Eschweiler - Im Bergrather Feld entsteht eine Seniorensiedlung besonderer Art

Im Bergrather Feld entsteht eine Seniorensiedlung besonderer Art

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
12177255.jpg
Schmucke Häuser in der Gartenansicht: Die Terrassen gehen auf den Park hinaus und ermöglichen dem, der will, auch einen barrierefreien Kontakt zum Nachbarn. Foto: Rudolf Müller
12177256.jpg
Hier geht‘s zügig voran: Bis Ende des Jahres sollen alle 17 Neubauten am Bergrather Feld bezugsfertig sein.

Eschweiler. Nicht nur die „Großen“ feierten mit, als vor wenigen Tagen am Ortsrand von Kinzweiler im Neubaugebiet Ackerstraße offiziell der „Startschuss“ zum Bau von 57 Wohnhäusern fiel. Dass sich auf der frisch eröffneten Baustraße auch etliche Kinder tummelten, ist ein Zeichen dafür, dass die Indestadt für junge Familien ein beliebter Wohnort ist.

Was für junge Leute gilt, das gilt für ältere erst recht: Senioren fühlen sich in Eschweiler wohl. Immer mehr seniorengerechte Wohnungen tragen dem demografischen Wandel und den damit einhergehenden Wünschen und Bedürfnissen älterer Mitbürger Rechnung. Und die zielen durchaus nicht immer auf einen Platz in einem der hier zu findenden Seniorenheime ab.

Selbstständig leben

„Älterwerden ist in Deutschland leider immer noch negativ behaftet“, sagt Werner Jans. „Da denken viele an Abgeschobensein in Heime, an Vereinsamung, an Aufgabe der gewohnten Lebensweise.“ Werner Jans ist Projektleiter der in Wassenberg und Baesweiler ansässigen Firma Elmo-Massivhaus. Und die baut zwar auch vollstationäre Altenheime (unter anderem in Baesweiler und Wassenberg), geht mit Erfolg aber auch andere Wege. Ihr aktuelles Projekt nimmt derzeit in Eschweilers Südwesten Gestalt an: die Seniorenresidenz Bergrath. Am Bergrather Feld werden insgesamt 17 seniorengerechte Wohnhäuser errichtet. Rund um eine Parkanlage entstehen Häuser für „Menschen am Ende ihres Berufslebens, deren Kinder inzwischen anderswo leben und die jetzt den Schritt wagen vom viel zu großen Haus auf dem viel zu großen Grundstück“, so Jans, in eine Wohnanlage, die ihnen weitestgehende Selbstständigkeit ermöglicht und dennoch, falls gewünscht, einiges an Arbeit abnimmt.

Was in Baesweiler, am Carl-Alexander-Park, mit 81 Häusern auf einem 60.000 Quadratmeter großen Areal ebenso Erfolgsgeschichte schreibt wie in Wassenberg, das wird derzeit in kleinerem Maße auch in Übach-Palenberg realisiert und soll nun hier in Bergrath auf 7000 Quadratmetern wiederholt werden.

Die Nachfrage ist groß. Und die weitaus meisten Käufer kommen aus Eschweiler und Umgebung. „Bis auf eines sind alle Grundstücke bereits verkauft“, sagt Werner Jans. Seine Firma ist ständig auf der Suche nach weiteren geeigneten Flächen. „Natürlich müssen die ein paar Grundvoraussetzungen aufweisen – zum Beispiel die fußläufige Erreichbarkeit notwendiger Infrastruktur.“ Gemeint sind Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen etc. Denn obschon alle Häuser mit Garagen samt elektrisch bedienbarerer Sektionaltore ausgestattet werden, wird auch an die Zeit gedacht, in der die Bewohner lieber aufs Fahren verzichten. In Bergrath, nahe Feldern und Waldrand, „geht das so gerade noch“, sagt Jans.

In Aldenhoven, wo an der Dietrich-Mühlfahrt-Straße eine kleine Seniorensiedlung mit nur sieben Häusern in der Mache ist, ist die Lage „hervorragend: unmittelbar in der Nähe der Verwaltung, eines Ärztehauses, Apotheken und eines Nahversorgungszentrums mit mehreren Geschäften“. Jans hat auch schon erlebt, dass gerade der Bau einer Seniorensiedlung für die Ansiedlung neuer Geschäfte sorgte.

Hausmeisterservice

Wie alle bereits errichteten Seniorenresidenzen bieten auch die Häuser im Bergrather Feld eine Vielzahl von Annehmlichkeiten für ältere und/oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Bewohner: Alle sind barrierefrei, bieten überbreite Türen, durch die auch ein Rollator oder Rollstuhl problemlos passt, und ein Bad mit befahrbarer Dusche. Die Häuser – zwei sind freistehend, zwei sind Doppelhäuser, die übrigen Reihenhäuser – gibt es in zwei Größen: mit 68 und 86 Quadratmetern Wohnfläche. Die teilen sich auf in Schlafzimmer, Bad, Hauswirtschaftsraum, offene Küche und Wohnzimmer sowie Arbeitsraum und Terrasse. Der einzig nicht barrierefrei zugängliche Teil des Hauses ist der kleine Speicher, der über eine Klapptreppe zu erreichen ist. „Da ist Platz genug für beispielsweise die Kartons mit dem Weihnachtskram“, sagt Jans und lacht. Unterkellert sind die Häuser nicht.

Die dreifachverglasten Massivbauten bieten Fußbodenheizung und Solaranlagen zur Warmwasserbereitung – lässt sich die Sonne mal nicht blicken, springt eine Gastherme ein. „Die Heizkosten für ein solches Haus liegen je nach Nutzerverhalten zwischen 50 und 60 Euro pro Monat“, sagt Jans. Das Innenleben der schlüsselfertig erstellten Häuser wird mit Ständerwerkwänden gestaltet und lässt Raum für individuelle Wünsche der künftigen Bewohner.

Die können nicht nur zwischen Granit- und Laminatböden wählen, sondern sich auch einen Hausnotruf installieren lassen. Und zudem für 35 Euro im Monat einen Hausmeisterservice nutzen. „Die Hausmeister sind Mitarbeiter unserer Firma“, sagt Werner Jans. Und die pflegen nicht nur das parkähnliche Zentrum der Wohnanlage, sondern tragen den Bewohnern auch die Mülleimer an die Straße und nehmen kleinere Reparaturen vor.

Die ersten Bewohner des Parks sollen am 1. September einziehen, sagt Projektleiter Jans. Und bis Ende des Jahres soll die komplette Wohnanlage fertig sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert