„Hohe Messlatte”: Führerscheinkurs für Menschen mit Behinderung

Von: ran/sar
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Größtmögliche Mobilität: A
Größtmögliche Mobilität: Acht bei der Caritas Behindertenwerk GmbH angestellte behinderte Menschen nehmen am Vorbereitungskurs, den Fahrlehrer Harald Seeger (links) anbietet, teil. Auch Fredi Gärtner (rechts) hofft, dass am Ende des Kurses der eine oder andere Führerschein ausgestellt werden Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Mobilität gehört heutzutage zu den wichtigsten Voraussetzungen, die ein Arbeitnehmer erfüllen sollte. Dies gilt auch für Menschen mit Behinderung. Die Caritas Behindertenwerk GmbH stellt momentan in ihren sechs Werkstätten in Eschweiler, Alsdorf, Würselen und Imgenbroich insgesamt 1006 Personen einen Arbeitsplatz zur Verfügung.

Seit zwei Jahren ist eines der Ziele, möglichst viele der Behinderten fit für den allgemeinen Arbeitsmarkt zu machen.

Stichwort: Inklusion. Ist es gelungen, einen behinderten Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren, besteht für diesen aber nicht selten das Problem, den neuen Arbeitsplatz zu erreichen. Deshalb steht unter anderem die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auf dem Lehrplan. Eine andere Möglichkeit: Die behinderten Menschen erwerben einen Führerschein. Seit einiger Zeit besteht zwischen der Caritas Behindertenwerk GmbH und der Eschweiler Fahrschule Seeger eine Kooperation. Am Mittwoch begann der zweite Vorbereitungskurs. Acht Behinderte der Caritas erhalten die Chance, größtmögliche Mobilität zu erlangen. Die Zielsetzung reicht zunächst vom Mofa- bis zum PKW-Führerschein.

„Eine unserer Hauptaufgaben ist es, den Behinderten berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Es gilt, sie ihren Fähigkeiten entsprechend einzusetzen. Die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben haben wir uns auf die Fahne geschrieben”, erklärt Fredi Gärtner, Leitung Sozialer Dienst und Berufliche Bildung. In der Schreinerei, Gärtnerei und Druckerei der Caritas Behindertenwerk GmbH seien Personen tätig, die das Potenzial hätten, in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts zu arbeiten. Doch die Frage, wie die Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz erreichen, stelle oft eine Hürde dar.

„Natürlich ist der Erwerb eines Führerscheins für einen Behinderten eine hohe Messlatte”, weiß Fredi Gärtner. Doch Beispiele zeigen, dass es möglich ist. So sind zwei der 1006 Mitarbeiter im Besitz eines PKW-Führerscheins, ein weiterer, der bei einem Landwirt arbeitet, ist berechtigt, einen Traktor zu fahren.

Ob ein solches Ergebnis am Ende des nun begonnenen Kurses stehen wird, bleibt abzuwarten. Zunächst wird Fahrlehrer Harald Seeger an vier Terminen die acht Anwärter unterrichten. „Danach wird es von ihm Rückmeldungen geben”, blickt Fredi Gärtner nach vorne. Der Fahrlehrer selbst ist durchaus zuversichtlich. „Es hat sich herausgestellt, dass gerade im theoretischen Teil viel Zeit und Geduld erforderlich sind. Manche der Kursteilnehmer geben auch noch kurz vor dem Ziel auf”, bedauert Harald Seeger. „Doch bei ausreichendem Durchhaltevermögen sind Erfolge möglich.”

Neben ausführlicher theoretischer Schulung wird auch die Zahl der praktischen Übungsstunden in Sachen Mofaführerschein deutlich höher sein als bei nicht behinderten Menschen. So sind zwischen 10 und 20 Stunden angesetzt. „Wichtig ist beim Thema Inklusion vor allem, dass der Mensch und die richtige Einschätzung seiner Fähigkeiten im Vordergrund stehen. Bei den Zielvereinbarungen, die wir mit den behinderten Menschen treffen, hat oberste Priorität, die Personen ernst zu nehmen”, unterstreicht Fredi Gärtner abschließend.(ran/sar)

Alternative zu Bus und Bahn

Stichwort: Inklusion. Ist es gelungen, einen behinderten Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren, besteht für diesen aber nicht selten das Problem, den neuen Arbeitsplatz zu erreichen. Deshalb steht unter anderem die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auf dem Lehrplan. Eine andere Möglichkeit: Die behinderten Menschen erwerben einen Führerschein. Seit einiger Zeit besteht zwischen der Caritas Behindertenwerk GmbH und der Eschweiler Fahrschule Seeger eine Kooperation. Am Mittwoch begann der zweite Vorbereitungskurs. Acht Behinderte der Caritas erhalten die Chance, größtmögliche Mobilität zu erlangen. Die Zielsetzung reicht zunächst vom Mofa- bis zum Pkw-Führerschein.

„Eine unserer Hauptaufgaben ist es, den Behinderten berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Es gilt, sie ihren Fähigkeiten entsprechend einzusetzen. Die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben haben wir uns auf die Fahne geschrieben”, erklärt Fredi Gärtner, Leitung Sozialer Dienst und Berufliche Bildung. In der Schreinerei, Gärtnerei und Druckerei der Caritas Behindertenwerk GmbH seien Personen tätig, die das Potenzial hätten, in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts zu arbeiten. Doch die Frage, wie die Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz erreichen, stelle oft eine Hürde dar.

„Natürlich ist der Erwerb eines Führerscheins für einen Behinderten eine hohe Messlatte”, weiß Fredi Gärtner. Doch Beispiele zeigen, dass es möglich ist. So sind zwei der 1006 Mitarbeiter im Besitz eines Pkw-Führerscheins, ein weiterer, der bei einem Landwirt arbeitet, ist berechtigt, einen Traktor zu fahren.

Ob ein solches Ergebnis am Ende des nun begonnenen Kurses stehen wird, bleibt abzuwarten. Zunächst wird Fahrlehrer Harald Seeger an vier Terminen die acht Anwärter unterrichten. „Danach wird es von ihm Rückmeldungen geben”, blickt Fredi Gärtner nach vorne. Der Fahrlehrer selbst ist durchaus zuversichtlich. „Es hat sich herausgestellt, dass gerade im theoretischen Teil viel Zeit und Geduld erforderlich sind. Manche der Kursteilnehmer geben auch noch kurz vor dem Ziel auf”, bedauert Harald Seeger. „Doch bei ausreichendem Durchhaltevermögen sind Erfolge möglich.”

Neben ausführlicher theoretischer Schulung wird auch die Zahl der praktischen Übungsstunden in Sachen Mofaführerschein deutlich höher sein als bei nicht behinderten Menschen. So sind zwischen 10 und 20 Stunden angesetzt. „Wichtig ist beim Thema Inklusion vor allem, dass der Mensch und die richtige Einschätzung seiner Fähigkeiten im Vordergrund stehen. Bei den Zielvereinbarungen, die wir mit den behinderten Menschen treffen, hat oberste Priorität, die Personen ernst zu nehmen”, unterstreicht Fredi Gärtner abschließend.
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