Hunde an die Leine: Franz Scheufen fürchtet um seine Hühner

Von: Sarah Maria Berners
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Hinter dem Haus von Franz Scheufen in der Preyerstraße haben die Hühner viel Platz. Auf zwei großen Wiesen können sie laufen und Körner picken. Immer wieder findet der Rentner tote Hühner. Dann hat wieder mal ein Hund zugebissen. Foto: Sarah Maria Berners

Eschweiler. Franz Scheufen ist traurig. Schon wieder ist eines seiner Hühner tot. Die Federn neben dem Jägerzaun zeugen noch von dem wilden Kampf, der hier stattgefunden haben muss. „Schon wieder hat ein Hund ein Huhn totgebissen”, erzählt Scheufen kopfschüttelnd.

Es ist nicht das erste Mal. Drei bis vier Mal pro Jahr passiert so etwas. Mal ist der Kopf des Tieres abgerissen, mal sind die Flügel zerfetzt. „Warum können die Halter ihre Hunde nicht einfach an die Leine nehmen?”, fragt er. Seine Hühner zieht Franz Scheufen auf einer Wiese hinter seinem Haus in der Preyerstraße mit viel Herzblut auf. Manchmal kocht er sogar extra Kartoffeln für sein Federvieh. Deswegen ist auch der finanzielle Schaden nicht die Sorge von Franz Scheufen. Es geht im einfach um die Tiere, die ihm so am Herzen liegen, die ihm - zahm wie sie sind - über die Wiese folgen.

Dass es nicht Füchse oder Marder sind, die die Hühner getötet haben, das ist für den rüstigen Rentner sicher. „Der Fuchs und der Marder nehmen die Hühner mit, schließlich wollen sie damit ihren Hunger stillen.” Außerdem, so Franz Scheufen, kämen diese Tiere nicht direkt nach Feierabend. Am späten Nachmittag seien die Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern unterwegs. Und generell hat Scheufen auch gar nichts gegen Hunde. Aber wenn sie eines seiner derzeit elf Hühner töten ist der Spaß vorbei.

Bei einigen Hunderassen wecken die Hühner den Jagdinstinkt. Fressen tun die Hunde die Hühner nicht. Die meisten sind satt, werden von Herrchen und Frauchen gut gefüttert. Noch nicht lange ist es her, dass Franz Scheufen ein schwer verletztes Huhn auf seiner Wiese entdeckt hat. „Das habe ich allerdings wieder aufpäppeln können, sagt er lächelnd. Er hängt an allen Tieren. Aber Scheufen will auch nicht alle Hundebesitzer über einen Kamm scheren. „Es sind auch schon welche zu mir gekommen und haben sich entschuldigt”, erzählt er. Und nach einem solchen Vorfall würden sie die Hunde auch nicht mehr frei laufen lassen. „Aber es kommen immer neue Hunde hinzu. Und dann passiert es wieder”, so Scheufen. „Dabei dürfen die Leute die Hunde doch gar nicht frei laufen lassen”, so Scheufen.

„Niemanden gefährden”

In der Straßenverordnung der Stadt Eschweiler ist Paragraph 8 der Tierhaltung gewidmet. „Auf Verkehrsflächen und in Anlagen innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile sind Hunde an der Leine zu führen”, steht darin geschrieben. Nun führt ein Feldweg entlang der Wiese, auf der die Hühner laufen, die Häuser sind noch in Sichtweite. „Wir plädieren in solchen Gebieten dafür, die Hunde an der Leine zu halten”, sagt Stadtsprecher Stefan Kaever. Weiter weg, auf Feldern und Wiesen könnten die Hunde ja dann frei laufen. Im dem Paragraphen steht auch, dass die Tierhalter dafür Sorge tragen müssen, dass ihre Lieblinge „niemanden gefährden oder verletzen, Sachen beschädigen und nicht aufsichtslos herumlaufen”.

Franz Scheufen hat, so sagt er, schon mehrmals den Dialog mit den Hundehaltern gesucht - nicht nur wegen der toten Hühner, sondern auch wegen dem Hundekot auf dem Gehweg und in den Vorgärten. Nicht alle seien gesprächsbereit, sagt er. „Viele argumentieren damit, dass sie Hundesteuer zahlen.” Die ist allerdings, so Kaever nicht zweckgebunden, sondern fließt in die allgemeinen Einnahmen der Stadt.

Ein Freifahrschein für das Geschäft auf dem Gehweg ist mit der Steuer nicht gelöst und auch einem Hühnerbesitzer hilft die Hundesteuer wenig weiter, wenn seine Tiere gerissen werden. Seit einigen Tagen hat Franz Scheufen auch das schmucke Fasanenmännchen, das mit den Hühnern über die Wiese läuft, nicht mehr gesehen. Aber er befürchtet, dass auch er von einem Hund getötet wurde.
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