Hochzeitsbäume: Symbole der Ewigkeit auf windiger Wiese

Von: Stefan Herrmann
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Ein wärmendes Schnäpschen gegen das kalte Schmuddelwetter: Das frisch verheiratete Ehepaar Stephanie und Jürgen Plumm stößt auf den ebenso frisch gepflanzten Hochzeitsbaum an. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Bei „herrlichem Wetter”, wie Bürgermeister Rudi Bertram süffisant feststellte, ein Bäumchen zu pflanzen: Was kann es Schöneres geben? Gummistiefel mit dickem Innenfutter wären wohl die beste Schuhwahl gewesen, als 20 Paare auf der windigen Wiese am verlängerten Begauer Mühlenweg ihre ganz persönlichen Hochzeitsbäume pflanzten.

Dort, an der Lindchens Gracht zwischen Kinzweiler und St. Jöris, trotzten auch Stephanie und Jürgen Plumm den schmuddeligen Rahmenbedingungen. „Richtig schönes Wetter hatten wir leider auch an unserem Hochzeitstag nicht”, erinnerte sich Stepahnie Plumm an den 12. Juni 2010.

„Die Feier im ehemaligen Kloster St. Jöris war dafür aber umso besser”, fügte ihr Mann lachend hinzu, bevor er die Kamera zückte. Einige Seiten im Album sind noch frei, und da macht sich ein Erinnerungsfoto vom „eigenen” Baum doch wunderbar.

Dass frisch verheiratete Paare in Eschweiler zur „Hochzeitsbaum-Pflanzaktion” geladen werden, gehört seit 1979 zur festen Stadttradition. „Ein schöner Brauch”, findet Bertram. In Anbetracht des nasskalten Wetters hatte der Bürgermeister für die zwischen schlammigen Pfützen und rutschigen Eisschollen stehenden Paare einen guten Rat parat: „Neben mir stehen die Kollegen mit einem Schnaps. Nutzen Sie die Gelegenheit!”, meinte der Verwaltungschef schmunzelnd.

Die Flasche Doppelkorn hatten Alexandra Hoven und Heinz Schmitz vom Standesamt dann auch schnell geöffnet, so dass jedes Paar nach getaner Schaufelarbeit die wärmende „Stärkung” genießen konnte.

Baum des Jahres 2010

„Bäume sind Sinnbilder des Lebens”, sagte Hedwig Assenmacher von der Abteilung für Freiraum und Grünordnung. „Und sie gelten auch als Ort des Ungeborenen und als Kinderbringer.” Mit den nun frisch geplanzten Bäumen - dieses Mal wurden übrigens Apfel-, Birn- und Kirschbäume sowie einige Vogelkirschen (Baum des Jahres 2010) gesetzt - sind es stolze 1240 Bäume in ganz Eschweiler.

„Mit der Anpflanzung wird auch ein kleiner Beitrag zur Wiederbegründung solch typischer Streuobstwiesen an den Ortsrändern geleistet”, freute sich Assenmacher. Wie die in voller Blüte aussehen, war an diesem ungemütlichen Wintertag nur schwer vorstellbar.

Doch nicht nur Stephanie und Jürgen Plumm werden in den kommenden Jahren sicherlich immer mal wieder an „ihrem” Baum vorbeispazieren - einem starken Symbol, das wie ihre Liebe weiter gedeihen soll.
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