wald ein Konzept für die Nutzung als außerschulischen Lernort zu erstellen, lag es nahe, die Genossenschaftsidee aufzugreifen und in ein Kinderwald-Projekt umzusetzen.

Ein Stück des Waldes soll dabei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden – als Lern- und Erfahrungsort sowohl für Natur-Erfahrungen, als auch für echte, demokratische Beteiligungsprozesse. Die Kinder und Jugendlichen bilden sozusagen eine „Genossenschaft“, sie engagieren sich für und in ihrem Stück Wald, dürfen mit gestalten und verändern – aber im Rahmen des im Gesamtkonzept Propsteier Wald vorgesehenen Naturschutzkonzeptes. Ihre „Rendite“ liegt in dem großen Lernpotential, das ein solches Projekt bietet.

Die „Rendite“ für die erwachsenen Bürger der umliegenden Gemeinden ist das gute Gefühl, dass die Kinder und Jugendlichen, die sich hier engagieren, sicher auch in anderen Gebieten politischen Wirkens ihre Verantwortung übernehmen werden – jetzt und auch als zukünftige Erwachsene. Außerdem sollen vielfältige umweltpädagogische Angebote für verschiedene Zielgruppen angeboten werden.

Die Ferienspiele, die vom 5. bis 9. August, in der Nähe des alten Forsthauses Propstei stattfinden, werden von der BiNE e.V. organisiert und vom Förderverein Propsteier Wald e.V. sowie der Gründungsgemeinschaft Waldgenossenschaft Propsteier Wald finanziell unterstützt. Petra Röllicke und Eberhard Büttgen vom Förderverein Propsteier Wald haben ein spannendes und abenteuerreiches Programm erstellt.

Rund um das Thema Wald und Wildnis werden die „Kids“ im Alter zwischen 8 und 13 Jahren in Begleitung von qualifizierten Natur- und Umweltreferenten unterschiedliche Aktionen durchführen, z.B. eine Hütte und einen Lehmofen mit einfachen Materialien aus dem Wald bauen, Brot backen, Fische fangen, wie die Steinzeitmenschen leben, Hexen- und Heilkräuter sammeln, Waldgeschichten und Märchen selber erzählen und spielen, am Lagerfeuer sitzen und über offenem Feuer kochen und braten, eine Wildtierhecke bauen, uvm., und vor allem einfach mal im Wald spielen wie Ronja Räubertochter.

Matthias und Katharina Gitzen, Eigentümer des alten Forsthauses in der Aue und Mitglieder im Förderverein, waren von Anfang an begeistert von der Idee. Einen Teil ihrer Wiese werden sie den Kindern und Betreuern für die Woche im August zur Verfügung stellen und freuen sich schon darauf, dass mal wieder was los ist an diesem ansonsten eher einsamen Ort.

Ein erstes Element des Kinderwald-Projektes könnte die „Patenschaft“ für eine alte Obstwiese sein, die sehr wahrscheinlich zum Forsthaus Propstei gehörte und vom alten EBV-Förster und seiner Familie genutzt und gepflegt wurde. Mit der Besetzung des Propsteier Waldes durch das belgische Militär änderten sich die Eigentümerverhältnisse und die Obstwiese verbuschte zusehends. Gut 50 Jahre nach der Pflanzung sind die teils stattlichen Apfel- und Birnbäume zwar etwas zugewachsen aber immer noch in einem guten Zustand, wie Christoph Vanberg von der Biologischen Station der StädteRegion Aachen als ausgewiesener Streuobstwiesenexperte versicherte.

Im August können die Kinder sich dann austoben und ihr Geschick mit Säge und Astschere beweisen. Dann nämlich soll die Fläche von störendem Strauchwerk und der sich stark ausbreitenden nicht heimischen Traubenkirsche befreit werden. Eine Anleitung bekommen die Kinder von Guido Blömacher, Revierförster und Mitarbeiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser.

Für den ersten Obstbaumschnitt werden die Experten der Biostation gefordert sein, die sich auskennen mit den Besonderheiten alter Obstbäume, die zu lange einfach nur so wachsen durften. Der zukünftig regelmäßigen Pflege wird sich der Förderverein Propsteier Wald e.V. annehmen, dann vielleicht schon gemeinsam mit den „Kinderwald-Aktiven“.

Wer Interesse an den Ferienspielen hat, kann seine Kinder bis 7. Juli, per E-Mail anmelden unter foerderverein@propsteier-wald.de. Weitere Informationen dazu finden sich auf der Internetseite des Fördervereins: www.propsteier-wald.de. Noch sind einige Plätze frei.

Über Spenden und weitere Mitglieder würde sich der Förderverein natürlich sehr freuen. Denn nur mit einer breiten Unterstützung durch die Bevölkerung und vor allem durch die Spendenbereitschaft von Firmen kann es gelingen, den Lern-, Natur- und Naherholungsort Propsteier Wald mit seinen reichen Facetten zu etablieren.

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