Im Hag: Mit Sitzblockade gegen den Betonmischer der Stadt

Von: Annika Thee
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Will nicht kleinbeigeben: Hannsgunter Bosselmann (rechts) sitzt auf einem Hocker, um die Verfüllung des städtischen Kanals zu verhindern, der unter seinem Grundstück verläuft. Foto: H. Bosselmann

Eschweiler. Der jahrelange Streit zwischen Hannsgunter Bosselmann und der Stadt Eschweiler erreichte am Dienstagnachmittag einen Höhepunkt, als der Betonwagen anrückte, um den städtischen Kanal zu verfüllen, der unter Hannsgunter Bosselmanns Grundstück verläuft.

Im Zuge der Kanalsanierung Im Hag wurde die circa 50 Meter lange Kanalleitung nach 60 Jahren im Betrieb stillgelegt. Ursprünglich habe die Stadt dem Grundstückseigentümer mitgeteilt, man wolle die Leitung oben und unten zumauern, den Kanal an sich allerdings offen lassen. Bosselmann hatte daraufhin gefordert, dass der Kanal zuvor gereinigt werde, um ihn von möglichen Fäkalienresten zu befreien. Später teilte die Stadt ihm mit, dass der Kanal nunmehr mit Beton verdämmt werde.

Der Grundstückseigentümer wollte sich gegen dieses Vorgehen wehren und nahm juristische Hilfe in Anspruch. „Mein Anwalt hat mir geraten, den Verfüllstutzen zu blockieren, weshalb ich mich kurzerhand draufgesetzt habe, als der Betonwagen angerückt ist“, erklärt Bosselmann. Erfahren habe er von der Maßnahme erst ein paar Stunden bevor der Betonwagen mit dem Verfüllmaterial eingetroffen ist. „Herr Bosselmann wusste, dass die Verfüllung des Kanals anstand, der genaue Zeitpunkt wird aber von der Baufirma festgelegt“, verteidigt der Leiter des Tiefbauamtes, Bernd Hartlich, das Vorgehen der Stadt.

Der anwesende Bauleiter rief die Polizei, die nach einer kurzen Klärung des Sachstandes Hannsgunter Bosselmann dazu aufforderte, seine Blockade aufzugeben und den Baufortschritt nicht weiter zu behindern. Dem kam er schließlich nach. Da die Stadt die Dienstbarkeit über den stillgelegten Kanal innehat und die Bauarbeiten von städtischem Boden aus durchgeführt werden konnten, sah die Polizei die Stadt im Recht.

Hannsgunter Bosselmann war vor seiner Pensionierung selbst Leiter des Tiefbauamtes. In mehreren Schreiben hatte er nach eigenen Angaben immer wieder eine einvernehmliche Lösung mit der Stadt Eschweiler angestrebt. Diese konnte jedoch nicht gefunden werden, wie der Schriftwechsel mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt, Hermann Gödde, sowie ein vorheriges Verfahren vor dem Verwaltungsgericht zeigt, das Bosselmann ebenfalls verloren hatte. Nun erwägt er weitere juristische Schritte. Die Stadt weist hingegen jede Schuld von sich: „Mir ist schleierhaft, welchen Vergehens wir uns schuldig gemacht haben sollten“, sagt Bernd Hartlich.

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