Hohes Niveau: Eigenes Zentrum für Endoprothetik

Von: ran
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Das Team des Endoprothetik-Zentrums Eschweiler: Dr. Michael Olk (vorne), Dr. Kathrin Bellen, Abbas Shahhossini, Dr. Ture Wahner, Dr. Oliver Heiber, Anna Rosarius (Mitte v. l.), Fatima Yurttas, Michel Sips, Dr. Dieter Neumann, Markus Schlächter, Kai Reuber, Beyhan Sanli und Christiane Doummar (hinten v. l.).

Eschweiler. Arthrose, also Gelenkverschleiß, ist ein Krankheitsbild, das bei einer immer älter werdenden Gesellschaft zukünftig mehr und mehr in den Fokus der Medizin rücken wird. Doch die Therapiemöglichkeiten sind inzwischen ebenfalls beachtlich.

So gilt der Einsatz von künstlichen Knie- und Hüftgelenken, sogenannten Endoprothesen, die ein geschädigtes Gelenk dauerhaft ganz oder teilweise ersetzen, als einer der größten Erfolge der modernen orthopädischen Chirurgie, der den Patienten in den meisten Fällen eine deutliche Steigerung der Lebensqualität beschert.

Im Eschweiler St.-Antonius-Hospital werden bereits seit einem Vierteljahrhundert künstliche Gelenke eingesetzt. Nun können die Verantwortlichen der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie einen Meilenstein vermelden: Im Februar dieses Jahres erfolgte nämlich die Zertifizierung des Endoprothetik-Zentrums nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Unfallchirurgie (DGOOC).

„Diese Gesellschaft hat sich auf die Fahne geschrieben, die sowohl für den Patienten als auch für den behandelnden Arzt herausfordernde Endoprothetik qualitativ auf ein noch höheres Niveau zu bringen. Dadurch soll in erster Linie die Patientensicherheit vergrößert werden“, betont Chefarzt Dr. Oliver Heiber, Koordinator des Endoprothetik-Zentrums Eschweiler (EPZ).

Acht Monate auf dem Prüfstand

Im Rahmen eines Projekts der Gesellschaft, an dem 20 Kliniken in Deutschland beteiligt waren, wurde ein Zertifizierungsprozess eingeleitet und Mindestanforderungen formuliert. So müssen unter anderem die Hauptoperateure eines EPZ, am St.-Antonius-Hospital sind dies die Chefärzte Dr. Oliver Heiber und Dr. Ture Wahner sowie Oberarzt Abbas Shahhossini, mindestens 50 endoprothetische Eingriffe pro Jahr nachweisen können.

„Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Aufbau des Endoprothesen-Registers Deutschland, das genaue Studien möglich macht, welche Prothesen lange halten und bei welchen Produkten Probleme auftreten“, erläutert Dr. Oliver Heiber. Und Dr. Ture Wahner, Leiter des Endoprothetik-Zentrums Eschweiler, unterstreicht: „Wir operieren nicht anders als zuvor, haben aber die Abläufe drumherum optimiert. Ziel der Zertifizierung war eben auch, unsere bisherige Arbeitsweise zu hinterfragen und zu schauen, was verbesserungswürdig ist.“

Insgesamt acht Monate dauerte der Zertifizierungsprozess, an dessen Ende eine Prüfung stand. „Zwei Ärzte und ein Systemauditor von ‚endocert‘, einer Arbeitsgruppe der DGOOC, haben bei uns zwei Tage lang Akten gewälzt und sämtliche Bereiche der Klinik auf den Prüfstand gestellt. Es gab keine Möglichkeit, sich zu verstecken“, blickt Dr. Oliver Heiber zurück.

„Eine Zertifizierung sensibilisiert alle Beteiligten und hilft den Ärzten, den Patienten und auch der Verwaltung“, ist Elmar Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des St.-Antonius-Hospitals, überzeugt. Klar ist allen Verantwortlichen, dass die Anforderungen an die Endoprothetik-Zentren, von denen es momentan rund 70 in Deutschland gibt, weiter steigen werden.

Prozessabläufe hinterfragen

„In medizinischer Hinsicht stellen die Periprothetischen Frakturen eine neue Herausforderung dar. Immer häufiger stürzen Menschen, denen bereits eine Endoprothese eingesetzt wurde, und brechen sich dabei Knochen im unmittelbaren Umfeld des künstlichen Gelenks“, weist Dr. Oliver Heiber auf neue Aufgaben hin. Generell gelte es, die „künstliche“ Trennung von Orthopädie und Unfallchirurgie wieder zurückzufahren, sind sich die beiden Chefärzte einig.

In drei Jahren steht dann die notwendige „Rezertifizierung“ des EPZ am St.-Antonius-Hospital an. „Es gilt also, weiterhin Prozessabläufe zu hinterfragen“, ist nicht nur Elmar Wagenbach klar, dass Stillstand gleich Rückschritt ist.

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