Eschweiler - „Hocker-Rocker“ Markus Krebs begeistert mit derben Witzen

„Hocker-Rocker“ Markus Krebs begeistert mit derben Witzen

Von: vr
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Immer auf der Suche nach dem genialen Witz: Markus Krebs haute in seinem neuen Bühnenprogramm „Permanent Panne“ in der Aula der Realschule Patternhof eine Pointe nach der anderen raus. Foto: Völker Rüttgers

Eschweiler. „Keine Botschaft, keine Religion, keine Politik – einfach nur schön“, wer freiwillig mit dem „Mann hinter dem Bauch“ über zweieinhalb Stunden lang bei gefühlten 40 Grad Celsius in einen Raum geht, der sollte wissen, was ihm blüht.

Markus Krebs fühlte sich Freitagabend in der Aula der Realschule Patternhof unter seiner „Ruhrpott“-Mütze und hinter seiner Sonnenbrille pudelwohl, denn sein Publikum teilte die Freude über den schlichten Witz. „Besonders lustig ist es, wenn in einer eigentlich eher ernsten Situation etwas Unerwartetes geschieht“, wusste einst der Meister des feinen Witzes Loriot.

Diese Gabe ist aber wahrscheinlich auch das einzige, was der verstorbene Humorist mit dem vermeintlichen Ruhrpott-Proll Krebs gemein hat, denn auch der als „Hocker-Rocker“ bekannt gewordene MSV-Duisburg-Fan punktet vor allem mit seiner Schlagfertigkeit in alltäglichen Situationen, sei es bei der Frage nach dem „Getrennt oder zusammen“-Bezahlen oder nach den Punkten an der Supermarkt-Kasse. „Ihr werdet in diesen Situationen an mich denken“, versprach Krebs seinem begeisterten Publikum, und in der Tat hallen vor allem die derben Kalauer noch einige Tage nach.

Diese alleine wären allerdings nicht so lustig, wenn es Markus Krebs nicht meisterlich verstände, den Witze-Dynamo regelrecht hochzujagen. So beginnt er mit einem harmlosen Wortwitz à la: „Die haben mich zuletzt aus dem Töpferkurs geschmissen, ich hatte mich im Ton vergriffen“ – ein leises Schmunzeln folgt beim geneigten Zuhörer. Weiter geht es mit Derberen: „Der Rudi ist jetzt bereit für was Festes, hat er gesagt. Was wir nicht wussten: Der hatte drei Tage Durchfall!“, das Grinsen – auch beim Comedian auf der Bühne – wird nun breiter.

Und schließlich zündet der sympathische Vollproll einen seiner Klassiker und versetzt sein Publikum in den Schenkelklopfmodus. Natürlich gab es auch bei seinem Bühnenprogramm „Permanent Panne“ weder tiefsinniges Niveau noch roten Faden, abgesehen von seiner offensichtlichen Inspirationsquelle, seiner Stammkneipe in Duisburg, in der Fussel-Ulla, der Günni und der depressive Rudi hocken und dem Comedy-Preisträger von 2011 eine Pointe nach der anderen liefern.

Auf der Suche nach dem „Harnsteinzimmer“ falle ihm immer wieder auf, dass er jetzt ins „Geranien-Alter“ komme: „Von stehend zu hängend“. Mit seiner Version des unrealistischsten Films aller Zeiten, von „Dirty Dancing“, ging Krebs kurzzeitig das Risiko ein, es sich vor allem mit seinem weiblichen Publikum zu verspielen.

Und schaffte dies endgültig bei den Damen im Saal, die nicht viel von zotigem Humor auf Kosten des starken Geschlechts hielten. Doch wer in ein Soloprogramm von Markus Krebs geht, der möchte einfach nur herzhaft lachen, ohne darüber allzu viel nachdenken zu müssen. Insofern gehört die Zone unter der Gürtellinie hier regelrecht zum guten Ton.

Weshalb gerade das beim Publikum so gut ankommt, während andere Künstler sich den Kopf zermartern, wen oder was sie noch aufs Korn nehmen könnten, ohne dass es allzu kopiert ausschaut? Gerade deshalb: Markus Krebs wirkt echt. Ihm fehlt eigentlich nur die Kneipentheke zum Anlehnen, schummerige Beleuchtung, ein (sehr warmes) Bier in der Hand hatte er Freitag in Patternhof schon, ebenso wie ein schier unendliches Repertoire an Witzen aus seinem Notizbüchlein.

Dieses wird wohl auch kaum am 23. August aufgebraucht sein, denn dann läuft sich der Hocker-Rocker im Talbahnhof so richtig warm, für seine erste Solo-TV-Aufzeichnung bei RTL im Duisburger Marientor.

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