Hommage an Gioacchino Rossini im Talbahnhof

Von: ran
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Noch steht das Klavier etwas versteckt im Talbahnhof. In wenigen Tagen werden Ausnahmepianist Jozsef Acs und Moderator Siegfried Tschinkel das Kulturzentrum in einen Konzertsaal verwandeln. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Er galt bereits zu Lebzeiten als Legende, war lebensfroh, großzügig sowie mit Charme und Witz gesegnet. Als Meister der „Opera buffa“, der komischen Oper, ging er in die Geschichte ein. Doch auch fantastische Kantaten, Hymnen, Chöre sowie ehrfurchtgebietende geistliche Musik entstammen seiner Feder.

Am Samstag, 31. Oktober, wollen der Ausnahmepianist Jozsef Acs und sein kongenialer Partner Siegfried Tschinkel als Moderator dem Komponisten Gioacchino Rossini (1792 - 1868) nun ein musikalisches und literarisches Denkmal setzen. Für 20 Uhr lädt das Duo die Liebhaber klassischer Musik unter der Überschrift „Rossini - Musikalisches Genie und Bonvivant“ zu einer Soirée in den Talbahnhof ein.

„Wir möchten an diesem Abend die Salonatmosphäre einer abendlichen Gesellschaft, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts stattfindet und bei der Rossini als Gastgeber fungiert, herbeizaubern“, benennt Jozsef Acs eines der Ziele. Und Siegfried Tschinkel ergänzt: „Indem wir die Zuhörer in den Kontext einbinden, sie also auch an der Lebensgeschichte Rossinis teilhaben lassen, sollen sie so richtig Lust auf klassische Musik bekommen. Deshalb folgt das außergewöhnliche und für den Pianisten absolut anspruchsvolle Programm einem roten Faden, mit dem ich auch ein Bild von Gioacchini Rossinis Persönlichkeit zeichnen werde.“

Mit der Ouvertüre der Oper „Wilhelm Tell“, die Rossini im Jahr 1829, also fast 40 Jahre vor seinem Tod, als letzte seiner insgesamt 39 (!) Opern fertigstellte, wird der erste Konzertteil starten, der nicht zuletzt im Zeichen der engen Verbindung zwischen Rossini und Franz Liszt steht.

Schließlich werden neben der Tell-Ouvertüre mit „La Charité“ aus „Trois choers religieux“ sowie „La Danza“ aus den „Soirées musicales“ zwei weitere Rossini-Werke zu Gehör gebracht, die von Franz Liszt bearbeitet wurden. „Diese beiden Giganten der klassischen Musik waren freundschaftlich verbunden.“

Die erste Begegnung der beiden, die dem damals elfjährigen Wunderkind Liszt immer in Erinnerung bleiben sollte, habe 1822 in Wien, wo die Menschen Rossini quasi zu Füßen lagen, beim Fürsten Metternich stattgefunden, berichtet Siegfried Tschinkel, dessen Vorbereitung auf den Rossini-Abend vor einem halben Jahr begann.

Fakten und Anekdoten

„Dabei konnte ich auf zuverlässige Quellen, unter anderem der hervorragenden Rossini-Biografie seines Zeitgenossen Stendhal, zurückgreifen“, hat der Moderator zahlreiche Fakten und Anekdoten aus dem Leben des „Schwans von Pesaro“, Rossinis Geburtsstadt, zusammengetragen.

Jozsef Acs ist sich derweil bewusst, dass das Programm selbst für ihn als Ausnahmepianist eine Herausforderung darstellt: So etwa die „Arie des Moses“ aus der Oper „Moses in Ägypten“, die ein Dankgebet nach der Befreiung aus der Gefangenschaft widerspiegelt. „Ergreifend“, so der Kommentar des musikalischen Leiters der Franz-Liszt-Gesellschaft Eschweiler. Den Schlusspunkt wird Jozsef Acs dann mit „Cujus animam gementem“ aus der „Stabat mater“ setzen.

Ein Abend, der mit einem unendlichen Melodienreichtum lockt.

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