Hochzeit: Wonnemonat Mai? Oder lieber Dezember?

Von: Rudolf Müller
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Hochzeit
Heiraten in Eschweiler – das muss nicht im Rathaus stattfinden. Daniela und Maik Kohlgraf wählten das alte Kloster St. Jöris mit seiner grünen Umgebung, sich das Ja-Wort zu geben. Foto: Brigitte Averdung-Häfner

Eschweiler. Er gilt nicht von ungefähr als „Wonnemonat“, der Mai. Wenn in ein paar Tagen die Eisheiligen hinter uns liegen, ist es endgültig vorbei mit dem Winter. Und die positiven Gefühle, die man mit dem Frühling verbindet, gewinnen Oberhand: Die Natur treibt bunte Blüten, und auch die menschlichen Triebe erwachen.

Bei manchen Zeitgenossen so sehr, dass sich sich nicht nur paaren, sondern dafür euch gleich eine Ehe eingehen wollen.Also: Wonnemonat = Hochzeitsmonat? Stimmt nicht, sagt die Statistik. Und das gilt nicht nur für heiratswillige Indestädter, sondern bundesweit.

Im vergangenen Jahr nahmen 17 Prozent aller in Deutschland geschlossenen Ehen im Mai ihren Anfang. – aber 26 Prozent im Juni und 20 Prozent im Juli. Auch der August ist mit 12 Prozent bei Paaren beliebt. Am unbeliebtesten dagegen sind März, November und Dezember mit jeweils einem Prozent.

Wer an der Inde heiratet, der hält sich kaum an den allgemeinen Trend. Hier lag der Mai anno 2015 mit 31 Eheschließungen gleichauf mit dem August und nur knapp vor dem Dezember (29). 2016 dagegen lagen die Prioritäten für Zeitgenossen, die sich „ewig“ binden wollten, ganz anders: Im Mai gaben sich „nur“ noch 23 Paare das Ja-Wort – bei gleichzeitigem Anstieg der Jahres-Gesamtzahl der Eheschließungen von 233 auf 258.

Beliebter als der Mai waren der Juni mit 31, der August mit 30, September mit 27 – und der Dezember mit 33 Eheschließungen. In diesem Jahr ist die Beliebtheit des „Wonnemonats“ als Heiratsmonat nochmals leicht gesunken: 22 Paare geben sich in diesen Wochen das Ja-Wort.

Und dazu müssen sie nicht unbedingt ins Standesamt des Rathauses gehen. Dort, im bis zu 30 Hochzeitsgäste fassenden Trauzimmer im ersten Obergeschoss, wurden im Mai vergangenen jahres 16 der 23 Eheschließungen vorgenommen; in diesem Mai sind hier 15 Trauungen geplant. Paare, die Wert auf ein etwas anders Ambiente legen, können ihren Bund fürs Leben auch in der ehemaligen Klosterkirche von St. Jöris schließen. Sechs Paare nutzten die Möglichkeit im Mai 2016; in diesem Jahr sind es ebenso viele.

Außergewöhnlicher als die alte Klosterkirche ist die Seebühne des Blausteinsees. Auch hier man sich standesamtlich beglaubigt die Treue schwören. Wenn‘s regnet, gibt‘s einen Raum in der nahen „Wasserschule“ als Ausweich-Trauzimmer. Trotz der einzigartigen Umgebung: Im Mai vergangenen Jahres reservierte nur ein einziges Paar die Seebühne für seine Trauung – und nahm den Termin dann doch nicht in Anspruch. In diesem Mai zieht es gar kein Paar dorthin.

Das gilt auch für das „historische“ Trauzimmer im Hotel de Ville. Das bietet 30 Gästen Platz – und der Saal „Van Gogh“ im Obergeschoss hat Platz für bis zu 100 Personen. Aber werder im Mai vergangenen noch dieses Jahres nahmen Brautleute das Angebot in Anspruch.

Ein besonderes Ambiente bietet auch das barocke Wasserschloss Kambach in Kinzweiler. Hier ist es ausschließlich Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram, der Paare vor bis zu 70 Gästen traut. Allerdings wurde auch dieses Angebot im „Wonnemonat“ letzten Jahres nicht genutzt – in diesem Mai dagegen ist dort eine Trauung geplant.

Wer heiraten will, der kann das nicht zum Nulltarif tun. Die Stadt erhebt Gebühren. Und die sind recht unterschiedlich. Für eine Eheschließung während der Öffnungszeiten der Verwaltung müssen miondestens 50 Euro higeblättert werden (in Abhängigkeit von eventuell nötigen Urkunden, Stammbuch etc.). Das gilt aber nur, wenn beide Partner Deutsche sind. Bei „Auslandsbeteiligung“ erhöht sich der Satz auf mindestens 86 Euro.

Wer außerhalb des Rathauses sein Ja-Wort hauchen will, und das in der Regel samstags, der muss dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen. Für eine Trauung in der Klosterkirche St. Jöris zum Beispiel erhöhen sich die Gebühren um 66 Euro – wegen des Termins außerhalb der üblichen Verwaltungsdienstzeiten – und um 50 Euro Raummiete. 50 Euro, die die Stadt allerdings unmittelbar an den Förderverein des Klosters weiterleitet.

Wer auf der Seebühne heiraten möchte, der muss zusätzlich zum 66-Euro-Aufschlag eine Miete von 150 Euro berappen. Im Hotel de Ville kommen zu den 66 Euro Samstagsaufschlag mindestens 50 Euro Raummiete dazu. Ein Betrag, der mit der Hotelbetreiberin zu vereinbaren ist. Nicht bekannt ist die Raummiete im Schloss Kambach, die ebenfalls mit dem Betreiber auszuhandeln ist. Auf jeden Fall aber werden auch hier die 66 Euro Samstagszuschlag fällig. Aber was sind schon 66 Euro rauf oder runter für ein lebenslanges Eheglück?

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