Im August öffnet der Verein Immenhofkinder Kita in Nothberg

Von: Patrick Nowicki
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Die Ponys Moni und Tinkerbell gehören zum naturnahen Konzept der Kindertagesstätte Immenhofkinder und deren Leiterin Sabina Schumacher.
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Hereinspaziert: Der Hof von Hans-Peter Schumacher wird teilweise zur Kindertagesstätte umgebaut. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Noch sind die Balken sichtbar. Rohre hängen aus der Wand, Gipskartonplatten stapeln sich in der Ecke. Es ist noch viel zu tun in dem alten Bauernhof, ehe dort am 5. August die ersten Kinder tollen. Das Anwesen in Nothberg, unmittelbar vor der Pfarrkirche, wird zum Teil zu einer Kindertagesstätte umgebaut. Träger ist der Verein Immenhofkinder. Doch nicht nur das natürliche Umfeld macht den Kindergarten zu einem besonderen: Die Einrichtung soll von 5.30 bis 21 Uhr geöffnet sein, so lange wie keine andere Kindertagesstätte in Eschweiler.

Das Angebot zielt auf Eltern im Schichtdienst, deren Arbeitszeit oft zu Problemen bei der Kinderbetreuung führte. Deswegen erkundigte sich der Verein bei großen Firmen in Eschweiler, um die Zeiten optimal anzupassen. Eine der Initiatorinnen ist Sabrina Schumacher. Die Erzieherin arbeitete bereits in einem Kindergarten, der von einer Elterninitiative getragen wurde, und machte dort positive Erfahrungen. Dies war in Merkstein, beim Verein Gänseblümchen. „Die Eltern haben sich sehr eingebracht und waren sehr engagiert“, berichtet die Nothbergerin. Dies erhofft sie sich auch für die neue Einrichtung, deren Leitung sie übernimmt.

Zwei Gruppen mit jeweils 20 Kindern kann der neue Kindergarten aufnehmen. „Es gibt viele Anfragen und auch schon Anmeldungen“, berichtet Sabrina Schumacher. Allerdings schränkt sie das Aufnahmealter ein: Die neuen Immenhofkinder sollen mindestens zwei Jahre alt sein. Das ist auch pädagogisch so gewollt. Die Arbeit mit der Natur und Tieren lasse sich mit jüngeren Kindern nur schwer umsetzen. Der Name ist nämlich Programm. Ähnlich wie in den Immenhof-Filmen aus den 50er und 70er Jahren sollen die Kinder ihre Umwelt und den Bauernhof erfahren lernen. Natürlich gehören auch zwei Ponys dazu: Moni und Tinkerbell grasen bereits friedlich auf den Wiesen hinter dem alten Gemäuer. Die Tiere stammen aus dem Ruhrgebiet und wurden im therapeutischen Reiten eingesetzt. „Dieses Angebot können wir hier natürlich nicht machen, weil uns das qualifizierte Personal fehlt, aber die Tiere sind an Kinder gewöhnt“, sagt Sabrina Schumacher. Ein Stall mit Kleintieren soll bis zur Eröffnung hinzukommen.

Unterstützt wird Sabrina Schumacher von ihrem Vater Hans-Peter Schumacher. Der selbstständige Handwerker kümmert sich vor allem um den Umbau des über 100 Jahre alten Gemäuers. Zwar waren einige Räume als Wohnung lange Zeit vermietet, doch für die Kindertagesstätte wird alles von Grund auf erneuert. Lediglich die Wände bleiben stehen, der gesamte Trakt wurde entkernt.

Inzwischen kann man sich jedoch ein Bild davon machen, wie die Räume einmal aussehen werden, wenn die Kinder einziehen. Natürlich muss alles dem vorgeschriebenen Standard entsprechen: Zu jedem Gruppen- gehört ein Nebenraum. Die Küche ist großzügig, schließlich soll es auch Mittagessen in der Einrichtung geben. Wer das Essen liefert, steht noch nicht fest.

Arbeitsplätze werden in der neuen Kindertagesstätte ebenfalls geschaffen – derzeit sind fünf Vollzeit- und zwei Teilzeitstellen vorgesehen. Auch hierfür liegen schon ausreichend Bewerbungen vor: „Es gibt offensichtlich viele Erzieherinnen, die sich mit unserem pädagogischen Ansatz anfreunden.“

Es gibt einiges vorzubereiten, bevor die Eröffnung gefeiert wird. Unterstützt wird der Verein vom Jugendamt der Stadt Eschweiler. „Die haben uns vorbildlich geholfen“, betont Sabrina Schumacher. Die Nothberger Elterninitiative verringert den Druck auf die Verwaltung, weitere Kindergartenplätze bis August zu schaffen. Dann besteht bekanntlich ein gesetzlicher Anspruch auf einen Platz für Kinder im Alter ab einem Jahr.

Bewusste Entscheidung

Ein Elternverein in dieser Form ist zudem neu in Eschweiler. Zwar gibt es einen Verein, der den Kindergarten an der Martin-Luther-Straße trägt, allerdings steckt dahinter die Evangelische Gemeinde. Eine Initiative, wie sie nun in Nothberg von Privatleuten ergriffen wird, gab es so noch nicht. Allerdings haben andere Kommunen wie Stolberg, Herzogenrath und Aachen gute Erfahrungen mit Trägervereinen gemacht. In der freien Gestaltung sieht Sabrina Schumacher einen Vorteil: „In einem Verein haben die Eltern mehr Möglichkeiten, sich positiv mit ihren Ideen einzubringen.“ Ab und zu ist auch Muskelkraft der Väter und Mütter gefragt. Aber auch das schreckt die Familien nicht ab. Im Gegenteil: „Wer sich für eine solche Einrichtung entscheidet, will auch mehr mitgestalten“, ist sich Sabrina Schumacher sicher.

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