Ideologie der Rechten findet keinen Platz

Von: Andreas Röchter
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Starker Abschluss eines gelung
Starker Abschluss eines gelungenen Aktionstages: Auch die Rocker von „Brings” stellten sich an die Seite des Aktionsbündnisses. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Bunt, facettenreich, laut, leise, fast immer heiter, manchmal nachdenklich, bewegend, aufrüttelnd, beschwörend - Attribute, die das „Fest der Vielfalt”, das am Samstag als „Aktionstag gegen Neonazis” vor dem Kulturzentrum Talbahnhof stattfand, kaum ausreichend beschreiben.

Ein breites Bündnis der demokratischen Parteien, religiöser Glaubensgemeinschaften, Schulen, Vereinen, Institutionen und Gruppierungen hatte sich dem von der Bürgerinititive „Gemeinsam gegen Neonazis” initiierten Aktionsbündnis „Eschweiler Nazifrei” angeschlossen und brachte eine Botschaft unmissverständlich zum Ausdruck: Die menschenverachtende Ideologie der Rechtsextremisten findet in der Indestadt keinen Platz!

Mit einem von Moderator Martin Schlattmann herzlich begrüßten Fahrradcorso der Evangelischen Kirchengemeinde Weisweiler-Dürwiß startete der Aktionstag um 11 Uhr. Zahlreiche Indestädter und Gäste aus der gesamten Städteregion hatten sich pünktlich versammelt, um ihre Solidarität mit dem Bündnis zu unterstreichen.

„Ich bin stolz auf das Engagement der Eschweiler Bürger”, dankte Bürgermeister Rudi Bertram den Verantwortlichen der Initiative um Frank Taufenbach, Sprecher der Bürgerinitiative. „So viele Menschen zeigen heute hier Gesicht und senden damit auch ein Signal in Richtung unserer Nachbarstadt Stolberg, die in den nächsten Tagen gleich zweimal von Neonazis heimgesucht werden wird”, betonte der Verwaltungschef.

Deutliche Worte

Die große Bedeutung des Aktionstags unterstrich Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments und gebürtiger Hehlrather. „Dies hier ist für mich die wichtigste Veranstaltung des Tages!”

Der gesamte demokratische Bogen des Landes habe sich versammelt, um sich gegen die Nazis zu erheben, die das Ziel verfolgten, die Freiheit und die beste Verfassung, über die Deutschland jemals verfügt habe, zu zerstören. „Trotz aller politischer Differenzen repräsentieren wir hier die überwältigende Mehrheit und können den Neonazis deutlich sagen: Niemand wird in Deutschland so verachtet, wie der braune Mob.”

Stolbergs Bürgermeister Ferdi Gatzweiler appellierte an die Zuhörer, am kommenden Mittwoch, 4. April, sowie am Ostersamstag, 7. April, in die Kupferstadt zu kommen, um auch dort den Neonazis entgegenzutreten. „Wir dürfen uns unsere Demokratie nicht kaputt machen lassen und müssen als breites demokratisches Spektrum zusammenrücken”, so seine Aufforderung.

Frank Taufenbach erinnerte daran, dass rassistisches Gedankengut nicht nur bei Rechtsradikalen vorzufinden, sondern bereits in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen sei. Darüber hinaus sparte der BI-Sprecher nicht mit Kritik an den Behörden: „Die Gefahr, die von der Kameradschaft Aachen-Land ausgeht, wurde lange Zeit verharmlost. Ebenso kann es nicht sein, dass Antifaschisten in ihrem Wirken massiv behindert werden. Ich wehre mich gegen die Gleichsetzung von Opfern und Tätern.”
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