Eschweiler - Ihre Karriere startet bereits im Bauch ihrer Mutter

Ihre Karriere startet bereits im Bauch ihrer Mutter

Von: Sonja Essers
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Fest zutreten kann sie: Die achtjährige Alina Steiner gehört zu den Eschweiler Sportlern des Jahres. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Wenn man die achtjährige Alina Steiner fragt, wann sie mit ihrer größten Leidenschaft, dem Taekwondo, begonnen hat, fällt ihre Antwort deutlich aus: „Bei Mama im Bauch.“ Eine abwegige Kinderfantasie? Keineswegs. Das bestätigt Mutter Anja Steiner. Hochschwanger unterrichtete sie bis kurz vor der Geburt ihrer Ältesten den Nachwuchs der TSG Eschweiler.

Das Ergebnis: Bereits mit eineinhalb Jahren trug die kleine Alina ihren ersten Anzug samt Gürtel, ist seit dem vergangenen Jahr aktive Wettkämpferin und erkämpfte sich in diesem Jahr sogar den 1. Platz auf der Landesmeisterschaft. Dafür wurde die Indestädterin nun der Titel Sportlerin des Jahres in der Kategorie weiblich bis 18 Jahre verliehen.

Doch nicht nur Alina hat es die Sportart ungemein angetan. Auch ihre beiden Geschwister, die siebenjährigen Zwillinge Amily und Alexander sind aktiv. Woher ihre Begeisterung kommt? Ganz einfach: von ihren Eltern. Schließlich sind Andreas und Anja Steiner keine unbeschriebenen Blätter in ihrer Sportart.

„Blumentöpfe runtertreten“

1974, mit 16 Jahren, interessierte sich Andreas Steiner für Taekwondo. „Damals gab es die ganzen Bruce-Lee-Filme. Da wollte jeder die Blumentöpfe von der Fensterband runtertreten“, sagt er und lacht. Zu diesem Zeitpunkt steckte die Sportart allerdings noch in den Kinderschuhen, erinnert sich Steiner. Heute ist das ganz anders. Schließlich treten die Kampfsportler sogar bei den Olympischen Spielen an. Dennoch: „Es ist ein Amateur-Sport und wir auch immer ein Amateur-Sport bleiben.“

Im Jahr 1989 gründete Steiner eine eigene Taekwondo-Abteilung im Eschweiler Judo Club. Schnell wurde man damals in der Wettkampfszene auf die Indestädter aufmerksam. Drei Jahre später trat auch seine spätere Ehefrau Anja Steiner der Abteilung bei. Nachdem 1997 die TSG Eschweiler gegründet wurde, stieg Anja Steiner schnell zu ihrer erfolgreichsten Sportlerin auf. Zwischen 1993 und 2002 war sie Mitglied des Landeskaders, im Bundeskader war sie zwischen 1995 und 2002 aktiv und reiste nach Honolulu zu den US Open und zum World Cup nach Rio.

Zwischen 1996 und 2000 war Steiner sogar Mitglied im Olympiakader. Eine Teilnahme war jedoch aufgrund eines Meniskusschadens nicht möglich. Im Jahr 2000 war Anja Steiner sogar bei den US Open in Hawaii. An diese Reise erinnert sich Ehemann Andreas noch gut. „Das war unsere Hochzeitsfeier“, sagt er und lacht. 2004 beendete Steiner ihre Karriere und wurde noch im selben Jahr mit dem Schöffensiegel der Stadt Eschweiler ausgezeichnet.

Zwei Jahre zuvor erhielt Steiner die Auszeichnung als beste Sportlerin der Indestadt. Tochter Alina ist auf dem besten Weg in ihre Fußstapfen zu treten. Sie sagt: „Meine Mutter ist mein größtes Vorbild. Ich möchte gerne so wie sie werden und mal an Olympia teilnehmen.“ Eine Chance hätte sie. Schließlich gibt es mittlerweile sogar eine Jugend-Olympiade und mit viel Glück und Talent könnte Alina es in den kommenden Jahren in den Kader schaffen.

Und was gefällt den Steiner-Kids so gut am Taekwondo? „Es ist toll, mit den anderen Kindern zu spielen, Sparring zu machen und die Techniken zu lernen“, bringt Alina es auf den Punkt.

Schule an erster Stelle

Die Nachwuchstalente trainieren momentan zwischen drei und vier Mal in der Woche, Alina hilft auch beim Training der Kleinsten mit. An Nummer Eins steht für die Drittklässlerin und ihre Geschwister allerdings nicht der Sport, sondern die Schule. Nur wenn die Noten auch stimmen, darf trainiert werden. Da versteht es sich von selbst, dass alle drei Steiner-Kids gute Schüler sind.

Und wann steht der nächste Wettkampf für Alina Steiner an? In diesem Jahr sei es noch ruhig. Erst Anfang des kommenden Jahres nimmt die kleine Eschweiler Sportlerin des Jahres an einem Turnier in Stuttgart mit über 1000 Teilnehmern aus der ganzen Welt teil. Natürlich wird sie auch bei diesem wieder von ihrer Familie angefeuert.

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