Im Hospital ist Lachen die beste Medizin

Von: Strüssjer
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Hat zum letzten Mal das „lachende Schpitaal“ mitorganisiert: Chefsekretärin Doris Müller (links) schunkelt mit Geschäftsführer Elmar Wagenbach (2.v.l.). Chefarzt Eberhardt Schneider (rechts) hat gemäß der Tradition nur noch eine halbe Krawatte. Foto: G. Schunkelt
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Führen ihren Zwergentanz auf: die Kinder aus der Kindertagesstätte des St.-Antonius-Hospitals mit ihrer Gruppenleiterin. Foto: H. Lunke
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Schunkeln zusammen mit der Scharwache zu kölschen Liedern: die Mitarbeiter des Krankenhauses um Moderatorin Carmen Johnen (links). Foto: Don R. Wetter

Eischwiele. Das Foyer des St.-Antonius-Hospitals ist packend voll, allerdings ausnahmsweise nicht mit medizinischen Notfällen, wie es sonst üblich ist. Überall tummeln sich Piraten, Cowboys, Piloten und Tiger. Pfleger, Schwestern, Ärzte, Patienten, Angehörige und Besucher sind heute nicht zu unterscheiden.

Sie alle sind gekommen, um gemeinsam in den Straßenkarneval zu starten. Seit 1968 findet alljährlich unter dem Namen „Lachendes Schpitaal“ an Altweiberfastnacht diese ganze besondere Karnevalssitzung statt.

Für jene Patienten, die ihre Zimmer nicht verlassen konnten, um dem frohen Treiben beizuwohnen und Prinz Ralf II. und seinem Gefolge mit einem lauten „Alaaf“ einen gebührenden Einzug ins „Lachende Schpitaal“ zu bieten, gab es eine Videoübertragung direkt in die Patientenzimmer. Denn: „Lachen ist gesund und bekanntlich die beste Medizin“, erklärt Carmen Johnen, die auf der Bühne ihr Moderationsdebüt hatte.

Bei dem Programm folgte ein karnevalistische Höhepunkt auf den anderen. Nicht nur die stadtbekannte Mundartband „Puddelrüh“ und die Brass-Els-Kapelle sorgten für eine ausgelassene Stimmung. Auch die Neueinsteiger „Bohei“ begeisterten das Publikum. Nach ihrem Auftritt schallen laute „Zugabe“-Rufe durchs gesamte Krankenhaus.

Als die Band das zusätzliche Lied „Leev Marie“ von den Kölner Paveiern anstimmte, stimmte das Publikum prompt ein und sang lauter als der Frontsänger. Auch Chefarzt Eberhardt Schneider schnappte sich kurzerhand die Moderatorin für ein kleines Tänzchen.

Auch die 13-jährige Tanzmarie Paula Esser der KG Rote-Funken-Artillerie und die neunjährige Sophie Thoma der KG Löwengarde zauberten allen Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht.

Ein ganz besonderer Anblick bot sich den Jecken, als die Kinder des hauseigenen Kindergartens die Bühne enterten. Mit ihrem einstudierten Zwergentanz und den dazu passenden Kostümen gelang es ihnen, dass die anwesenden Patienten für kurze Zeit ihre Sorgen und das Krankenhauspersonal den stressigen Alltag vergaßen und sich von der Freude der Kinder anstecken ließen.

Prinz Ralf II. und sein Zeremonienmeister Georg ließen sich den Besuch im Krankenhaus ebenfalls nicht entgehen. „Solange ich Karneval feiere, gehört das ‚Lachende Schpitaal‘ an Altweiberfastnacht einfach mit dazu“, begrüßte der Prinz die Jecken. Genau wie Norbert Weiland, der Präsident des Eschweiler Karnevalskomitees, hoffte Prinz Ralf II. dass die Veranstaltung zur schnellen Genesung der Patienten beiträgt.

Simon Hendricks, der Präsident der ältesten Karnevalsgesellschaft der Stadt, verlieh ganz im Sinne des diesjährigen Mottos der Scharwache, „Echte Fründe stonn zesamme“, Karnevalsorden an das Krankenhauspersonal. „Freundschaft belebt und darum danken wir dem Personal, dass es den Patienten mit dieser Veranstaltung Freude ins Herzen bringt und sich Tag für Tag um sie kümmert“, sagte Hendricks und hing stellvertretend für alle Pfleger der Pflegedirektorin Roswitha Brenner einen Ehrenorden um.

Pfarrer Michael Datené war in seinem goldenen Kostüm kaum wiederzuerkennen. Auch er erhielt einen Orden von Moderatorin Carmen Johnen, die sich zuvor aber einen kurzen Kirchenwitz nicht verkneifen konnte, mit dem sie das gesamte Publikum zum Lachen brachte. Schließlich erhielten Chefarzt Eberhardt Schneider, Sektionsleiter Christian Breuer und Chefarzt Peter Staib ihre Orden, denn Carmen Johnen konnte es gar nicht abwarten, „endlich einen Oberarzt zu bützen“.

Bei einer ordentlichen Karnevalssitzung durfte natürlich auch ein Büttenredner nicht fehlen. Alfred Wings, der im Eschweiler Karneval nur als „der Lange“ bekannt ist, übernahm diese Aufgabe mit größtem Vergnügen und schaffte es schon bald, dass das gebannte Publikum in seine humorvollen Reime mit einstimmte. Richtig laut wurde es dann, als das Jugendtrompeterkorps der KG Eefelkank Eschweiler-Hastenrath die Bühne erklomm und mit Pauken, Trommeln und Trompeten kölsche Hits anstimmte.

Sofort hakte sich jeder Jeck beim Nachbarn unter und sang bei kölschen Liedern wie „rut un wieß“ und „Polterovend in d‘r Elsassstroß“ mit. Nach dem offiziellen Programm stürmte die Chefsekretärin Heike Schnitzler als „ene dicke Mann“ die Bühne und trieb damit dem Publikum und ihren Kollegen vor Lachen die Tränen in die Augen.

Am Ende meldete sich dann doch nochmal Elmar Wagenbach, der Geschäftsführer des St.-Antonius-Hospitals, zu Wort. „Bei Frau Johnen bin ich einfach nicht zu Wort gekommen, aber dafür hat sie hier hervorragende Arbeit geleistet“, würdigte Wagenbach die Moderatorin. Einen Wehmutstropfen gab es allerdings am Ende doch noch. „Ich möchte mich ganz besonders bei Doris Müller bedanken, die dieses Jahr zum letzten Mal vor ihrer wohlverdienten Rente diese Veranstaltung organisiert hat“, sagte Wagenbach mit großem Bedauern in der Stimme.

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