Eschweiler - „Hospiz macht Schule”: Viel Freude bei sehr ernsten Themen

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„Hospiz macht Schule”: Viel Freude bei sehr ernsten Themen

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Ernste Themen und doch Freude am Projekt „Hospiz macht Schule”: Irmgard Stiel (links) mit Dürwisser Grundschülern. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Sie sind es gewohnt, Menschen in ihren letzten Tagen ihres Lebens zu helfen, Angehörigen Trost zu spenden. Aber vor dieser Woche waren die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes Eschweiler/Stolberg sehr nervös: An der Grundschule Dürwiß startete das Projekt „Hospiz macht Schule”.

Eine Premiere in Eschweiler, bei der sich die Kinder mit dem Tod und der Trauer auf der einen, aber auch mit dem Leben und der Freude auf der anderen Seite beschäftigten. Und an jedem Tag steht ein anderer Schwerpunkt auf dem Programm.

Am Dienstag wurde eine weitere Schatzkiste - jeden Tag gibt es eine neue - geöffnet, es ging um Krankheit und Leid. Die Schmerztherapeutin Dr. Elisabeth Ebner, die auch dem Palliativnetz angehört, sprach mit den Kindern darüber.

Und die Fragen der Kleinen waren durchaus praktischer Natur: „Wieso bekomme ich Kopfschmerzen, wenn ich zu viel Eis esse?”, wollte ein Viertklässler wissen. Da musste auch die Medizinerin passen. Alle anderen Fragen wurden jedoch möglichst praxisnah beantwortet. So atmeten die Kinder kurz durch einen Strohhalm, um zu erfahren, wie sich Menschen in Atemnot fühlen.

„Etwa drei Minuten lang kann ein menschlicher Körper ohne Sauerstoff auskommen”, berichtete Dr. Elisabeth Ebner, dies sei ein Durchschnittswert. Ganz so weit daneben lagen die Kleinen mit ihren Schätzungen kurz zuvor nicht.

Nach dem Gespräch mit der Ärztin ging es in die Kleingruppen: Auf ein Plakat sollte jedes Kind schreiben, was gegen Schmerzen und Krankheit hilft. Als Allzweckwaffe lagen die Mütter hoch im Kurs: So gesellte sich der Satz „Mit Mama kuscheln” zu eher medizinischen Dingen wie Tablette, Spritze und Salbe. Natürlich sollten auch die anderen Gruppe die Ergebnisse erfahren, was zum Abschluss wieder in der großen Runde geschah.

„Kinder gehen sehr offen an diese Themen ran”, wusste Dr. Elisabeth Ebner aus der eigenen Erfahrung, schließlich kennt sie die Fragen ihres zehnjährigen Sohnes. Also fiel es der Medizinerin leicht, Zugang zu den Kindern zu finden, mit ihnen zu plaudern und Fragen zu beantworten.

Bleibt noch die Antwort auf die Frage nach den Kopfschmerzen, wenn man das Eis zu schnell verputzt: Die Mediziner sind sich nicht ganz schlüssig, gehen aber davon aus, dass das Eis in der Speiseröhre die Gefäße stark verengt. Diese kurzzeitige Unterversorgung des Kopfes mit Sauerstoff könnte die Ursache für die Schmerzen sein. Aha.
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