Im Herbst soll die Internet-Steinzeit enden

Von: Patrick Nowicki
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Videos im Internet schauen? In einigen Bereichen Eschweilers kann das Hochladen der Filme Minuten dauern. In diesem Jahr soll noch damit Schluss sein: Dann soll das Netz in der Stadt im Nordwesten ausgebaut sein. Foto: imago/Jochen Tack

Eschweiler. Die Urlaubsbilder der Verwandtschaft flattern per E-Mail in den virtuellen Briefkasten. Sie sind noch einen Mausklick entfernt. Aber dann beginnt die Wartezeit: Während die Multimedia-Welt bereits von Internetfernsehen und Turbo-Surfen schwärmt, ruckelt es in einigen Bereichen Eschweilers noch gewaltig.

Damit soll zumindest im Nordwesten bald Schluss sein. Am Donnerstag entscheiden Eschweilers Kommunalpolitiker darüber, wie die Internetzukunft für Hehlrath, Kinzweiler und St. Jöris aussieht.

Zwei Varianten

Im Ratssaal stehen zwei Alternativen zur Diskussion: Funk oder Kabel. Erstere Variante kostet zwar weniger, leistet aber auch weniger. Über Kabel fließen die Daten deutlich schneller. Auch zwei Anbieter sind im Rennen, deren Angebot die Kommunalpolitiker in nicht-öffentlicher Sitzung prüfen können. 200000 Euro sind im noch nicht genehmigten Haushalt 2011 der Stadt für den DSL-Ausbau in diesem Jahr vorgesehen. Bei der teureren Variante müsste sich die Kommune dem Vernehmen nach mit etwa 100000 Euro beteiligen.

Der Technische Beigeordnete Hermann Gödde will sich zu den Zahlen nicht äußern, betont jedoch: „Der Ausbau des DSL-Netzes ist für eine Stadt im Multimedia-Zeitalter enorm wichtig.” Allerdings kritisiert er das aufwändige behördliche Verfahren, bis die ersten Bagger anrollen: „Alle wollen den schnellen Ausbau, doch das Antragsverfahren ist ein Wahnsinn.”

Für Eschweilers Nordwesten musste die Verwaltung zunächst bei allen Anbietern die Bereitschaft zum Ausbau prüfen. Nachdem diese abgelehnt hatten, flatterte den Bürgern ein Schreiben in die Briefkästen, worin nach dem Bedarf gefragt wurde. Mit zunächst schleppender Resonanz in Kinzweiler, Hehlrath und St. Jöris. Am Ende hielt die Verwaltung über 150 konkrete Anfragen in den Händen. Anschließend wurde der Ausbau ausgeschrieben - und zwar losgelöst von den Datenübertragung. Jetzt liegen nun die konkreten Zahlen auf den Tisch - nach Jahren des Vorlaufs.

Noch viel Arbeit

Wann die St. Jöriser am schnellen Datennetz teilhaben, vermag Hermann Gödde nicht sagen. Für ihn steht jedoch fest, dass die Arbeit damit noch lange nicht erledigt ist: „Wir haben selbst in der Innenstadt noch einige Bereiche, wo die Anbindung nicht mehr den modernen Ansprüchen genügt.” Auch in Neulohn und Fronhoven, in Teilen von Weisweiler und in Hastenrath und Scherpenseel kann man derzeit von einer schnellen Datenleitung nur träumen. „Das ist vor allem dann problematisch, wenn sich dort Unternehmen befinden, für die der Internetzugang fast schon überlebenswichtig ist”, unterstützt Gödde das Bestreben der meisten Parteien, das Leitungsnetz in der Stadt leistungsfähiger zu machen.

Einige Kommunalpolitiker gehen davon aus, dass im Herbst die Übertragungsrate im Nordwesten nach oben schnellt. Die Stadtverwaltung will jedoch erst abwarten, wann der Zuschuss der Bezirksregierung fließt: „Der Antrag ist gestellt”, sagt Gödde. Wann des Geld kommt, steht nicht fest.
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