Im Kanal droht eine teure Überraschung

Von: Patrick Nowicki
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Rohre für die Hausanschlüsse: Sämtliche privaten Abwasserleitungen müssen nun untersucht werden. Die Zeche bezahlen die Hauseigentümer. 14.000 bebaute Grundstücke gibt es in Eschweiler. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Den Hausbesitzern droht Ungemach. Das Landeswassergesetz verlangt, dass bis zum 31. Dezember 2015 sämtliche privaten Abwasserleitungen von Fachleuten überprüft und bei Lecks repariert werden. Die Stadt will diese Frist zwar verlängern, aber im Südosten rücken schon im nächsten Jahr die Kanalfirmen an.

Die Wasserschutzgebiete werden nämlich besonders betrachtet. „Der Bürger wird massiv belastet”, sagt Marco Schlüter voraus. Der Ingenieur arbeitet als Projektleiter beim Institut für unterirdische Infrastruktur (IKS), das analog zur Stiftung Warentest Arbeitsmethoden und Material im Kanalbau bewertet. Zudem betreut die in Gelsenkirchen beheimatete gemeinnützige GmbH 54 Kommunen im Netzwerk Grundstücksentwässerung.

Auch die Stadt Eschweiler gehört dazu, denn sie muss die Bürger beraten, welche Methoden und welche Sanierungen erforderlich sind. Die Begeisterung bei vielen Hausbesitzern dürfte sich in Grenzen halten.

Schlüter geht davon aus, dass die Überprüfung im Schnitt mindestens zwischen 300 und 500 Euro pro Kanalanschluss kostet. Sollte sich bei Überprüfung eine undichte Stelle finden, dann ist eine Reparatur fällig, deren Kosten schwanken. In der Regel ist dann eine vierstellige Summe zu zahlen. „Das schwankt aber natürlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab”, will sich der Abwasser-Experte nicht auf eine Summe festlegen.

Wichtig ist, dass die Bürger informiert werden. Dies wird auch von den Kommunalpolitikern im Rathaus so gesehen, die das Handlungskonzept auf den Weg brachten. Mit dem Gebührenbescheid Anfang des nächsten Jahres werden die ersten Flyer an die Haushalte geschickt, die als erstes eine Dichtheitsprüfung nachweisen müssen. Dann soll auch der zuständige Mitarbeiter im Rathaus besetzt feststehen, der zum Beispiel bei gehbehinderten Hausbesitzern auch vor Ort informieren kann.

Durch die Gesetzesänderung entstand ein großer Markt. In Eschweiler bestehen 14.000 bebaute Grundstücke. „Bei älteren Siedlungen wurden bei 80 Prozent der Anschlüsse undichte Stellen gefunden”, berichtet Marco Schlüter. Eine genaue Prognose für Eschweiler gibt es aber nicht, weil im Gegensatz zum städtischen Kanal die privaten Abwasserleitung selten überprüft werden. Und so kann es für viele Hausbesitzer zur bösen Überraschung kommen, wenn Abwasser aus den Leitungen dringt.
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