Eschweiler - Im Juli bekommt der Sommer nasse Füße

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Im Juli bekommt der Sommer nasse Füße

Von: Vivien Nogaj
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Bademeister Björn Thatje schaut bei jedem Wetter im Freibad nach dem rechten, auch wenn kaum Gäste kommen. Foto: Vivien Nogaj/Patrick Nowicki/Werner Goldner
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Landwirt Hubert Mock zeigt seine Zuckerrüben , die bei dem Wetter prächtig gedeihen. Foto: Vivien Nogaj/Patrick Nowicki/Werner Goldner
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Die Sonnenblumen blühen auch bei nassem Wetter.
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Auf dem Tennisplatz stehen noch die Pfützen der Regenfälle.

Eschweiler. Das Wetter lässt aktuell zu wünschen übrig. Der Juli war zur Hälfte verregnet, und auch der August startet nicht so sonnig, wie manch einer es sich wünscht. Es gibt welche, die besonders darunter leiden: Gastronomiebesitzer, Freibadbetreiber, Bauern und Sportplatznutzer. Sie sind auf warme Temperaturen angewiesen.

Gerade scheint die Sonne im Freibad Dürwiß. Vereinzelt ziehen Menschen ihre Bahnen, Kinder planschen im Wasser. Die Liegefläche auf der Wiese ist grün, aber Handtücher sind dort kaum ausgebreitet. Björn Thatje, Schwimmmeister im Freibad Dürwiß, weiß, warum die Mengen ausbleiben: „Die meisten Leute kommen erst ab 28 Grad ins Freibad – vorher ist für sie kein Badewetter.“ Dieter Rosarius genießt mit seinen beiden Töchtern trotzdem den Badespaß: „Für uns muss es nicht immer 30 Grad sein“, sagt er. „Die Kinder haben auch so Freude am Schwimmen.“

Es gibt Gäste, die noch hartgesottener sind. Die Stammkunden, die bei jedem Wetter baden wollen: „Sie ziehen auch im Regen ihre Bahnen und genießen dann die Ruhe“, sagt Thatje. Frieren müssen sie dabei nicht. „Das Wasser in den Becken ist auf 25,5 Grad beheizt, die Temperatur ist also sehr angenehm.“

Das Argument überzeugt die anderen Badegäste aber nicht: Im Juli kamen rund 2500 Besucher weniger als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. „Hätte es ein, zwei schöne Tage mehr gegeben, wäre es sicher anders gelaufen“, sagt Thatje. Der Mai und Juni waren besser besucht als im Vorjahr – sonnigen Tagen und warmen Temperaturen sei Dank.

Des einen Freud‘ ist der anderen Leid: Hubert Mock, Ortslandwirt in Dürwiß, hat durch fehlenden Niederschlag zu Beginn des Jahres Ernte einbüßen müssen: „Der Winter war zu trocken. Es fehlen über 200 Liter Wasser pro Quadratmeter in den Böden:“ Lediglich die Zuckerrüben seien zufriedenstellend ertragreich gewesen. Die Ernte der Knolle liege über dem langjährigen Mittel. Der Winterweizen brachte aber nur die Hälfte des üblichen Ertrages ein. Dass der Juli regenreicher war als sonst, hätte da nichts mehr genützt. „Der Niederschlag kam zu spät“, sagt Mock. Dieses Jahr sei für die Landwirte kein einfaches Jahr gewesen.

Auch die Außengastronomen sind auf konstante Temperaturen angewiesen. Vasili Portofino betreibt seine Eisdiele in der Innenstadt am Indeufer. Da mache sich die Auswirkung des Wetters schnell bemerkbar: „Wenn die Sonne nicht scheint, kommt viel weniger Laufkundschaft vorbei. Die Leute bleiben bei Regen eher zu Hause.“ Ein Glück sei für ihn, dass die ersten Sonnentage schon ab April beginnen und der Kreis seiner Kunden über Eschweiler hinaus geht. „Die Saison geht länger und die Gäste kommen aus einem größeren Umkreis.“ Er ist sicher: Das Eis schmecke ihnen auch bei Regenwetter.

Werner Goldner, Platzwart vom Tennisclub Blau-Gelb, kennt das Problem, das ständiger Regen mit sich bringt. Auch auf den Tennisplätzen blieben dann die Besucher aus. „Das ist aber besser für den Platz, er trägt sonst einen zu großen Schaden,“ sagt er. Wenn der Boden aufgequollen ist, würden die Spieler automatisch tiefere Löcher hineintreten. Diese müssten dann mühsam wieder beglichen werden. Optimal seien Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Bei den Stadtmeisterschaften vor wenigen Wochen herrschten in den Augen Goldners gute Bedingungen. Seit einigen Tagen werde allerdings kaum noch gespielt.

Vielleicht hellen sich bald die Gesichter auf: Zum Wochenende ist besseres Wetter gemeldet...

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