Hoteliers wollen Angebot für Wanderer aufstocken

Von: Jürgen Lange
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Wanderer suchen sich nach Anga
Wanderer suchen sich nach Angaben von Barbara Breuer, Leiterin der Stolberg-Touristik, immer häufiger die Kupferstadt als Start- oder Zielort ihrer Touren aus. Foto: imago/stock

Stolberg. Das Wandern ist längst nicht mehr nur „des Müllers Lust”, heute wollen immer mehr Touristen „ihr Ränzlein schnüren”. Wandern liegt wieder im Trend, ob in der großen Gruppe, zu zweit oder auch alleine, ob mit Karte oder ganz modern per Smartphone und GPS.

Und die Koordinaten der Kupferstadt werden, so berichtet Stolberg-Touristik-Leiterin Barbara Breuer, immer häufiger in den Empfängern der satellitengestützten Positionsmeldern angezeigt. Das ist in erster Linie auf den Eifelsteig und die Kupferroute als offiziellem Submarkenweg zurückzuführen. Der Premium-Wanderweg zwischen Aachen und Trier zählt zur Top Ten unter den Qualitätswanderwegen in Europa und erfreut sich eines stetig wachsenden Zulaufs, betont Klaus Schäfer, Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, der auch Stolberg angehört. Das Engagement um eine touristische Vermarktung der Eifel und der Kupferstadt trage Früchte, so Schäfer.

Robert Gogic hat das „Vichter Landhaus” erweitert. Eva Carlitz und Melanie Bungenberg stellen in einem umfangreichen Sanierungsprojekt das Zweifaller „Hotel zum Walde” ganz auf das Thema Wald ab. Und Anita und Dirk Stock haben passend die romantische Ader des alten deutschen Volkssportes entdeckt: Das „Romantik-Hotel am Hammerberg” ist nun als „Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland” zertifiziert - eine Auszeichnung, die der Deutsche Wanderverband erst nach einem umfangreichen Audit vergibt. 23 Kernkriterien und mindestens neun Wahlkriterien muss das Vier-Sterne-Haus erfüllen, um in den Genuss des Siegels zu gelangen, das Barbara Breuer jetzt überreichen durfte. „Der Tourismus in der Kupferstadt ist weiter im Aufwind”, sagt Breuer und verweist dabei auch auf die umfangreich angewachsene Liste von Privatunterkünften, die das Übernachtungsangebot für Besucher in Stolberg weiter verbessern.

Interessante Ausblicke bieten Eifelsteig und Kupferroute nicht nur auf eine schöne Landschaft. Da war es für Anita und Dirk Stock fast schon ein Muss, sich für Wanderer zu engagieren. Immerhin verläuft nur wenige Schritte oberhalb des Hotels die Premium-Wanderroute. Große Ansprüche werden an den Standard der Wege gestellt, um in den Genuss der marketingfreundlichen Premium-Auszeichnung zu gelangen. Vergleichbares gilt für Unterkünfte. Da muss auch das Ehepaar Stock nachweisen, dass es nicht nur ein Herz für Wanderer hat, sondern ihnen den erwünschten und nach einer anstrengenden Etappe verdienten Service bieten kann.

Und der fängt an bei Ablegemöglichkeiten für - vermutlich oft verschmutzte - Wanderschuhe und der Gelegenheit, etwa durchnässte Wanderkleidung über Nacht zu trocknen und zu säubern, und er geht weiter über das Liefern erforderlicher Informationen zu Wetter, Kartenmaterial, Strecke und Zielen auf den Routen bis hin zu Lunchpaketen, Frühstück, Vesper, Hausapotheke und Gepäcktransport.

Mehrwöchiges Audit

Da mussten sich während des mehrwöchigen Audits das erfahrene Hoteliers-Ehepaar durchaus mit einigen nicht so ganz präsenten Gewohnheiten von Wandersleuten vertraut machen. Und auch einmal selbst das feste Schuhwerk schnüren, um die eigenen Ortskenntnisse zu optimieren. Denn zu weiteren Voraussetzungen für das Siegel „Wanderbares Deutschland” machen einen Qualitätsgastgeber auch eigene Arrangements auf Schusters Rappen aus.

Schlemmen ist ein weiteres wichtiges Stichwort. Denn Anita und Dirk Stock setzen, so versichern sie, ganz auf die Regionalmarke Eifel und sind auch dort als Qualitätsgastgeber zertifiziert. Das kommt an. Und dies gilt für Geschäftsreisende, die überwiegend während der Woche im Hotel absteigen, wie auch für Freizeit-Besucher am Wochenende. „Die wissen dann auch das Landbier und den Schinken aus der Eifel sehr zu schätzen”, sagt Stock. Und: „Mit der günstigen Lage als Tor zur Eifel und zu den Großstädten an Rhein, Ruhr, Maas und Pau bietet sich für Stolberg-Besucher die Chance, Städtetourismus und Naturerleben in einem Urlaub zu verbinden”, sagt der Hotelier. „Das ist ein unschätzbarer Vorteil der Voreifel.”

Die darf sich durchaus Hoffnungen auf ein steigendes Klientel von Wander- und Radtouristen machen. Das liegt dann nicht nur am Ausbau der E-Bike-Stationen, sondern auch an den weiteren Bemühungen zum sanften Tourismus.

Der Ausbau des Vennbahn-Radwegenetzes soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Vulkaneifel-Pfade und der Römerkanal-Wanderweg komplettieren das Angebot für Freunde geschnürten Schuhwerks, die Internationale Kunstakademie Heimbach, die „ArtTour de Stolberg” und „Kunst auf dem Weg” bereichern vor Ort und in der nahen Umgebung das kulturelle Portfolio. Und unter dem Schlagwort „Slow Travel” erarbeitet das Eifel-Ardennen-Marketing eine klare Profilierung als Naturerlebnis-Region, mit der neue Gäste für Eifel und Ardennen gewonnen werden sollen.

Steigende Tendenz in der Kupferstadt

Die Kennzahl der Tourismusintensität aus Übernachtungszahlen in Bezug auf die Einwohnerzahl ist seit 2003 (Wiedereintritt Stolbergs in die Eifel Tourismus GmbH) von 59 auf 77 im Jahr 2010 gestiegen. Die registrierten Übernachtungen erhöhten sich um rund 27 Prozent auf 44 338.

In diesem Zeitraum steigerte sich der von den Touristen generierte Bruttoumsatz von 2,64 auf 3,35 Millionen Euro.
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