Hoher Besuch bei Verleihung des Sportabzeichens

Von: Andreas Röchter
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Begehrte Unterschrift: Autogramme von Turnlegende Eberhard Ginger standen am Samstag hoch im Kurs.

Eschweiler. Der ehemalige Weltmeister und Vorzeigeathlet Eberhard Ginger gesteht als Ehrengast bei der Preisverleihung des Deutschen Sportabzeichens, dass er eigentlich Fußballer werden wollte. 969 Indestädter bestehen Prüfung.

Am Samstag nahmen die Athleten aller Altersklassen im Rahmen dreier von der Raiffeisen-Bank Eschweiler initiierten Feierstunden in der Aula der Realschule Patternhof die Auszeichnungen entgegen. Und das unter den Augen eines ehemaligen Weltklassesportlers: Turnlegende Eberhard Ginger war eigens aus Stuttgart angereist, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Im Interview mit „Mister Olympia” Charly Biernat blickte der Welt- und Europameister sowie Olympia-Medaillengewinner auf seine Karriere zurück. Für beeindrucktes Staunen beim Publikum sorgten jedoch vor allem die sechs Nachwuchsturner des Turnteams Toyota Köln im Alter zwischen 7 und 17 Jahren, die in Begleitung ihrer Trainer Stefan Kloock und Jan Feldmann Kostproben ihres Könnens zeigten und immer wieder Applaus ernteten.

Zunächst aber war es an Moderator Christoph Herzog, der in 2010 auch zu den Absolventen des Deutschen Sportabzeichens gehörte, das Programm zu eröffnen. „Ihr bekommt etwas verliehen, weil ihr etwas geleistet habt”, gratulierte er zahlreichen Grundschülern zu den bestandenen Prüfungen, um wenig später jedoch einen kleinen Wermutstropfen zu vermelden. „Das ehrgeizige Ziel, in 2010 bei den Absolventen die 1000er Marke zu knacken, wurde leider knapp verfehlt. Aber wir geben nicht auf und streben diese Zahl nun eben für 2011 an”, blickte Christoph Herzog nach vorne.

Bürgermeister Rudi Bertram betonte in seinem Grußwort die soziale Bedeutung des Sports: „Er fördert das Gemeinschaftsgefühl und lässt Freundschaften entstehen. Darüber hinaus lehrt er, mit Niederlagen, die zum Leben dazugehören, umzugehen”, so der Verwaltungschef, der allen Helfern, die das Sportabzeichen abnehmen, für deren Engagement dankte. Johannes Gastreich, Vorstandssprecher der Raiffeisen-Bank Eschweiler, schlug in die gleiche Kerbe und stellte mit Uwe Kasten einen besonderen Gast vor. Der passionierte Sammler nahm am Samstag nicht nur sein 32. Deutsches Sportabzeichen entgegen, sondern zeigte auch zahlreiche Exponate seiner Sammlung zur Geschichte des Deutschen Sportabzeichens, die im Jahr 1913 begann. Ab Dienstag werden einige der Ausstellungsstücke in den Räumen der Raiffeisen-Bank in der Franzstraße zu sehen sein.

Dann bat Charly Biernat den Ehrengast Eberhard Ginger auf die Bühne. „Unser Augenmerk liegt darauf, den Sport in seinen vielen Facetten vorzustellen. Und die fünf Millionen Mitglieder des Deutschen Turner-Bundes zeigen die Bedeutung des Turnens für den Leistungs- und Breitensport”, betonte er. Eberhard Ginger ließ anschließend wissen, dass sein Weg zum Turnen durchaus von Umwegen geprägt war. Eigentlich Fußballer, wurden bei der sportmedizinischen Untersuchung zu seiner Einschulung bei ihm Knick-, Spreiz- und Senkfüße sowie hängende Schultern diagnostiziert. „Ich musste zum Turnen. Was für eine Schande”, schmunzelte der Weltmeister, der als seinen größten Erfolg den vierten Platz im Mehrkampf bei der WM 1978 in Straßburg nennt.

Als Anfang der 60er Jahre dann aber die Gladiatorenfilme mit muskelbepackten Schauspielern in die Kinos kamen, beeindruckte ihn das so sehr, dass er vom Turnbazillus angesteckt wurde. Den Rest erledigte sein Trainer Otto Zipplies, der ihm folgendes auf den Weg mitgab: „Bleib bescheiden. Aber wenn man dich loslässt, musst du zeigen, was du drauf hast.” Dies beherzigt Eberhard Ginger auch heute noch, wenn er sich den Anforderungen des Deutschen Sportabzeichens stellt. Vor allem beim von ihm gefürchteten 3000-Meter-Lauf. „Alles, was über den Anlauf zum Pferdsprung hinausgeht, ist LangstreckeÓ, macht er deutlich.

Auch über die Entstehung des Ginger-Saltos, der damals zu den Höchstschwierigkeiten zählte, wusste der dreifache Vater Erstaunliches zu berichten. „Ich wollte eigentlich den Deltschev-Salto springen, habe dies aber nicht hinbekommen. Heraus kam ein neues Übungsteil, das später zum Ginger-Salto wurde. Wenn man mal etwas nicht schafft, ist das also nicht so schlimm. Es kann daraus auch etwas Neues und Positives entstehen.”
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