Erdmännchen Freisteller

Höchstgebote für besonders guten Zweck

Von: Heike Eisenmenger
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Der Höchstbietende erhält den Zuschlag: Auktionator Ralf Raspe verstand es, auf charmante Weise die Besucher zu animieren. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg/Eschweiler. Eins, zwei, drei - für 675 Euro geht sie weg, die Tischskulptur namens „Clash”. Das Design ist ungewöhnlich, aber formvollendet, und man möchte unwillkürlich über die Oberfläche streicheln.

Die Finger ertasten kühlen Stahl, der wie mit einer Patina ummantelt ist. Die Skulptur des Studenten Philipp Grußendorf ist einer der Favoriten der Benefiz-Versteigerung im Museum Zinkhütter Hof. Organisiert hat die Auktion der Rotary-Club Aachen-Charlemagne.

Versteigert werden an diesem Sonntag Tischskulpturen, die Studenten der Fachhochschule Aachen geschaffen haben. 40 junge Frauen und Männer aus dem Fachbereich Gestaltung sind in das Projekt „Der bewegte Tisch - multifunktionale Tischskulpturen” beteiligt. Während des Sommersemesters haben sie getüftelt, gewerkelt und gefeilt.

Mit dem Projekt verfolgt der Rotary-Club gleich zwei Ziele: Zum einen fördert er mit der Erlös der Versteigerung weitere Bildungsprojekte im Raum Aachen, und zum anderen unterstützt er mit Projekten dieser Machart die studentische Arbeit der Fachhochschule, erklärt Projektkoordinatorin Professor Dr. Dr. Gisela Engeln-Müllges.

In der Konsequenz übernimmt der Club auch die Kosten für Material, für den Druck eines Katalogs und Flyers sowie für die Auslobung eines Wettbewerbs. Die besten vier der insgesamt 35 Arbeiten werden mit Geldpreisen in Höhe von insgesamt 5000 Euro belohnt.

Aufgeregte Studenten

Die Aussicht, eventuell auf der Bühne vor hochrangigem Publikum ausgezeichnet zu werden, sorgt bei den Studenten für einen weiteren Adrenalinstoß. Aber allein schon die Versteigerung, die Tatsache, dass ihre Arbeit meistbietend zugunsten der guten Sache verkauft wird, ist für die Beteiligten nach eigener Aussage aufregend. Auch ihr Professor Rainer Plum drückt die Daumen, dass die Exponate einen hohen Preis erzielen.

Die Versteigerung ist gut besucht. Auktionator ist der Aachener Fernseh-Moderator und Rotarier Ralf Raspe, der auf charmante Art die Bieter zu Höchstpreisen treibt.

Die Besucher machen gerne mit, aber nicht jedes Exponat findet einen Abnehmer. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder sind die Tischskulpturen absolut beeindruckend und perfekt gearbeitet oder man sieht, dass die Idee gut, aber die handwerkliche Umsetzung eher weniger gut gelungen ist.

Bei der Tischskulptur „Clash” von Philipp Grußendorf braucht Auktionator Raspe das Publikum nicht zu motivieren: Die Hände schießen nur so in die Höhe. Der 27-Jährige hat mit Licht Akzente gesetzt. Auf der Oberseite der Skulptur, deren Form an ein Schneckenhaus erinnert, hat der angehende Produktdesigner Solarzellen angebracht. Bei Dunkelheit schaltet sich automatisch ein Lichtsaum ein.

Die Tischskulptur „La Ola”, die mit dem ersten Preis prämiert wird, hat Anika Wübben gefertigt. Der solide weiße Tisch wurde in einer Wellenform gebaut. Den zweiten Preis erhält Mathis Kretschmann mit „Rotula”: Das Objekt basiert auf einem Stecksystem aus Massivholz und Edelstahlrohren und erreicht die 600-Euro-Grenze ebenfalls.

Den dritten Preis heimst Grußendorf mit „Clash”ein, Platz vier wird gleich zwei Mal vergeben: Tatiana Korte besticht die Jury mit ihrem gläsernen „Kaleidoskop” ebenso wie Sinuhe Siebenhaar-Tapia mit „X-Merge”. Das ist ein dynamischer Couchtisch in X-Form aus Holz der mit weißem Lack überzogen wurde.
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